Die junge deutsche Schauspielerin Charlotte Taschen lebt seit zwei Jahren in Los Angeles und arbeitet mit großem Ehrgeiz an ihrer Karriere
Sie ist vielseitig, voller Leidenschaft für das, was sie tut, sie sieht blendend aus – und sie trägt einen berühmten Nachnamen. Charlotte Taschens Vater Benedikt ist der Gründer jenes legendären Kunstbuchverlags, der im Ruf steht, die schönsten Bildbände der Welt zu produzieren. Eine gewisse Affinität zu den Künsten hat die junge Frau aus Köln also wohl schon von zuhause mitbekommen. Nach ersten Erfahrungen mit Jugendtheater leckte sie Blut und begann mit professionellem Schauspieltraining. Trotz kleiner Fernsehauftritte und der Mitwirkung in Kurzfilmen entschied sie sich aber zunächst doch für das bodenständige Studium der Volkswirtschaft. Der Grund dafür, so Taschen: „Ich wollte bloß nicht einer von den Millionen Teenagern sein, dessen großer Traum es ist, Schauspieler zu werden. Deswegen konnte ich mir diesen inneren Wunsch nicht eingestehen und habe versucht, ihn zu unterdrücken.“
Doch das klappte nicht, die Liebe zum Schauspiel obsiegte. 2011 ging Taschen, nachdem sie bereits einige Jahre im Ausland verbracht hatte, nach Los Angeles und besuchte dort ein Jahr lang das ebenso renommierte wie legendäre „Lee Strasberg Theatre and Film Institute“. Der Unterricht in Method Acting – eine Methode, mit der auch Legenden wie Marlon Brando oder Paul Newman das Handwerk erlernten – faszinierte sie von Anfang an: „Die wohl bekannteste Übung ist die morgendliche Kaffeetasse. Relativ schnell habe ich gespürt, worum es eigentlich geht: Konzentration aufzubauen, ein Bewusstein für den Körper zu entwickeln, die Sinne zu schärfen und ehrlicher mit sich selbst zu sein.“ Taschen ist besonders vom handwerklichen Aspekt des Schauspielberufs angetan, bei Castings vertraut sie jedoch lieber auf innere Stärke als auf Technik: „Bei Castings bin ich besonders dann gut, wenn ich versuche, ich selbst zu sein, wenn ich gelassen, cool und selbstbewusst rangehe. Aber wie so oft ist das Einfachste das Schwierigste.“ Eine der wichtigsten Lektionen für die schlanke Brünette – die neben Yoga, Ballett und Motorradfahren auch Boxen, Kung Fu und Taekwondo beherrscht – war es jedoch, mit Fehlschlägen und Kritik umgehen zu lernen und sich nicht unterkriegen zu lassen: „Ich habe mir eine dicke Haut zugelegt.“
Die Sicherheit, die man an einer Schule habe, gäbe es im „echten“ Leben einer Schauspielerin jedoch nicht; nie wisse man genau, was einen am nächsten Tag erwarte. Für Rückhalt sorgt ihre Familie – außerdem ist sie verliebt, wie sie freudig erzählt. Und noch immer lebt sie voller Begeisterung in Los Angeles, „eine Stadt, in der man früh aufsteht“. Was sie an L.A. besonders begeistere, sei, dass es „unzählig viele Projekte gibt, an die man zum Teil auch ohne Agenten gut rankommen kann. Innerhalb eines Jahres habe ich an schon fast ein Dutzend Produktionen mitgewirkt: insbesondere Kurzfilme aber auch Webserien und Commercials. Ich hatte das Glück, mit ein paar sehr talentierten jungen Filmemachern zu arbeiten, die zum Teil selber noch Studierende oder Absolventen von einer der renommierten Filmschulen USC, UCLA oder AFI sind.“
Charlotte Taschens Lieblingsschauspieler sind Philip Seymour Hoffman und Natalie Portman, die sie ihrer Vielseitigkeit wegen bewundert. Als ihre größte Stärke bezeichnet Taschen – neben einer perfektionistischen Ader – paradoxerweise ihre Verletzlichkeit: „Dadurch habe ich einen guten Zugang zu meinen Emotionen.“
Taschens Output ist mittlerweile beständig angewachsen. Noch sind es relativ kleine Rollen, die sie übernimmt, doch es wäre keine Überraschung, wenn ihr bald der Durchbruch gelingt. Das Potenzial ist jedenfalls vorhanden – das spürt man.
