„Jeune et Jolie“ von Francois Ozon
Dass das berüchtigte „erste Mal“ für Burschen wie Mädchen oft nachhaltige Veränderungen im Leben nach sich ziehen kann, ist ja allgemein bekannt. Besonders, wenn‘s nicht so toll war. Wie zum Beispiel bei Isabelle, einer französischen Jugendlichen, die im Alter von 17 Jahren von einem deutschen Touristen am Strand in Südfrankreich entjungfert wird. Aus einem merkwürdigen Geisteszustand heraus beschließt sie, neben der Schule, versteht sich, sich (in den High-Heels und in der Seidenweste ihrer Mutter) zu prostituieren – und langsam, aber sicher laufen die Dinge aus dem Ruder…
Mit Jeune et jolie bringt François Ozon einen provokativen Soft-Porno mit bissigen Dialogen und La Boum-Flair auf die Leinwand. Und noch dazu mit einer mehr als nur attraktiven Hauptdarstellerin. Ohne Scham zeigt Ozon eine andere, ungewohnte Seite der Prostitution. Die junge Isabelle, nach gewissen Startproblemen, beginnt ihr neu gewähltes Metier geradezu zu genießen. Fragwürdige sexuelle Erfahrungen beginnen die junge, schöne Französin auf eine fremdartige Weise zu faszinieren. Was als einfacher Weg Geld zu verdienen anfing, endet in einer Form von Sucht. Jeune et jolie ist ein ungewohnter Zugang zur Verwirrung der jugendlichen Sexualität, der auf gekonnt französische Art unterhält.
