Im Pilotprojekt Viennale ray Talent Press berichten Schülerinnen und Schüler der Oberstufen des Wiedner und des Rainergymnasiums sowie der Sir-Karl-Popper-Schule auf www.ray-magazin.at von der Viennale 2013. Unterstützt von erfahrenen Filmkritikerinnen und Filmkritikern können sie Filme sehen, in unterschiedlicher Form darüber schreiben, mit Filmschaffenden diskutieren und auf diese Weise verschiedene Seiten eines Filmfestivals kennenlernen. Betreut wird das Projekt von Alexandra Zawia, von der auch die Idee stammt, von Andreas Ungerböck und von Christian Holzmann.
Soshite chichi ni naru ist ein toller Film. So einfach. Er handelt darum, dass zwei Söhne nach ihrer Geburt im Krankenhaus vertauscht werden und bei der jeweils anderen Familie sechs Jahre lang aufwachsen. Der eine bei sehr wohlhabenden, disziplinierten und etwas überambitionierten High-Society-Eltern, der andere bei einer Familie, die einen kleinen Lebensmittelladen hat und mit ihren Kindern am Wochenende Drachensteigen fährt. Der Versuch, die beiden Kinder wieder zurück zu tauschen, bringt einige Probleme mit sich, und die Vorstellung, das „Blut“ wieder zusammenführen zu müssen, geht nach hinten los.
Die Musik wird nur von einem einzelnen Klavier gespielt und wirkt so künstlich und „aus Plastik“, wie die aufgesetzte japanische Art, mit der die Hauptdarsteller miteinander umgehen – großartig. Koreeda Hirokazu baut in diesem langsamen und ruhigen Film gekonnt seine Bilder, in denen er viel mit Licht und Schatten arbeitet, und erzählt eine spannende, traurige und stellenweise echt skurril wirkende Geschichte. Wirklich sehenswert!
