Sickfuckpeople ist eine Dokumentation über eine Gruppe heroinsüchtiger Jugendlicher in Odessa. Das ist, was ich mir zu diesem Film vorgestellt hatte, nicht mehr und nicht weniger,. Aber als ich in diesem Saal saß und mir den Film anschaute, bemerkte ich, es steckt eigentlich viel mehr dahinter. Der Regisseur Juri Rechinsky hat mit ihnen in diesem Keller gelebt, ihr Vertrauen gewonnen und sie gefilmt, bei allem was sie taten, darunter auch, wie sie sich gegenseitig in dem verdreckten, dunklen Keller, in dem sie leben, die Nadeln in den Arm stechen. Immer und immer wieder geht die Nadel im Kreis, zu jedem einzelnen Teenager.
Rechinsky hat ca. drei Jahre mit dieser Gruppe gedreht und sie begleitet, als sie aus ihrem Kellerloch hinausgekrochen sind auf der Suche nach einem normalen Erwachsensein.
Der Fokus liegt auf zwei jungen Menschen, die sehr durch ihre Abhängigkeit gelitten haben und auch schwere Folgen davon getragen haben. Ein Junge auf der vergeblichen Suche nach seiner Mutter und ein schwangeres Mädchen, das wegen ihrer Lebensumstände von ihren Schwestern gezwungen wird, ihr Kind abzutreiben.
Ich wusste, dass dieser Film kein leichtes Material werden wird, aber dass er mich so bedrückt, hätte ich nie erwartet. Ein Film, der einen zum Nachdenken anregt und einem die Schattenseiten der Realität dunkel vor Augen führt.
