688 Berliner Juden werden im Jahr 1943 nach Auschwitz deportiert. Ein Fluchtversuch wird zum Hoffnungsschimmer.
Es sind Bilder, die immer wieder unfassbar erscheinen. Bilder von Menschen, die auf dem Weg in die Konzentrationslager des Dritten Reiches wie Vieh in einen Eisenbahnwaggon gepfercht werden. Der Letzte Zug erzählt von der sechs Tage dauernde Fahrt, die eine Gruppe von Menschen erleiden muss, die zunächst nur das gemeinsame Schicksal verbindet, Opfer des Rassenwahns der Nationalsozialisten zu sein. Erzählt dabei von den unerträglichen Zuständen im Verlauf dieses Transports, wo selbst überlebensnotwendiges Wasser zum Luxusgut wird, das man sich nur durch Bestechung polnischer Bahnarbeiter beschaffen kann.
Dazu kommt noch die ständige Todesangst vor der Brutalität der mitfahrenden SS-Wachen, personifiziert durch die Figur des Obersturmführers Crewe, einem Prototyp des unmenschlichen Nazischergen, der mit sturem Kadavergehorsam alle ihm erteilten Befehle befolgt. es sind menschenunwürdige, grauenhafte Umstände, die dazu führen, dass einige der in dem Waggon eingeschlossenen Charaktere schon bald psychisch und physisch zu zerbrechen drohen. Der begrenzte Raum des Geschehens vermittelt dem Zuschauer eine Intensität dieses Schreckens, die nahe geht.
Das Regie-Duo Joseph Vilsmaier und Dana Vávrová versteht es, die individuellen Schicksale der Protagonisten (die mittels Rückblenden geschickt etabliert und dem Zuschauer näher gebracht werden) so zu verbinden, dass die Aussicht auf einen Fluchtversuch als gemeinsamer Kampf gegen den Tod der einziger Funke Hoffnung inmitten all dieser Gräuel bleibt. Es ist vor allem den souveränen schauspielerischen Leistungen des gesamten Ensembles, das mit der Intensität der Darstellungen zu beeindrucken weiß, zu verdanken, dass Der Letzte Zug ein Film geworden ist, der Authentizität und eine persönliche Note entwickelt. Ein eminent wichtiges Thema wird auf dabei auf eine angemessen zurückhaltende Weise aufgegriffen und gewinnt gerade dadurch noch mehr an Intensität.
