Viennale-Blog 12

Casa de mi padre

| Anna Theiretzbacher |

Der Film Casa de mi padre von Regisseur Matt Piedmont löst bei den Zusehern entweder schallendes Gelächter oder verständnislose Blicke aus. Die Geschichte könnte aus einer schlechten Nachmittags-Seifenoper stammen. Der Schauspieler Will Ferrell spielt Armando Álvarez, den Sohn eines reichen Ranch-Besitzers. Dieser konkurriert mit seinem Bruder Raúl, einem Drogendealer, der in den Augen des Vaters aber immer noch der Bessere und Ehrbarere der beiden ist. Gestritten wird nicht nur um die Liebe des Vaters, sondern auch um die der schönen Sonja, welche zwar mit Raúl liiert ist, sich aber zu Armando hingezogen fühlt. Außerdem wird sie von ihrem Onkel, dem halb Mexico kontrollierendem Drogen-Mafia- Boss, genannt „la Onza“, begehrt. Dieser ist wiederum Raúls „Todfeind“.
Im Großen und Ganzen ein grotesker „Cowboy-Gangsterfilm“ auf Spanisch mit englischen Untertiteln und einigen Musicalnummern!
Will Ferrell, bekannt aus Filmen wie Anchorman oder Blades of Glory, spielt (wie fast immer) einen schrägen Antihelden. Dieser mutiert im Laufe des Filmes zu einem die „Bösen“ zur Strecke bringenden Frauenhelden.
Der Film sieht viel billiger aus, als er ist, und das mit voller Absicht. Schnittfehler verwirren den Zuseher, manchmal sind provisorisch bemalte Pappmaché-Felsen im Hintergrund zu sehen, und ein weißer Plüsch-Tiger spielt eine zentrale Rolle. Casa de mi padre ist ein super „Sonntagabend-Spaß“, den man nicht allzu ernst nehmen darf.
Der kalifornische Regisseur Matt Piedmont schrieb unter anderem für die Saturday-Night-Live-Show und arbeitete schon vor Casa de mi padre mit Will Ferrell zusammen. Außerdem wurde er 2011 für seinen Kurzfilm Brick Novak’s Diary beim Sundance Filmfestival ausgezeichnet.