Der Räuber Hotzenplotz

Filmstart

Der Räuber Hotzenplotz

| Alexandra Seitz |
Ein Kinderfilm mit Herz, der gute Laune macht

Der Räuber Hotzenplotz ist eine ikonische Figur, die der aus Böhmen stammende, deutschsprachige Kinderbuchautor Otfried Preußler (1923–2013) erfunden hat. Der Titelheld der 1962, 1969 und 1973 erschienenen Romane „Der Räuber Hotzenplotz“, „Neues vom Räuber Hotzenplotz“ und „Hotzenplotz 3“ ist mindestens so berühmt wie die Kleine Hexe und das Kleine Gespenst, nur ist er eben ein Räuber und als solcher ein Tunichtgut und Spitzbube. Hotzenplotz findet nichts daran, die Großmutter mit seiner Pfefferpistole zu bedrohen und ihr die musikalische Kaffeemühle zu entreißen, die ihr Kasperl und Seppel zum Geburtstag gebastelt haben. Später klaut er sogar dem Oberwachtmeister Alois Dimpflmoser Uniform, Helm, Säbel und Dienstfahrrad, als jener auf seiner Verfolgungsjagd durch den Wald eine kleine Rast einlegt und in den See springt, um sich zu erfrischen. Auch hat er keine Skrupel, den Seppel (oder ist es der Kasperl?) im Austausch für einen Sack voll Schnupftabak der Marke Nasentrost als Kartoffelschäler an den bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann zu verhökern; währenddessen der Kasperl (oder ist es der Seppel?) bei ihm in der Räuberhöhle als Schuhputzer Dienst tut.

Niemand Geringerer als Gert Fröbe verlieh dem Räuber in der ersten Kinoverfilmung 1974 unter der Regie von Gustav Ehmck seine imposante Gestalt. Er hinterließ große Fußstapfen, in die 2006, in der Adaption durch Gernot Roll, Armin Rohde trat, dem wiederum im aktuellen, auf dem Münchner Filmfest mit dem Publikumspreis ausgezeichneten Der Räuber Hotzenplotz von Michael Krummenacher, Burgschauspieler Nicholas Ofczarek folgt. Und selbstverständlich lässt der sich nicht lumpen und bringt seine mächtige physische Präsenz ebenso in die Rolle ein wie sein beträchtliches Potenzial zum hinterfotzig Humoristischen. Dazu gesellen sich Olli Dittrich, der als Oberwachtmeister Dimpflmoser auch im gut getarnten Adamskostüm noch Bella Figura zu machen versteht, sowie August Diehl, der in die vom skandalisierten Johnny Depp hinterlassene Lücke vorstößt und sich als Zauberer Zwackelmann formvollendet zum Horst macht. Die Erwachsenen feiern hier also einen veritablen Kindergeburtstag, während die Nachwuchskräfte Hans Marquardt als Kasperl und Benedikt Jenke als Seppel in aller Ruhe eine schöne Bubenfreundschaft vorstellen. So g’spinnert die einen, so geerdet die anderen, und so rund am Ende die ganze G’schicht.