Wir verstehen uns wunderbar

Wir verstehen uns wunderbar

| Alexandra Zawia |

Die perfekte Uneinigkeit zwischen Mann und Frau, Frankreich und England und einer verdrängten aber nicht vergessenen Liebe steht etwas verloren im Zentrum dieser Screwball-Komödie.

Männer kommen vom Mars, Frauen von der Venus, und die Engländer aus England”, witzelt der französische Starregisseur Louis Ruinard (Jean Rochefort) Culture-Clash-gemäß in einer Londoner Talkshow. Der einst für seine Dramen gefeierte und heute für seine seichten Komödien geliebte Ruinard soll ausgerechnet in London einen Preis für sein Lebenswerk abholen. Noch dazu aus den Händen der englischen Schauspielerin Alice d’Abanville (Charlotte Rampling), die vom Status seiner einstigen Muse und Geliebten zur Grande Dame des britischen Theaters avanciert ist, die aber kein Wort mehr mit ihm gesprochen hat, seit ihre Traumpaar-Beziehung vor 30 Jahren in Paris abrupt endete. Doch während der gealterte, aber keineswegs geläuterte Louis das überfällige Wiedersehen kaum erwarten kann, hat die gereifte und immer noch gekränkte Alice nichts als (herrlich) bissige Untergriffe für ihn parat. Zumindest vorerst.

Es ist dies der dritte Film von Regisseur Antoine de Caunes, der in Frankreich selbst ein bekannter TV-Moderator, Komödiant und Schauspieler ist. Nach dem Muster der Neo-Screwball-Komödie fängt Désaccord Parfait viel versprechend an, denn De Caunes zieht die Geschichte im charmanten Rahmen der ironischen Selbstreferenz auf. Der Vorspann ist, als stilvolle Collage in Szene gesetzt, eine Verbeugung vor der  Nouvelle Vague, mit Original-Helmut-Newton-Fotoaufnahmen Charlotte Ramplings. Rampling, damals selbst Muse, spielt hier die alternde Diva, Jean Rochefort ist das Alter ego von De Caunes, dem Komödianten, Schauspieler und Regisseur in Personalunion.

Doch bald wird das lockere, farce-ähnliche Gerüst  zu einem wabernden Klamauk-Mischmasch. De Caunes’ Regie und Drehbuch verwischen den potentiellen Wortwitz in dieser „Franglish“-Komödie. Viel Grundhumor liegt in der Dynamik der grandiosen Schauspieler Rampling und Rochefort. Ihnen ist es zu verdanken, dass man die thematisch stimmigen Anklänge der Reue über verpasste Gelegenheiten und der immer jugendlichen Intimität einer alten Liebe auch bemerkt. De Caunes spannt dagegen lieber den Bogen vom furzenden französischen Mops im englischen Landhaus über den platt karikierten US-Erdnuss-Unternehmer zu platten Schwulen-Klischees. So bleibt er der Selbstreferenz doch treu und vertraut auf seinen eigenen Running Gag: dem im Film so oft zitierten Oscar Wilde, der einmal meinte: „Das Publikum fühlt sich am wohlsten, wenn eine Mittelmäßigkeit zu ihm redet.