Die ausführlich recherchierten Hintergründe zu einem legendären unverwirklichten Filmprojekt
Die Geschichte hat mehr als genug von dem, was eine gute Geschichte braucht: ein tragischer früher Tod, später Erfolg, eine drakonische Mutter, ein Fluch, kreatives Scheitern. Und das Beste: Das ist alles wirklich so passiert. Stephan Eicke rekonstruiert in seinem Buch in aller Gründlichkeit die Mühen und Katastrophen, die mit den inzwischen recht zahlreichen Versuchen einhergingen, John Kennedy Tooles Roman „Die Verschwörung der Idioten“ zu verfilmen. Immerhin drei der für die Hauptrolle anvisierten Schauspieler sind während der jeweiligen Projektplanung verstorben. Filmemacher wie Soderbergh verloren mindestens die Nerven und halten das Projekt für verflucht. Das Buch ist mehr als eine Aneinanderreihung von Anekdoten und stattdessen ein kleines Lehrstück über Filmindustrie und Eigensinn geworden. Immer wieder hat man beim Lesen den Eindruck, der ja hochkomische Roman (über den Eicke mit mitreißender Begeisterung schreibt) des noch vor seiner Publikation verstorbenen Autors würde sich gegen die Adaption sperren. Nicht nur, weil er ohne filmgerecht strukturierten Plot auskommt – ein übergewichtiger Pessimist streift durch New Orleans und legt sich mit seinen Mitmenschen an –, sondern auch, weil sein Humor eventuell wirklich nicht auf die Leinwand übertragbar ist. Eicke hat mit spürbarem Enthusiasmus recherchiert, Interviews geführt und Protagonisten zum Reden über ihr Scheitern gebracht. Ein filmhistorisches Buch, das vermutlich in John Kennedy Tooles Sinne gewesen wäre.
