Eine Talkshow wird von teuflischen Kräften heimgesucht.
Der Fernsehmoderator Jack Delroy befindet sich beruflich wie privat in einer verhängnisvollen Abwärtsspirale. Die Einschaltquoten seiner abendlichen Talkshow befinden sich seit geraumer Zeit auf einem Tiefstand. Zudem ist seine Frau völlig überraschend an Krebs erkrankt, ihr früher Tod ist ein Schicksalsschlag, der Delroy völlig aus der Bahn zu werfen droht. Einige Jahre zuvor, zu Beginn der Siebziger, sah alles noch ganz anders aus. Delroys Late-Night-Show mit dem Titel „Night Owls“ erfreute sich bald nach ihrem Start großer Beliebtheit, seine Karriere verläuft steil nach oben. Doch das Programm verliert nach und nach immer mehr an Zuspruch, nach dem Tod seiner Frau zieht sich der schwer angeschlagene Moderator überhaupt aus der Fernsehwelt zurück. Nach einigen Wochen rappelt sich Jack Delroy aber wieder auf, kehrt zu „Night Owl“ zurück und plant einen Überraschungscoup, um die Show wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Zu Halloween 1977 soll die Sendung ganz im Zeichen des Okkulten stehen, zu diesem Zweck hat Delroy einen Mentalisten und ein junges Mädchen, einzige Überlebende einer Sekte, deren Mitglieder einem Massenselbstmord zum Opfer fielen, eingeladen. Doch was als unterhaltsamer Quotenbringer gedacht war, gerät außer Kontrolle, übernatürliche Kräfte höllischer Natur scheinen tatsächlich ihr Unwesen im Studio zu treiben.
Das australische Regieduo Cameron und Colin Cairnes wählt einen Kunstgriff für Late Night with the Devil. Ihre Inszenierung gibt vor, bei dem gezeigten Material handle es sich um Found Footage in Gestalt einer Aufzeichnung besagter Halloween-Sendung samt Szenen hinter den Kulissen, die mitgefilmt wurden und einen erweiterten Einblick in den Verlauf jenes berüchtigten Abends geben. Detailgenau wird dabei die (Fernseh)-Welt der siebziger Jahre rekapituliert, um „Night Owls“ ein stimmiges Erscheinungsbild zu verleihen. Den Brüdern Cairnes gelingt dabei ein ganz spezielles Period Piece, das zu einem nicht unwesentlichen Teil den Charme von Late Night with the Devil ausmacht. Die diversen Schreckgespenster, die sich im Verlauf der Show manifestieren werden, ohnehin mit einem Augenzwinkern in Szene gesetzt (obwohl es streckenweise schon recht deftig zur Sache geht). Wiederholt finden sich auch geschickt eingebaute Querverweise an stilbildende Filme aus den siebziger Jahren wie etwa William Friedkins The Exorcist, an denen Horror-Aficionados ihre Freude haben werden. Late Night with the Devil erweist dabei der Lust, sich in Angst und Schrecken versetzen zu lassen, eine liebevolle Reverenz.
