Musicals von Rodgers und Hammerstein – Never Walk Alone

Never Walk Alone

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Eine DVD-Edition versammelt die filmischen Adaptionen des legendären Musical-Duos Richard Rodgers und Oscar Hammerstein.

Richard Rodgers (1902–1979) und Oscar Hammerstein (1895–1960) gelten nicht nur als maßgebliche Protagonisten der Goldenen Ära des Bühnen-Musicals, das kongeniale New Yorker Musikerduo folgte wie so viele andere Theaterkollegen auch dem Ruf Hollywoods. Aus dem Ausflug zum Film sollte zwar keine große Liebe enstehen und nur ein einziges originäres Filmmusical hervorgehen, die filmischen Adaptionen ihrer Broadway-Shows indes einige erstaunliche Ergebnisse zeitigen: Oftmals umrahmt von der musikalischen Leitung Alfred Newmans, eingebettet in die Szenerie Lyle R. Wheelers und fotografiert in breitem Technicolor, bilden ihre Lieder heute die Herzstücke einiger der außergewöhnlichsten Musicals der Nachkriegszeit.

Natürlich beruhte der Pakt mit Hollywood auf gegenseitigem Interesse: Der erfolgsverwöhnte Komponist Rodgers (der schon zuvor mit Lorenz Hart eine musikalische Partnerschaft eingegangen war) und der preisgekrönte Librettist Hammerstein wussten, dass in den 40er und 50er Jahren die breite Masse nach wie vor im Kino zu erreichen war, während das Kino selbst, ökonomisch unter Druck, jeden Erfolgsgaranten mit offenen Armen empfing – oder noch besser gleich zwei. Nun, ein halbes Jahrhundert später, kann Twentieth Century Fox, unter dessen Schirmherrschaft die Rodgers-und-Hammerstein-Musicals inszeniert wurden, eine umfangreich ausgestattete DVD-Edition veröffentlichen. Wie meinte Oscar Hammerstein einmal: „Ich will mich auf das Gute konzentrieren, weil ich Optimist bin.“

Eine Frage der Pastete: State Fair
USA 1945, Walter Lang
Text ~ Michael Pekler

State Fair ist ein besonderes Musical, und nicht nur deshalb, weil es das einzige blieb, das Rodgers und Hammerstein jemals direkt als Film schrieben. Bereits 1932 erschien der gleichnamige Roman von Philip Stong, an dem sich die damalige Fox Film Company umgehend die Rechte sicherte und bereits ein Jahr später – mit Janet Gaynor und Will Rogers in den Hauptrollen – die  erste von insgesamt drei Versionen in die Kinos brachte.

An Gaynor zu orientieren hatte sich, zumindest wenn es nach den Vorstellungen von Studioboss Darryl F. Zanuck ging, schließlich 1945 auch Jeanne Crain, neuer aufstrebender Star von 20th Century Fox. Kleines Problem dabei: Crain konnte nicht singen, jedenfalls nicht so gut, wie man (also Zanuck) es sich von ihr erwartete. Also kam Louanne Hogan die Ehre zuteil, die schöne Stimme hinter dem zugegeben sehr schönen Gesicht von Crain zu sein und nicht nur den bis heute unvergessenen Song It Might As Well Be Spring zu trällern (für Rodgers übrigens der einzige Oscar für das beste Lied). Denn das konnten Rodgers und Hammerstein im Schlaf: Einzelne Songs derart geschickt aufzubauen, immer wieder aufleben zu lassen und zu variieren, bis sie wenige Tage nach der Premiere jeder Gassenjunge pfeifen konnte.

Doch Walter Langs Version ist in mehrfacher Hinsicht von Interesse: Es ist – wie schon zwölf Jahre zuvor – die Idealisierung des ländlichen Amerika in Zeiten der Krise, wenn Vater, Mutter und die gerade erwachsen werdenden Kinder in Iowa mit dem Wohnwagen zum Jahrmarkt aufbrechen. Die Eltern nehmen an Preiskämpfen um den besten Zuchteber und die besten eingelegten Essiggurken teil, während Sohn und Tochter die Liebe und das damit verbundene Leiden kennen lernen. Dass Lang die wirkliche Inspiration für dieses Szenario fehlt und sich gerne immer wieder mal von Minnellis Meet Me in St. Louis inspirieren lässt, stört überraschenderweise gar nicht, wird einem doch einmal mehr die zu dieser Zeit kompakte Ensembleleistung des Studios – das im Gegensatz etwa zu MGM keine eigene Musicalabteilung unterhielt – vor Augen geführt (die wirklichen Chefs am Set sind ohnehin Art Director Lyle R. Wheeler, einer der besten seines Faches, und der entsprechende Technicolor-Verantwortliche).

Was von State Fair heute bleibt, sind märchenhaft gemalte Hintergründe, ein Familienwohnwagen, der bis obenhin mit herrlichen Kirschkleidern für Jeanne Craine gefüllt sein muss, und der große Donald Meek in einer Nebenrolle als Preisrichter: Niemand kann sich bei einer Pastetenfüllung mit Brandy besser schmatzend verköstigen als er.

Kein Platz für Widersacher: Oklahoma!
USA 1955, Fred Zinnemann
Text ~ Mike Beilfuß

In einer der stärksten Szenen des Films spielt Rod Steiger, seine bekannteste Rolle wohl die des Komarovsky in Dr. Zhivago, den eigentlichen Star Gordon MacRae an die Wand.

In völligem Widerspruch zum überbordenden Technicolor des Films ist die in einem engen Zimmer spielende Szene in schattig-düstere Gelbkomponenten getaucht und verleiht den Unterschieden zwischen den beiden, um dieselbe Frau buhlenden Charakteren eine ungemeine dramaturgische Schärfe: Der ohnehin schon physisch überwältigend präsente, damals 30-jährige Steiger spielt nicht nur den Prototypen des arbeitswütigen, aber von Selbstzweifeln geplagten amerikanischen Einwanderers – er lebt ihn. Gordon MacRae hingegen spielt seinen Part als smarter, von allen geliebter Cowboy zwar mit Charme, aber die schauspielerischen Mängel sind unübersehbar. Ursprünglich im Gespräch für die Rolle des smarten Cowboys waren auch James Dean und Paul Newman.

Oklahoma! ist die erste Verfilmung eines Musicals des Duos Rodgers und Hammerstein überhaupt und bekam gleich vier Oscar-Nominierungen, die beiden einzigen Oscars gewann jedoch die Musikabteilung für den besten Sound und die beste Musik. Der Soundtrack zur Musicalverfilmung hat sich nicht nur öfter verkauft als die Musik zum originalen Broadway-Musical  aus dem Jahr 1943, sondern entwickelte sich zu einem der größten Filmmusik-Verkaufsschlager aller Zeiten. Auch für Fred Zinnemann (High Noon) war Oklahoma! die erste Regiearbeit an einem Musical, das für damalige Verhältnisse ein geradezu astronomisch hohes Budget von 6,8 Mio. Dollar hatte. Vermutlich ist es allein der Inszenierungskunst Zinnemanns zu verdanken, dass der Film nicht gänzlich ins amerikanische Klischee abrutscht.

Oklahoma! schließt, wie er begonnen hat: mit dem vom Helden eingesungenen Evergreen What a Beautiful Morning. Alle sind glücklich, nur einer ist tot: der Widersacher. Natürlich. Er hat in dieser Welt des Glücklichseins und der Unkompliziertheit aller Charaktere nichts zu suchen. In der ursprünglichen Version hätte Steiger noch den Song Lonely Room singen dürfen, in dem er bittere Ressentiments und tiefe Depressionen erklärt. In diesem Film war dafür leider kein Platz. Zum Glück hat wenigstens Zinnemann dieser Figur inszenatorisch den Raum gegeben, den sie verdient.

Es ist letztlich in erster Linie die widersprüchliche und tragische Figur Rod Steigers, die diesem amerikanischen Heimatfilm zwischen Liebeleien und Sesshaftwerdung die nötige Authentizität und Kraft gibt. Eine wahrhaft große Leistung.

Hoffnung im Herzen: Carousel
USA 1956, Henry King
Text ~ S. Ilona Rieke

„When you walk through a storm, keep your chin up high …” Egal ob als Hymne britischer Fußballfans, Sing-Along amerikanischer Highschoolabgänger oder als musikalische Untermalung unzähliger Festivitäten weltweit, You’ll Never Walk Alone ist einer der ganz großen Songklassiker, die seit ihrer Erschaffung in vielen Ländern einen Weg ins kollektive kulturelle Gedächtnis gefunden haben. Seinen Ursprung hat das Stück im Rodgers und Hammerstein-Broadway-Musical Carousel, das 1956 – elf Jahre nach der Uraufführung – unter der Regie von Henry King auch seinen Weg auf die Kinoleinwand fand. In den Hauptrollen glänzten Gordon MacRae und Shirley Jones, die spätestens seit der Verfilmung von Oklahoma! als Traumpaar galten. Carousel, ursprünglich basierend auf einem Theaterstück von Ferenc Molnár, ist in vielerlei Hinsicht düsterer als die meisten Musicalstoffe, auch wenn die berührende und tragische Liebesgeschichte um Billy Bigelow und Julie Jordan in der Filmversion einen positiveren Anstrich verliehen bekam.

Trotz allem lässt auch der Film den Schausteller und Frauenschwarm Billy Bigelow als gebrochenen Helden erscheinen, der die Liebe zu seiner Frau, der schönen und starken Arbeiterin Julie, und ihrer gemeinsamen Tochter Louise erst 15 Jahre nach seinem Tod auszudrücken vermag, nachdem er die Chance erhält noch einmal für einen einzigen Tag auf die Erde zurückzukehren. Im Gegensatz zu der oft tragischen Handlung, in deren Verlauf Billy unzählige Male an sich selbst zu scheitern droht und im Affekt sogar die Hand gegen Julie und Louise erhebt, steht die bestechend farbenfrohe Optik und detailverliebte Ausstattung des Films. Auch die perfekt choreographierten Tanzszenen mit ihren Gruppengesängen – das beschwingte June is Bustin’ Out All Over, das ausgelassene Real Nice Clambake – schlagen zwischenzeitlich einen leichten, unterhaltsamen Ton an. Gerade durch diesen Kontrast gewinnen die Duette und Sologesänge von Gordon MacRae und Shirley Jones eine noch größere emotionale Tiefe.

Die erste Liebesszene im Park fängt die Beziehung von Billy und Julie in ihrem gemeinsamen Song If I Loved You bestechend genau ein, unterstützt von der sensiblen Inszenierung, die das Gespräch zwischen den beiden langsam in den Song einmünden lässt. Letztendlich ist es stets die Musik, die die Hoffnung im Film immer wieder erneuert – nicht zuletzt im großen Finale, als selbstverständlich You’ll Never Walk Alone die Möglichkeit einer positiven Zukunft eröffnet. Rodgers und Hammerstein selbst bezeichneten Carousel als ihre beste Zusammenarbeit. Kein Wunder, denn die Geschichte die das Musical bzw. der Film erzählen, ist so zeitlos schön, wie der berühmte Song, der zu ihr gehört: „Walk on, walk on with hope in your heart and you’ll never walk alone, you‘ll never walk alone…”


Der kahle Sänger: The King and I
USA 1956, Walter Lang
Text ~ David Serong

Wer von The King and I redet, der redet auch von Yul Brynner, dessen Hauptdarsteller. Geboren in Wladiwostok am entferntesten Winkel der Alten Welt; Sohn einer russischen-jüdischen Mutter und eines Ingenieurs mit Wurzeln in der Schweiz und der Mongolei. Über China und Frankreich kam er in die USA, wo er schließlich Schauspieler wurde. Als ob diese Herkunft nicht schon spannend genug wäre, nannte er sich selbst Taidje Khan und behauptete gerne, er sei Nachfahre mongolischer Herrscher. Weil ihm schon früh die Haare ausfielen, rasierte er sich gleich den ganzen Schädel kahl. Ein genialer Schachzug für seine Karriere, wie sich herausstellen sollte. Seine schimmernde Glatze und seine tiefe und charismatische Stimme wurden zu seinem Markenzeichen. Und die Rolle des König Mongkut von Siam in Rodgers’ und Hammersteins The King and I war seine Paraderolle; er sollte sie insgesamt 4.626 Mal spielen. Schon als das Musical am 29. März 1951 am Broadway Premiere feierte, spielte Yul Brynner den König. Es ging sogar soweit, dass Komponist und Librettist die Rolle des Königs für Brynner geschrieben hatten, wissend, dass ihr Hauptdarsteller kein originärer Sänger war. Die sängerisch aufregendsten Stücke werden deshalb auch von Nebenfiguren gesungen, denn auch die Premierendarstellerin der Anne Leonbowens, Gertrude Lawrence, war keine Sängerin. Den beiden sind dennoch schöne Songs gelungen, zum Beispiel I Whistle a Happy Tune, Shall We Dance, The Small House of Uncle Thomas (Onkel Toms Hütte als asiatisches Ballet) und natürlich A Puzzlement, das der König selbst singt.

Im Film von Regisseur Walter Lang spielt Deborah Kerr die weibliche Hauptrolle, für den König war Marlon Brando vorgesehen, der allerdings aus terminlichen Gründen absagen musste. Ein Glücksfall, denn nun musste man auf den Broadway-Darsteller Brynner zurückgreifen. Brynner spielt die Rolle des zwischen Tradition und Fortschritt, zwischen seinem konservativem Umfeld und seiner Zuneigung zu der englischen Lehrerin seiner Kinder hin und her gerissenen König mit einem Augenzwinkern, was nur scheinbar sein hartes Äußeres und die Härte seiner Rolle konstrastiert. Der Film zeichnet sich auch durch seine spannende Ausstattung, hervorragende Kostüme und gut inszenierte Musik (hier zeichnete Alfred Newman verantwortlich) aus, der letztendlich entscheidende Höhepunkt ist aber die Performance Brynners, der für diesen Film zurecht einen Oscar, seinen einzigen, erhielt; einen von insgesamt fünf für The King and I.

Haarshampoo gegen Männer: South Pacific
USA 1958, Joshua Logan
Text ~ Michael Pekler

Dass Joshua Logan, der seit Mitte der 30er Jahre am Broadway inszenierte, die Filmregie bei South Pacific übernahm, daran führte bei dieser für damalige Verhältnisse sündteuren Produktion vermutlich kein Weg vorbei. Denn Logan, der das Rodgers und Hammerstein-Stück schon 1949 auf die Bühne hievte – und das über zweitausend Mal am Broadway aufgeführt werden sollte –, arbeitete mit Hammerstein sogar schon gemeinsam an der Vorlage.

South Pacific schildert vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs im Pazifik mehrere parallele Schicksale, zuvorderst jenes einer jungen Krankenschwester (Mitzi Gaynor) und eines verwitweten französischen Plantagenbesitzers (Rossano Brazzi, Stimme: Giorgio Tozzi), deren Liebe durch angelernte Rassenvorurteile – der Franzose war in früheren Jahren mit einer Polynesierin verheiratet und hat aus dieser Ehe zwei Kinder – zerbricht. Doch am mediokren Eindruck, den South Pacific heute hinterlässt, ist weder die zeittypische Erzählung verantwortlich, noch der Regisseur von Filmen wie Bus Stop oder Sayonara, der hier bei der filmischen Adaptierung seines eigenen Erfolgsstücks vornehmlich Bilder in epischer Breite auf die Leinwand knallt. Es sollte vielmehr wie so oft in erster Linie an den Produktionsbedingungen liegen, denen offensichtlich die gesamte Crew diverse Fehlleistungen schuldete. Das ambitionierte 65mm-Breitwand-Verfahren Todd-AO (entwickelt von Michael Todd und American Optical) kam wie schon bei Oklahoma! zum Einsatz, doch entgegen der Annahme, dass gerade der exotische Schauplatz des Südpazifik (gedreht wurde allerdings auf Hawaii) mit dem breiten Format und seinen sechs Tonspuren harmonieren würde, erwies sich als Irrtum: Die im Vergleich zu Zinnemanns Oklahoma! zumeist eher statische Kameraführung verstärkt den Bühnencharakter der Vorlage und lässt die Menschen mitunter vor den zahlreichen Außenaufnahmen wie Gefangene im Bild erscheinen (manchmal integriert Logan dieses Gefühl tatsächlich in seine Inszenierung, etwa am Beginn des Films, wenn die Matrosen wie Tiere in einem Käfig die Grenzen des Bildrands ausloten).

Doch in die Filmgeschichte eingegangen ist South Pacific durch seine eigenwillige und aus heutiger Sicht natürlich unfreiwillig komische Verwendung von Farbfiltern – vor allem bei den Gesangsnummern (Logan sollte dies als den größten Fehler seiner Regiekarriere bezeichnen): Kanariengelb färbt sich immer wieder der Himmel über der singenden Mitzi Gaynor, und beim bekannten I’m Gonna Wash That Man Right Outa My Hair wünscht man nicht die Männer vom Leib, sondern die Filter von der Linse. Dass die Songs von Rodgers und Hammerstein in diesem Umfeld dennoch erstaunlich gut zur Geltung kommen, liegt einmal mehr an der musikalischen Leitung von Alfred Newman, der wieder mit schönen Reprisen akustisch zusammenhält, was optisch auseinander fallen würde.

Postkartenidyll mit Wechselgesang:
The Sound of Music
USA 1965, Robert Wise
Text ~ Oliver Stangl

Der in den USA erfolgreichste Film der Jahre 1965, 1966 und 1967 (!) sowie Gewinner von fünf Oscars (u.a. Bester Film, Beste Regie), gilt nicht nur  in den Staaten als beliebtester Familienfilm überhaupt, sondern zieht auch heute noch eine große Fangemeinde in seinen Bann – weltweit treffen sich in Loden und Trachten gekleidete Fans, um beim gemeinsamen Betrachten des Films in Sentiment zu schwelgen und mitzusingen; DVD-Versionen beinhalten Karaoke-Modi und mehrseitige Booklets mit den Songtexten. Allein in dem Land, in dem er spielt, ist der Film nach wie vor so gut wie unbekannt; da half es auch nichts, dass die Volksoper im Jahr 2005 die Musicalversion zum ersten Mal auf eine österreichische Bühne brachte.

Die Story basiert lose auf der authentischen Geschichte der „singenden Familie“ Trapp, die in Deutschland bereits 1958 mit Hans Holt und Ruth Leuwerik verfilmt worden war: Julie Andrews spielt Maria, die hin- und her gerissen zwischen einem rebellischen Naturell und dem Wunsch, Nonne zu werden, sich als Gouvernante um die sieben Kinder des verwitweten, emotional vergletscherten österreichischen Offiziers Georg von Trapp (Christopher Plummer) kümmern soll. Mit Hilfe von Liedern und Wanderungen durch ein als Postkartenidyll eingefangenes Salzburg nimmt sie die Kleinen bald für sich ein und heiratet das Familienoberhaupt. Doch man schreibt das Jahr 1938 und Georg, ein überzeugter Österreicher, weigert sich, mit den Nazis zu kollaborieren; die Trapps fliehen über die Berge in die Schweiz.

Was ist es, das an dem überlangen und in vielen Aspekten schmalzigen Film heute noch überzeugen kann? Einerseits die imposante Kameraarbeit Ted D. McCords (allein die den Film eröffnenden Luftaufnahmen der Alpen verdienen es, auf der Leinwand gesehen zu werden) und Wises choreografisches Talent. In der Hauptsache ist es aber natürlich die Musik des Duos Rodgers und Hammerstein: Songs wie Do-Re-Mi, My Favourite Things oder der Titelsong geben Anlass zu von Orchesterklängen begleiteten Wechselgesängen zwischen Andrews und ihren Schützlingen und zeigen das Gespür von Rodgers und Hammerstein für eingängige Melodien. Mit Edelweiss, dem letzten Song, den er vor seinem Tod schrieb, schuf Hammerstein ein Lied, der von vielen Amerikanern ob seiner Mischung aus Rührseligkeit und Heimatverbundenheit für ein österreichisches Volkslied gehalten wird. Diesen Irrtum kann man getrost zu den größten (posthumen) Komplimenten zählen, die ein Komponist je erhalten hat.

 

Rodgers & Hammerstein
Musical Box


12 DVDs
Twentieth Century Fox Home Entertainment

State Fair / Jahrmarkt der Liebe
Regie Walter Lang (1945, Disc 1), José Ferrer (1962, Disc 2)
Mit Jeanne Crain, Dana Andrews, Dick Haymes (1945); Pat Boone, Bobby Darin, Pamela Tiffin (1962)
Sprachen Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 4.0)
Format 2,35:1
Bonusmaterial DVD 1: Audiokommentar von Richard Barrios und Tom Briggs, Vom Blatt, auf die Leinwand, auf die Bühne: Jahrmarkt der Liebe, Kinotrailer, Fotogalerien;
DVD 2: Audiokommentar von Pat Boone, Alte Bühnenauszüge: It Might As Well Be Spring gesungen von Mary Martin

 

Oklahoma!
Regie Fred Zinnemann
Mit Gordon MacRae, Rod Steiger, Shirley Jones
Sprachen Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 4.0)
Format 2,55:1
Bonusmaterial 
DVD 1: Kommentar von Ted Chapin und Hugh Fordin;
DVD 2: Todd-AO-Fassung von 1955, Kommentar von Shirley Jones und Nick Redman, Cinemascope versus Todd-AO, Das Wunder von Todd-AO, Der Durchmarsch von Todd-AO

 

Carousel / Karussell
Regie Henry King
Mit Gordon MacRae, Shirley Jones, Cameron Mitchell
Sprachen Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 4.0)
Format 2,55:1
Bonusmaterial DVD 1: Audiokommentar von Shirley Jones
und Nick Redman ;
DVD 2: Liliom (R: Fritz Lang, frz./dt. UT), Das Karussell beginnt sich zu drehen, Original-Bühnenauszüge, You’re A Queer One und If I Loved You von Jan Clayton und John Rait, Blow High, Blow Low von Cameron Mitchell, Wochenschau-Meldungen, Kinotrailer, Fotogalerien, Die Rodgers und Hammerstein-Kollektion

 

The King And I / Der König und Ich
Regie Walter Lang
Mit Deborah Kerr, Yul Brynner, Rita Moreno
Sprachen Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 4.0)
Format 2,55:1
Bonusmaterial  DVD 1: Audiokommentar von Richard Barrios und Michael Portantière, Karaoke;
DVD 2: Something Wonderful: Die Geschichte von Der König und Ich, Die Könige des Broadway, Der König und Ich (Bühnenversion), Der König der großen Leinwand, Das königliche Archiv, Anna und der König: TV-Pilot, Original-Bühnenauszüge: Getting to Know You und A Puzzlement mit Patricia Morison und Yul Brynner, Restauration von Cinemascope 55, Wochenschau-Meldungen, Kinotrailer, Fotogalerien, Die Rodgers und Hammerstein-Kollektion, Shall I Tell You What I Think of You

 

South pacific / Süd pazifik
Regie Josuah Logan
Mit Mitzi Gaynor, Rossano Brazzi, John Kerr
Sprachen Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 4.0) Format 2,20:1
Bonusmaterial DVD 1: Audiokommentar von Ted Chapin und Gerard Alessandrini, Karaoke, Kapitelübersicht der einzelnen Lieder;
DVD 2: Road Show Version, Making Of, 60 Minuten: Die Geschichten über den Süd Pazifik, Original Bühnenauszüge, Wochenschau-Meldungen

 

The Sound of Music
Regie Robert Wise
Mit Julie Andrews, Christopher Plummer, Richard Haydn
Sprachen Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Format 2,20:1
Bonusmaterial  DVD 1: Einführung durch Julie Andrews, Audiokommentar von Robert Wise, Julie Andrews und Christopher Plummer, Karaoke;
DVD 2: Dokumentation Die besten Momente: Julie Andrews blickt zurück, vier Featurettes