Spaßige Hommage an das Zombie-Subgenre und das Filmemachen selbst
Die bekannteren Filme des Franzosen Michel Hazanavicius haben die Tendenz, Konzeptkino, Hommage und Parodie zu verbinden: In den beiden OSS 117-Filmen (2006, 2009) persiflierte er die Agentenfilme der Fünfziger und Sechziger, und sein großer Oscar-Hit The Artist (2011) war eine als Stummfilm daherkommende Hymne an Silent Movies und Good old Hollywood. Nach einigen hierzulande weniger beachteten Filmen läuft nun Hazanavicius’ Meta-Zombiekomödie Final Cut of the Dead an, ein Remake des japanischen Originals One Cut of the Dead (2017), das wiederum auf einem Theaterstück basiert. One Cut wurde zum Instant-Kultfilm, der wegen seiner ebenso komischen wie intelligenten Wendungen gefeiert wurde und weltweit ein Vielfaches seiner geringen Produktionskosten einspielte.
Beim Remake, das die Filmfestspiele von Cannes eröffnete, sorgte im Vorfeld der ursprünglich gedachte Titel Z (comme Z) für Aufregung, da der letzte Buchstabe des Alphabets zum russischen Propagandazeichen in Sachen Ukrainekrieg geworden war. In letzter Minute änderte Hazanavicius den französischen Titel auf Coupez!, während der „deutsche“ Titel nun Final Cut of the Dead lautet. Wie auch immer, den Film für jene, die das Original nicht kennen, spoilerfrei zu besprechen, ist eine Herausforderung – aber probieren wir’s: Ein Regisseur dreht mit einer kleinen amateurhaften Crew in einem verfallenen Gebäude einen Zombiefilm. Gerüchte über die dunkle Vergangenheit des Ortes machen gerade die Runde, als plötzlich echte Zombies das Set stürmen. Der egomanische, auf Authentizität setzende Filmemacher hält mit der Kamera drauf … und hier muss man auch schon mit der Beschreibung aufhören. Sagen wir so: Wie die Vorlage ist auch die Hazanavicius-Version voller selbstreflexiver Elemente, die auf die Genres Zombie-Film, Zombie-Komödie und B-Movie abzielen. Das stärkste Element ist aber ein satirischer Blick auf die Herausforderungen des Filmemachens und eine Hymne auf Teamwork – wer sich etwa gefragt hat, wie ein Regiehandwerker mit dem Durchfall eines Teammitglieds umgeht, wird hier fündig.
Die internationale Kritik hob hervor, dass Final Cut of the Dead vor allem für jene taugt, die das Original nicht kennen, doch gibt es in Details durchaus witzige kleine Neuerungen – hier geht es dann schon nicht mehr nur um eine Meta-Ebene, sondern um Meta-Meta-Metaebenen (thematisiert wird auch der Umstand, dass der Film selbst ein Remake ist). Das alles ergibt, getragen von einer mehr als 30-minütigen Plansequenz und einem spielfreudigen Ensemble (noch mehr Meta: Hazanavicus’ Frau Bérénice Bejo und Tochter Simone spielen Regisseursfrau und -tochter) zwar nicht die Neuerfindung des Rades, aber einen wirklich netten Spaß.
