Berlinale – Minamata

Berlinale

Berlinale: Alles neu

| Pamela Jahn |

Es ist immer faszinierend, ein Festival unter neuer Leitung zu beobachten. Für die Berlinale bedeutet die neue Führung im 70. Jubiläumsjahr jedoch eine doppelte Herausforderung: Einerseits gilt es, die geschätzten Traditionen zu bewahren, andererseits will man mit neuen Events und Sektionen frischen Wind in das unter Dieter Kosslick zuletzt leicht angestaubte Programm bringen.

Für seinen Auftakt hat sich der neue Künstlerische Leiter Carlo Chatrian unter anderem ein Sonderprogramm ausgedacht, bei dem jeweils zwei von insgesamt vierzehn Filmschaffenden (darunter sieben Berlinale-Preisträger) miteinander in Dialog treten, sowohl im Gespräch als auch auf der Leinwand. „On Transmission“, so der Titel des Programms, will die Kunst des Kinos erkunden. Diskutieren werden unter anderem Claire Denis und Olivier Assayas, Ang Lee und Kore-eda Hirokazu sowie Margarethe von Trotta und Ina Weisse.

Ebenfalls neu ist eine dritte kompetitive Berlinale-Sektion. Neben dem Wettbewerb und den Berlinale Shorts werden unter dem Titel „Encounters“ zukünftig Filme konkurrieren, die nach Ansicht des neuen Programmteams die Vitalität des Kinos in ihren diversen Formen präsentieren. In diesem Jahr sind es fünfzehn Arbeiten, die laut Chatrian jeweils für eine andere Art der Interpretation der filmischen Geschichte stehen und neue Welten gestalten, statt zu reproduzieren.

Eröffnet wird die Sektion mit Malmkrog, dem neuen Film von Cristi Puiu, und auch sonst verspricht die kluge Auswahl der Beiträge einige anregende Kinobesuche mit neuen Arbeiten von Victor Kossakovsky, Heinz Emigholz, Alexander Kluge und Josephine Decker. Die Hommage ist in diesem Jahr der britischen Ausnahmeschauspielerin Helen Mirren gewidmet. Bleibt abzuwarten, was der Internationale Wettbewerb zum 70-Jahre-Jubiläum des Festivals für Kritiker und Publikum bereithält. Auch in den traditionsreichen Reihen Forum und Panorama hofft man auf willkommene Überraschungen.

www.berlinale.de