Ein Western der Postmoderne als limitiertes Steelbook
Regisseur Lawrence Kasdan schrieb Drehbücher für die „Star Wars“- und „Indiana Jones“-Reihen – sein Furioso-Stil setzt sich in Silverado fort, ein Film, der Stoff aus zahllosen Vorgängern zur Anthologie so verdichtet zitiert, dass man von einem „Western der Postmoderne“ sprach: Kasdan habe den Krieg der Sterne in den Wilden Westen gebracht.
Nachdem Clint Eastwood sich mit Pale Rider (1985) auf den einsamen Cowboy rückbesonnen hatte, verpasste Silverado mit Tempo, Handlung, Motion dem Genre ein neues Design, doch diese moderne Wiederbelebung hatte ihren Preis: „Im klassischen Western war eben das die grundlegende Einheit“, schrieb die „SZ“ 1986: „Einer schlug sich durch, um sich oder gar eine ganze Stadt vom Bösen zu befreien, um etwas zu erringen, was das Leben lebenswert macht. Eben das war der amerikanische Traum: daß alles möglich ist, wenn man bereit ist, die nötigen Opfer zu bringen; der Kampf als Voraussetzung für ein richtiges Leben.“ Das wird hier eher behauptet als an den Figuren entwickelt, motiviert; die Moral erscheint wie „historisierendes Rollenspiel“, den Idealen mangelt es an Überzeugung. Dafür lässt dieser „klassische Western“ zu viel Ironisierung für seine Genreklischees anklingen.
Nach einem Wahnsinnsfeuerwerk als Introduktion sammelt der Lonesome Rider drei raue Einzelgänger um sich, mit viel Gag-Potential, zum Showdown auf der Main Street des Ortes Silverado kommt das Quartett wieder zusammen, um dem naturgemäß korrupten Sheriff und den finsteren Clan des Viehbarons den Garaus zu machen. Gedreht wurde im Herbst und Winter in den Sandwüsten, Prärien und Schneeweiten von Arizona und New Mexico, Teile wurden auf dem Gebiet der Ghost Ranch aufgenommen, wo Georgia O’Keeffe (1887–1986) gerne malte. Das schön aufgemachte Steelbook (4K+BR) bietet interessantes Bonusmaterial.
