Die Verachtung
Die Verachtung

LaCinetek

Arthouse-Juwelen

| Oliver Stangl |
Video-on-Demand für Gourmets: Mit LaCinetek lassen sich Meisterwerke der Filmgeschichte ins Heimkino holen.

In Frankreich feierte die Streaming-Plattform LaCinetek kürzlich ihren zehnten Geburtstag. Nun ist LaCinetek (von den Filmschaffenden Pascale Ferran, Laurent Cantet und Cédric Klapisch sowie dem Produzenten Alain Rocca gegründet) auch mit einem Abonnement in Österreich und Deutschland gestartet – mit einem Programm für Filmbegeisterte, die herausragendes Kino schätzen. Das Abo besteht aus rund 30 regelmäßig wechselnden Filmen, die sich aus redaktionell aufgearbeiteten Rubriken und Filmauswahlen zusammensetzen. Das Ausleihen einzelner Filme aus dem Gesamtkatalog von über 900 Titeln ist möglich. 

Zu den abwechslungsreichen Rubriken der Plattform gehören vierteljährliche Retrospektiven, die das Werk eines oder einer Filmschaffenden ergründen, thematische Schwerpunkte, eine monatlich wechselnde Carte Blanche von einem der über 135 an dem Projekt mitwirkenden Regisseurinnen und Regisseure, eine Auswahl an Schätzen des europäischen Kinos und ein bis zwei Filme des Monats, deren Entstehung und Bedeutung hervorgehoben wird.

Die Auswahl der im Abo enthaltenen Filme setzt sich aus den eingereichten Empfehlungen von renommierten Regisseurinnen und Regisseuren aus aller Welt zusammen; sie haben für LaCinetek jeweils eine Liste mit 50 Lieblingsfilmen zusammengestellt, die zu ihrer persönlichen Wunsch-Kinemathek zählen.

Der aktuelle Fokus, der noch bis 10. Juli läuft, hat sich einem der ewigen Themen in der Geschichte der Menschheit verschrieben: Liebe. Acht Filme erzählen von Sehnsucht, Schmerz und Glück. Dabei sind u.a. Liebe 1962 von Michelangelo Antonioni, Angst essen Seele auf von Rainer Werner Fassbinder oder Millennium Mambo von Hou Hsiao-Hsien. Filme als Reise durch verschiedene Jahrzehnte, Kulturen und künstlerische Handschriften.

Die nächsten Cartes Blanches umfassen so unterschiedliche Filmschaffende wie Chantal Akerman (noch bis 12. Mai), Cédric Klapisch (ab 2. Mai) und Martin Scorsese (ab 2. Juni). Von 1. Juli bis 1. August hat mit David Cronenberg einer der unkonventionellsten Regisseure des Weltkinos eine Carte Blanche: Gezeigt werden zwei Lieblingsfilme des kanadischen Body-Horror-Meisters (Wenn die Gondeln Trauer tragen von Nicolas Roeg und Augen ohne Gesicht von Georges Franju) sowie Cronenbergs eigene Romanadaption Naked Lunch. Von Juli bis Oktober gibt es einen Fokus zu einer der markantesten Strömungen der Filmgeschichte: Im Rahmen von „Nouvelle Vague“ stehen u. a. Truffauts Sie küssten und sie schlugen ihn, Godards Die Verachtung oder Rohmers Die Sammlerin auf dem Programm. 

Dazu passend zeigt die Programmschiene „3X“ von Juni bis August französische Filme mit der großen Romy Schneider: Das Mädchen und der Kommissar und Die Dinge des Lebens von Claude Sautet sowie Nachtblende von Andrzej Z˙ulawski. Unter den kommenden „Filmen des Monats“ finden sich im Juni Jim Jarmuschs lakonisches Schwarzweiß-Meisterwerk Stranger than Paradise sowie im Juli Jacques Tourneurs Horrorklassiker Katzenmenschen. Und ab 8. Mai lässt sich mit Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal „Fritz Langs Indien“ erkunden.

An großen Namen und Filmjuwelen herrscht also kein Mangel. Ein Jahresabo gibt es für 49 Euro und ein Jahresabo inklusive 12 Filmausleihen aus dem Gesamtkatalog von LaCinetek kommt auf 75 Euro. Geplant ist ebenfalls ein Angebot für unter 25-Jährige für 19 Euro pro Jahr.

Also dann: Augen auf, staunen und (wieder-)entdecken.
www.lacinetek.com