Pascal Bonitzers jüngster Film über intellektuelle Pariser im Beziehungsstress oszilliert zwischen Boulevardkomödie und Melodram.

Eine Beerdigung am Anfang, eine Beerdigung am Ende. Der Tod bildet Ausgangs- und Schlusspunkt von Made In Paris. Der preisgekrönte Drehbuchautor Pascal Bonitzer, der unter anderem als Autor für Jacques Rivette und André Techiné arbeitete, hat mit Made In Paris seine vierte Regiearbeit abgeliefert. All seine, von bissigen, geistreichen Wortgefechten voller Ironie durchzogenen Komödien handeln von den Irrungen und Wirrungen intellektueller Männer aus gehobenen Pariser Kreisen, die sich, selbstverschuldet, in einem Chaos der Gefühle wieder finden, aus dem sie nicht ohne Blessuren davonkommen.

In Made In Paris greift Bonitzer diesen Topos einmal mehr auf: Im Mittelpunkt steht der Verleger Hermann (Edouard Baer), der einen Roman des Schriftstellers Worms veröffentlicht, in dem dieser sein Liebesleben mit seiner früheren Lebensgefährtin Diane aufrollt. Diane, mittlerweile mit Hermann liiert, will sich das nicht bieten lassen und droht mit Klage. Genau in diese Situation platzt die psychotische Anne, Hermanns Ex-Freundin, die die Trennung von Hermann, obwohl mittlerweile mit ihrem ehemaligen Psychiater Antoine verheiratet, nicht zu verkraften scheint. Worms tut das Seinige, um Diane in Eifersucht zu versetzen. Und als auch noch Antoine auf den Plan tritt, und Diane sich mit ihm an Hermann für dessen vermeintlichen Treuebruch rächt, entspinnt sich ein verrücktes Verirr- und Verwirrspiel, nicht zuletzt ausgelöst durch vertauschte Mäntel und Handys …

Die Frage, ob und inwieweit man als Künstler das Leben anderer in sein Schaffen einfließen lassen darf, nützt Pascal Bonitzer lediglich als Aufhänger: Letzten Endes geht es um Beziehungsunfähigkeit, Trennungsängste und der daraus folgenden Haltung, die Liebe nur als Jux sehen zu wollen. Dass dies nicht ohne Gefahren vor sich gehen kann, wird vor allem anhand der Frauenfiguren deutlich, die sich wie Objekte von Mann zu Mann weiter reichen lassen. Durch Anne – meisterhaft dargestellt von Marina de Van, die auch am Drehbuch mitgeschrieben hat – erhält der Film eine düster-tragische, ja schaurige Komponente. „Nach dir bin ich gestorben“, sagt sie zu Hermann und wandelt gleich einer Untoten durch das Szenario. Ihre vollkommene Selbstaufgabe, die sie vor keiner Bloßstellung mehr zurückschrecken lässt, führt die Tragödie in der an und für sich unterhaltsamen Boulevardkomödie drastisch vor Augen.