Zwei junge Frauen absolvieren in Jerusalem ihren Wehrdienst und wollen sich zwischen Patrouillen und Personenkontrollen so gar nicht dem gängigen Soldatenbild unterordnen.
Im Rahmen ihres Militärdienstes werden Mirit und Smadar zusammen auf Patrouille geschickt und bekommen einen Sektor zugeteilt, in dem sie täglich die passierenden Araber zu kontrollieren haben. Smadar ist es ziemlich unangenehm, die Taschen zu durchwühlen und nach den Papieren zu fragen. Und außerdem: Wie erkennt man denn Araber? Mirit hingegen sieht sich als wichtiges Mitglied des Militärs, das seine Aufgaben korrekt zu erfüllen hat. Eifrig füllt sie die Formulare aus, nimmt Personalien auf und hält sich an die Regeln. Von nun an reiben sich die beiden Frauen, ganz ihrem jugendlichen Alter entsprechend, zwischen Erwachsenenwelt und Mädchenpensionat. Auf diesem Niveau bleibt sich der Film denn auch durchgehend treu.
So sieht er also aus, der anhaltende Ausnahmezustand in Jerusalem. Die jungen Wehrdienstleistenden sind vor allem mit sich selbst beschäftigt, gängeln unangenehme Stubengenossinnen und werden nur am Rande mit den Konsequenzen konfrontiert, was denn passieren könnte, wenn … Die beiden Damen sind nun mal 18 Jahre alt, und wer sich hier etwa eine höchst dramatische Aufschlüsselung des israelischen-arabischen Konfliktes erwartet, liegt sicherlich falsch. Wer allerdings junge Damen in Militäruniformen goutiert, liegt richtig. Obwohl das ganze bei näherer Betrachtung nicht einmal unlogisch erscheint; in dieser Welt der militärischen Präsenz werden die jungen Frauen nicht ernst genommen, und sie revanchieren sich ihrerseits mit der Erfüllung des spätpubertären Bedürfnisses in einer männerdominierten Welt: Sie wollen den Männern gefallen. In einzelnen Szenenfolgen, in denen weniger die Kameraarbeit, sondern der Klangteppich in seiner grandiosen Einfachheit ein ganz eigenes, zusätzliches Bild komponiert, befinden sich die beiden Mädchen im Dilemma zwischen lästiger Pflichterfüllung und dem Sinn derselbigen. Gleichzeitig werden sie von ihren privaten Erlebnissen heimgesucht. Wie knüpft man Freundschaften, und in wen verliebt man sich als nächstes? Zurückweisungen und Fehlinterpretationen leisten ihr Übriges, bis in diese plappermäulige Welt dann doch der militärische Ernst eingreift und Mirit und Smadar sich nach einem Anschlag Verletzten und vor allem echtem Blut gegenüber sehen. Doch die Teenagernormalität gewinnt schnell die Oberhand, und wenn diese hier und da ein wenig bröckelt, so ist dies eher als Einladung zu verstehen, sich zu einem „was wäre, wenn“ Gedanken zu machen. Das Leben geht weiter, und junge Soldatinnen sind auch nur Mädchen.
