Wie im ersten Kiriku-Film erklärt der schnellste Junge Westafrikas den Großen ein bisschen die Welt.
Der kleine Kiriku ist nicht nur wieselflink beim Laufen, sondern auch ganz schnell mit dem Köpfchen. Die 75 bezaubernd unkitschigen Minuten von Kiriku und die wilden Tiere sind in vier lose aufeinander aufbauende Episoden unterteilt. Die ersten beiden – Die schwarze Hyäne und Der wilde Büffel – beschäftigen sich in erster Linie mit dem beschwerlichen Alltagsleben von Kirikus Stamm. So geht es um landwirtschaftliche Arbeit, den Schutz vor gefährlichen Tieren und das Erlernen eines neuen Handwerks. Dabei sind die kurzen Geschichten zu diesen auf den ersten Blick eher trockenen Themen so phantasievoll und abwechslungsreich erzählt und vor allem mit authentischer Musik versehen, dass das Anlegen eines Gemüsebeets so spannend wie eine ausufernde Verfolgungsjagd wirkt.
In den beiden anderen Episoden – Die stolze Giraffe und Die giftige Blume – geht es dann wieder um die böse Zauberin Karaba und ihre gefährliche Fetisch-Armee. Musste der kleine Westafrikaner schon im ersten Film Kiriku und die Zauberin sein Dorf vor dem Fluch der bösen Hexe Karaba retten, so hat es Karaba immer noch auf den kleinen Wicht abgesehen. Kiriku kann sich einfach nicht erklären, warum diese Frau so böse ist. Und überhaupt beschäftigen ihn viele (existenzielle) Fragen. Genau wie der erste Film von Michel Ocelot aus dem Jahr 1998 ist auch Kiriku und die wilden Tiere wieder eine gelungene Mischung aus anspruchsvollen und detailreichen Zeichnungen sowie kindgerecht, aber spannend erzählten Anekdoten und kurzen Märchen. Vor allem für die noch ganz kleinen Kinogeher ist das Leben des „schnellsten Jungen aus Westafrika“ sicher aufregend genug und vielleicht die beste Empfehlung für den allerersten Kinobesuch.
Die Figur des Kiriku hat den Autor und Regisseur Michel Ocelot, dessen neuester Animationsfilm 1001 Nacht – die Geschichte von Azur und Asmar letztes Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes uraufgeführt wurde und demnächst ins Kino kommt, nach dem Erfolg der ersten Abenteuer seines kleinen Helden offensichtlich nicht losgelassen. Manchmal kommt dadurch sogar etwas Gutes heraus wie bei dieser Zweitauflage.
