Das Zürich Film Festival spürt großen Nachholbedarf für Kino. Eine Vorschau.
Mit dem Schweizer Geiseldrama Und morgen seid ihr tot wird am 23. September das 17. Zürich Film Festival eröffnet. Erzählt wird die wahre Geschichte eines Paares, das 2011 auf einer Reise in Pakistan von Islamisten entführt und acht Monate gefangen gehalten wird, bis ihnen spektakulär die Flucht gelingt. Spektakuläre Szenen der superlativen Art bietet standesgemäß James Bond, dessen 25. Abenteuer No Time to Die in Zürich zeitgleich mit London seine Weltpremiere feierte, bevor 007 zwei Tage später mit über einem Jahr Corona-Verschiebung weltweit in die Kinos kommt. Die Eidgenossen waren schnell, nach 20 Minuten waren die 1.300 Karten für die Premiere im Kongresshaus ausverkauft. Ohnehin lässt die Vorverkaufsstatistik einen sehr großen Nachholbedarf nach Kino vermuten: Mit 11.000 Tickets in den ersten zwei Stunden lag die Zahl doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die Cineasten scheinen das diesjährige Festival-Motto energisch umzusetzen: „Time to Fall in Love With Movies!“.
Im Programm von Zürich finden sich traditionell die aktuellen Sahnehäubchen von Cannes und Venedig. Darunter The French Dispatch von Wes Anderson, The Power of the Dog von Jane Campion, Maggie Gyllenhaals Regiedebüt The Lost Daughter oder The Hand of God von Paolo Sorrentino. Der italienische Meisterregisseur wird in Zürich mit dem A Tribute to… Award gewürdigt, den zuvor schon Wim Wenders, Olivier Assayas, Claire Denis, Michael Haneke oder Oliver Stone bekamen. Für ihr Lebenswerk werden Paul Schrader sowie Sharon Stone ausgezeichnet.
Österreich spielt im Nachbarland traditionelleine große Rolle auf der Arthaus-Leinwand. Nachdem im vorigen Jahr Hochwald mit einem Goldenen Auge ausgezeichnet wurde, gehen dieses Jahr diese Kandidaten an den Start: Große Freiheit von Sebastian Meise mit Georg Friedrich und Franz Rogowski. Die schwule Lovestory, zugleich bittere Angklagen gegen die Homosexuellen-Verfolgung im Nachkriegsdeutschland, wurde in Cannes bereits gefeiert. Andreas Schmied zeichnet in Klammer das Leben der Ski-Ikone nach. Last not least verbeugt sich Marcus Rosenmüller im Animationsfilm Willkommen in Siegheilkirchen vor Manfred Deix.
