Filmkritik

3faltig

| Sabine Zeithammer |

Harald Sicheritz versammelt die Heilige Dreifaltigkeit zum apokalyptischen Stelldichein.

Es sei halt alles anders, als er es sich vorgestellt habe, erklärt Jesus, genannt Christl, die Entscheidung seines „Papa“, zu Silvester die Apokalypse hereinbrechen zu lassen, als er den Heiligen Geist zu Weihnachten besucht. Letzterer, genannt Hage, lebt seit 2000 Jahren unerkannt in Menschengestalt auf der Erde und ist von den Neuigkeiten gar nicht erfreut – soll doch sein gerade fertig gestelltes Musical bald uraufgeführt werden. Als Christl und Hage wegen der Tänzerin Mona und des Nachtclubbesitzers Friedl in allerlei Schwierigkeiten geraten, ist auch Christl mit dem von höchster Stelle geplanten Weltuntergang immer weniger einverstanden …

Harald Sicheritz‘ Komödie 3faltig zeichnet sich vor allem durch ein Merkmal aus: Wahnwitz. Was hier zusammengemischt wird, könnte – ausgenommen jene Bereiche, über die man lieber schweigen möchte (Stichwort: Musical) – Seiten füllen. Einige Punkte seien im Folgenden skizziert. Zunächst fällt die abenteuerliche Mixtur aus harmlos-blödelndem Humor à la Tramitz-Komödien mit dem derb-brutalen Tiefschwarz typischer Düringer-Filme auf.

Zusammen mit der Handlung, die sich in bemerkenswerter Konsequenz durch völlige Respektlosigkeit gegenüber Weihnachten, der Kirche, Gott, dem Heiligen Geist und Jesus auszeichnet, lässt diese Mischung 3faltig mitunter dem Bereich der schrägen, aber auch unbequemen Satire näher stehen als jenem der Komödie. Ja, sogar Jesus, der immer irgendwie gut wegkommt, ist hier zwar ein netter, aber dümmlicher junger Mann, der die Erde nach Beendigung seiner Aufgabe damals vor 2000 Jahren kaum mehr eines Blickes würdigte Damit schafft der Film es, das Publikum zum Nachdenken anzuregen: Wenn einem die „Idee“ Gott/Jesus nicht vollkommen gleichgültig und Sicheritz‘ Werk also kein Wasser auf gänzlich atheistischen Mühlen ist, sind kleine Szenen wie jene eines heilungsfreudig auf eine verschnupfte Frau zusteuernden Jesus, der mit einem unfreundlich herausgeschrieenen „Verschwind’, du G’sindl“ vertrieben wird, für einen kurzen Moment sogar richtig traurig.

Eines ist sicher: In seiner ganzen seltsam-anarchischen, respektlos-bösen, klamaukhaft-seichten und gleichzeitig szenenweise doch sehr detailverliebten, einfallsreich-komischen, charmanten, irritierenden und mutigen Verrücktheit wird 3faltig die Gemüter spalten. Und das will ja auch schon etwas heißen.