Diagonale 2022

Frühling in Graz

| ray Filmmagazin |
Glückwünsche und Gedanken zum Diagonale-Jubiläum von Filmschaffenden, Wegbegleiterinnen und Kooperationspartnern.

D wie DENKWÜRDIG, I wie INTENSIV, A wie ABWECHSLUNGSREICH, G wie GLANZVOLL, O wie ORIGINELL, N wie NACHHALTIG, A wie AMÜSANT, L wie LEBENSFROH, E wie EMOTIONAL. Ob beim Eröffnungsfilm oder bei der Preisverleihung, ob vor oder hinter den Kulissen, ob im Kino, am Podium, im Publikum, im Lokal, beim Miteinander-Reden, Lachen, Weinen oder beim Feiern: Die Diagonale ist aus jeder Perspektive ein in jeglicher Hinsicht erfreuliches Ereignis. Am Ende ereilt mich regelmäßig ein derartiger Blues, dass ich am liebsten zurückspulen und noch einmal von vorn anfangen würde. Alles Gute, liebe Diagonale! Bleib, wie du bist!

Susanne Auzinger, Auzinger PR

 

Nach der aufgrund der Covid19-Situation lange unsicheren und dann umso wunderbareren Premiere von Arman T. Riahis Film Fuchs im Bau bei der Eröffnung der Diagonale 2021 fanden wir uns vor der Helmut List Halle auf einer Baustelle wieder: Sebastian Höglinger, Verena Altenberger, die 2017 mit Die beste aller Welten einen großartigen Festivalerfolg gefeiert hatte, und ich. Kurz war die Frage im Raum: „Darf man sich denn jetzt wieder umarmen?“ We did it. Am nächsten Tag war Verena zu Me, We bei Diagonale im Dialog zu Gast. Give peace a chance!

Brigitte Bidovec, Diagonale-Team (Leitung Sponsoring)

 

Als die Diagonale erstmals 1998 in unserem seinerzeitigen Augartenkino KIZ stattfand, haben wir mitgefiebert. Unsere Freude war groß, und Nikos Grigoriadis, unser damaliger Leiter, mit vollem Herzen dabei. Kino war seine große Leidenschaft und mit derselben hat er sich für Graz als Standort für das Festival eingesetzt. Mit ein Grund weshalb ich mir auch jetzt noch das KIZ nicht ohne die Diagonale vorstellen kann. Ich denke an viele schöne Momente gerade in den ersten Jahren: die Eröffnung in der Oper, zu später Stunde tanzen in der Thalia. Es wird Frühling, bald schon fragt unser Publikum wieder nach Diagonale-Tickets. Es kann losgehen!

Barbara Brunner, KIZ RoyalKino

 

Mit der Diagonale verbindet das Kunsthaus Graz eine lange Geschichte. 15 gemeinsam umgesetzte Trailer mit aufsehenerregenden Filmschaffenden, mehrere ganz unterschiedliche kooperativ gestaltete Projekte. Jüngst nun ein gemeinsam erdachtes „Kellerkino“, das uns die Diagonale mit einem Kurzfilmprojekt für ein ganzes Jahr mit ins Haus holt. Im Kunsthaus, das in den letzten Jahren auch zum Pressezentrum und zur zentralen Anlaufstelle der Diagonale wurde, ist uns das Festival wegen seiner hohen Qualität, seiner überraschenden Neuproduktionen, aber auch wegen seiner Stimmung des vernetzten Denkens eine gute Freundin geworden, die wir nicht mehr missen wollen.

Katrin Bucher Trantow, Kunsthaus Graz

 

Als die Diagonale im Jahr 1998 in Graz einzog, war sie sehr bald von der gesamten heimischen Filmbranche geschätzt und geliebt. Das ist bis heute so. Die Tradition der Gleichbehandlung sämtlicher Formen des österreichischen Films wurde weiter ausgebaut, und die Grazerinnen und Grazer waren und sind ein interessiertes Publikum. Legendär die Solidarität unter den Kreativen und vieler Institutionen, als der von der heftig bekämpften schwarz-blauen Regierung eingesetzte Kunststaatssekretär Franz Morak die beliebte Intendantin Christine Dollhofer absetzte. Das folgende Marionettenteam, das wenig Ahnung vom heimischen Filmgeschehen hatte, musste zurücktreten, weil sie keine (!!!) Filme bekamen.

Brigitta Burger-Utzer, langjährige Geschäftsführerin sixpackfilm

 

Die beiden sind ja meine Lieblings-Intendanten, immer nett, interessiert und bemüht, es macht richtig Freude, sie zu sehen. Es scheint mir zunehmend selten, dass man sich bei hohem Engagement, professionellem Einsatz und ständig anwachsendem Spezialwissen für die eigene Sache auch für andere Dinge (Politik, Geschichte, Musik, Leben) und kulturelle Sparten interessiert. Ich versuche Selbiges auch ein wenig im Bereich des Films, die Diagonale deckt da viel Heimisches ab, das Experimentelle finde ich besonders erfreulich, schmähmäßig könnte der österreichische Spielfilm dagegen langsam etwas aufpassen – wobei ich im Zweifel auch gerne lache, wenn es etwas zum Lachen gibt. Internationale abseitige Trends finde ich aber auch interessant, wie überhaupt das filmkünstlerische Ausland.Diagonale und Viennale enden gleich, Diago klingt offen.

Sandro Droschl, Künstlerhaus. Halle für Kunst & Medien, Graz

 

Für die unabhängigen Filmschaffenden des Landes stellt die Diagonale eine wichtige Möglichkeit dar, sowohl die eigene künstlerische Arbeit einem größeren Publikum zu zeigen als auch erste Festivalerfahrungen zu sammeln. Diese können von anfänglichen Ablehnungen bis hin zu unerwarteten Preisregen reichen. One never knows. Das wichtigste ist jedoch die Tatsache, dass die Diagonale den unabhängigen Film ganz selbstverständlich als Teil der österreichischen Filmlandschaft sieht, die ungebrochenen internationalen Erfolge der Protagonistinnen und Protagonisten wahrnimmt und den experimentellen Film als eigenständige Kunstform konsequent zeigt.

Philipp Fleischmann, Filmemacher und Leiter der Schule Friedl Kubelka für unabhängigen Film

 

Für mich persönlich verbindet die Diagonale meine Vergangenheit mit meiner Gegenwart, als in Graz Geborene und als Filmemacherin, von der Premiere meines ersten Kurzfilms im Kino im Augarten bis zur Eröffnung des Festivals 2019 mit meinem Kinofilm Der Boden unter den Füßen. Bei der Eröffnungsrede der Intendanten zerdrücke ich traditionell Rührungstränen. Es bleibt die Homebase unter den Festivals! Happy birthday, beauty!

Marie Kreutzer, Filmemacherin

 

Wir danken der Diagonale für 25 Jahre, in denen wir gemeinsam mit filmexil@synema.at ein Zeichen setzen konnten für die durch die Nazis vertriebenen Filmschaffenden aus Österreich: Berthold Bartosch, Elisabeth Bergner und Paul Czinner, Albrecht Viktor Blum, Hanuš Burger, Willy Eichberger / Carl Esmond, Friedrich Feher, Paul Fejos, Anna Gmeyner, Hugo Haas, Alexander Hackenschmied / Sasha Hammid, Wolfgang Heinz, Géza Karpathi/Charles Korvin, Fritz Kortner, Günther Krampf, Hedy Lamarr, Fritz Lang, Francis Lederer, Leopold Lindtberg, Herbert Lom, Peter Lorre, Gustav Machatý & Maria Ray, Carl Mayer, Erno˝ Metzner, László Moholy-Nagy, Karl Paryla, Franz Planer, Arnold Pressburger, Herbert Rappaport, Leonard Steckel, Wolf Suschitzky, Otto Tausig, Helene Thimig, Berthold Viertel, Amos Vogel, Billy Wilder und Fred Zinnemann.

Brigitte Mayr und Michael Omasta, SYNEMA – Gesellschaft für Film & Medien

 

Ein Festival ist dann gelungen, wenn es einen Ort für eine kurze Zeit verwandeln kann. Zur Diagonale-Zeit ist Graz eine andere Stadt. Der österreichische Film ist zu Gast, die Menschen vor Ort tauchen ins Kino ein. Das ist ein wunderbarer Zustand an einem Ort, der im Frühjahr besonders ansprechend ist.

Peter Pakesch, Maria Lassnig Stiftung 

 

Eine Grazer Freundin, die ausnahmslos jeden Tag auf den Schlossberg raufgeht, erklärte mir: Ein Tag, an dem sie nicht am Schlossberg war, sei ein verlorener Tag. Das fand ich sehr schön. So schön, dass ich mich – unbeachtet dessen, dass mich der Blick fürs Detail stärker fesselt als ein vermeintlicher verschaffter Überblick – bemühe, mich an diese Grazer Gesetzmäßigkeit zu halten.

Anna Paul, Bildende Künstlerin

 

Anlässlich von 25 Jahren Diagonale in Graz fällt mir eine schöne Erinnerung ein. 1996 war die Stadt Salzburg zum letzten Mal Austragungsort der Diagonale. Als ich von der Suche nach einem neuen Standort erfuhr, habe ich sofort meinen Freund Helmut Strobl, damals Kulturstadtrat der Stadt Graz, kontaktiert. Erfreulicherweise hat er die Dimension dieser Möglichkeit sofort erkannt und unmittelbar darauf eine Gemeinderatssitzung einberufen, um Graz als neuen Standort der Diagonale vorzuschlagen. Der Gemeinderat verstand die Chance dieser Initiative und hat den Antrag umgehend positiv beschieden. Seitdem ist Graz erfolgreich „Diagonale-Stadt“.
Dieter Pochlatko, Produzent, epo-film

 

Die Diagonale ist für mich Trendsetter, Stimmungsbarometer, Bestandsaufnahme und Klassentreffen in einem. Sie lässt uns eintauchen in die vielfältige Schaffenskraft unseres Filmlandes. Zur Diagonale zu fahren fühlt sich jedes Mal an wie heimkommen.

Jakob Pochlatko, Produzent, epo-film

 

Es gibt Tage, wo man nach einer Vorstellung nicht gleich weiterziehen will wie an jenem lauen Abend im März 2017. Djordje Čenić hatte Unten, seine herzlich-gewitzte autobiografische Zeitreise als Kind einer Linzer Gastarbeiterfamilie präsentiert. Zeit war es ja, dass endlich jemand beginnt, diese Geschichte zu erzählen – und noch dazu auf so lässige Weise. Dann stand da plötzlich Goran Rebić lächelnd unter den paar Versprengten am Vorplatz des Rechbauer, dessen Filme große Vorbildwirkung für Djordje hatten. Eine erste Begegnung, ein Diagonale-Moment. Der Frühling beginnt bekanntlich in Graz.

Regina Schlagnitweit, Kuratorin

 

Mein geliebter Film-und-liebe-Menschen-treffen-Fixpunkt in jedem Jahr! Und – ich durfte die Preisverleihung moderieren!! Der Ordner „Diagonale“ ist noch immer zentral auf meinem Laptop!

Susi Stach, Schauspielerin

 

Seit Sebastian und Peter die Diagonale leiten, bin ich im Team für die Spielfilmauswahl und Programmberatung und schreibe für den Katalog mit. „Uff, monatelang österreichische Filme sichten, Respekt“, reagierten manche Kolleginnen und Kollegen, als ich damit anfing. Ich aber liebe es, ich liebte es, ich werde es immer geliebt haben. Und hätte das anfangs auch nicht gedacht. 25 Jahre sind für mich noch kein halbes Leben, aber ich hätte auch nichts dagegen, wenn’s so wäre, solange ich es mit der Diagonale verbracht hätte. Auf alle, die dieses Festival erdacht haben, gemacht haben und weitermachen werden!

Alexandra Zawia, Kuratorin und Journalistin