The End of Oak Street

Filmstart

The End of Oak Street

| Pamela Jahn |
Auch Dinosaurier können Anne Hathaway derzeit nichts anhaben.

Sackhüpfen, Wasserbomben, Barbecue – in der idyllischen Oak Street liegt das Vergnügen auf der Straße. Ein Nachbarschaftsfest sorgt für ausgelassene Stimmung, nur Greg Platt (Ewan McGregor) und seine Frau Denise (Anne Hathaway) streiten sich. Er will eine extra Schicht einschieben, noch ein paar Pizzen ausliefern, um zusätzliches Einkommen für die Haushaltskasse zu generieren. Sie ist genervt, weil der Tag als Familienevent geplant war. Bei dem Paar kriselt es schon länger, sodass Brian (Christian Convery) seine ältere Schwester Audrey (Maisy Stella) ängstlich fragt, ob sie glaubt, die Eltern könnten sich trennen. Sie verneint, vorerst.

Lange dauert es dann auch nicht mehr, bis der wahre Horror über die prekäre Vorstadtidylle einbricht: Erst spielen das Klima und die Botanik verrückt. In der Nacht erschrecken seltsame Lichtstrahlen die Bewohner. Mehr lässt David Robert Mitchell sich kaum einfallen, um die Prämisse seines neuen Films voranzutreiben. Am nächsten Morgen hat er auf diese Weise die gesamte Nachbarschaft der Platts in die Kreidezeit zurückversetzt. Mitten im Dschungel, umgeben von tropischen Wäldern und Vulkanen, müssen die Menschen nun um ihr Überleben kämpfen. Denn die Heerschar von Dinosauriern, die plötzlich über alles herfällt, was sich bewegt, macht auch vor den harmlosesten Amerikanern nicht halt.

Mitchell geht in seinem vierten Spielfilm in die Vollen, wenn es um Retro-Spaß und Referenzen zu klassischen Monster-Movies geht. Sichtlich verliebt in die Ästhetik der späten 1970er und frühen 1980er Jahre lässt er seine Protagonisten unentwegt durch Vor- und Hintergärten rennen oder sich in Häusern verbarrikadieren, um vor den brutalen Kreaturen zu fliehen. Ungeniert erinnert der It Follows-Regisseur dabei an die Werke seiner Vorbilder wie Steven Spielberg, John Carpenter oder Alfred Hitchcock, kann in der eigenen Inszenierung jedoch nicht mit den ganz Großen mithalten. Dafür fehlt es The End of Oak Street an Originalität und Spannung. Zudem bleibt es allein Anne Hathaway überlassen, das emotionale Gewicht der Geschichte zu stemmen. Sie gibt alles dafür, die Familie zu retten. Doch im Schnitt dürfte ihr Auftritt hier zu den eher weniger erinnerungswürdigen gehören. Das derzeitige Leinwand-Revival der Schauspielerin verspricht in den kommenden Monaten noch einiges mehr.