Die Frau im Nebel / Decision to Leave / Heojil gyeolsim

Decision to Leave

Zeit der Zärtlichkeit

| Andreas Ungerböck |
Park Chan-wook gilt als einer der herausragenden Regisseure des Weltkinos. Mit „Decision to Leave“ hat der koreanische Filmemacher nun einen weiteren Meilenstein gesetzt.

Park Chan-wook, 1963 in Seoul geboren, gehört längst zu den führenden Autoren des globalen Kinos, was er anpackt (vielleicht mit Ausnahme seines Hollywood-Debüts Stoker, 2013), wird zu filmischem Gold. Nachdem er an der Sogang University in seiner Heimatstadt Philosophie studiert hatte, gründete Park einen Filmclub und arbeitete als Filmkritiker, ehe ihn der Ruf zum Filmemachen ereilte, und das – so will es die Legende –, nachdem er Alfred Hitchcocks Vertigo gesehen hatte. Seine ersten zwei Filme waren eher bescheidene Erfolge, mit Joint Security Area (2000) allerdings landete er schon einen ersten Blockbuster, der damals alle Rekorde brach. Anstatt einen handelsüblichen Militärfilm zu machen – es geht um einen dramatischen Zwischenfall an der heiklen Grenze zwischen Nord- und Südkorea –, inszenierte Park einen Film über Freundschaft und Loyalität zwischen Menschen, die „eigentlich“ Feinde sein sollten. Gut möglich, dass der Film von der alle paar Jahre heftig aufbrandenden Sehnsucht nach Wiedervereinigung der Halbinsel profitierte, aber sein Porträt von vier Soldaten (zwei aus dem Norden, zwei aus dem Süden) ist wirklich ganz außergewöhnlich. Wichtig ist auch, dass Park hier erstmals mit Song Kang-ho arbeitete, der spätestens mit seiner famosen Darstellung des Vaters in Bong Joon-hos Parasite auch international bekannt wurde. Und auch Lee Byung-hun, ein weiterer späterer Mega-Star des koreanischen Kinos, ist hier in einer frühen Rolle zu sehen.

Karriere
Während Joint Security Area vor allem ein koreanisches Phänomen war, machte Park Chan-wook bald auch international Furore: Sympathy for Mr. Vengeance (2002), Oldboy (2003) und (Sympathy for) Lady Vengeance (2005), im Nachhinein als „Rache-Trilogie“ tituliert, sorgten für Paukenschläge, vor allem Oldboy, in Cannes mit dem Grand Prix der Jury ausgezeichnet, hinterließ nachhaltigen Eindruck. Ein Mann, der entführt und 15 Jahre lang scheinbar grundlos in einem schäbigen Zimmer festgehalten wird, kommt ebenso unvermittelt frei und macht sich auf die Suche nach seinem Peiniger. Choi Min-sik spielte die Rolle mit vollem Einsatz und großer Hingabe, und die spektakulären Gewaltausbrüche des Films (und auch der anderen beiden) sind in die Filmgeschichte eingegangen. Doch die Rache, um die es in allen drei Filmen geht, ist letztendlich schal und leer und alles andere befriedigend: „Discoveries of the truth leave his characters haunted by more questions; revenge does not feel sweet but rather leaves one hollow and pained by guilt“, schrieb Rebecca Liu im „Guardian“.
 

„So virtuos die Krimihandlung gehandhabt wird, die in der Tat verblüffend ist, sie wäre nichts ohne das reichhaltige Bukett an Details, das Park Chan-wook darum herum arrangiert hat“

 
Mit I’m a Cyborg But That’s Okay (2006), einer liebevoll-verspielten, in einer psychiatrischen Anstalt angesiedelten Farce, vollzog Park einen radikalen Kurswechsel, nur um mit Thirst (2009, wieder mit Song Kang-ho) wieder beim Genre-Kino, diesmal beim Vampirfilm, zu landen, den er aber – wie nicht anders zu erwarten – ziemlich gegen den Strich bürstete. Dann folgte der schon erwähnte Stoker, eine nicht sehr gelungene Hommage an Hitchcocks Beyond a Reasonable Doubt, und 2016 das bisherige Magnum opus des Regisseurs, The Handmaiden, nach dem Roman „Fingersmith“ der Waliserin Sarah Waters. Mit einer im koreanischen Mainstream noch nicht dagewesenen sexuellen Freizügigkeit erzählt Park Chan-wook von der turbulenten Begegnung zwischen Lady Hideko, einer reichen jungen Japanerin im besetzten Korea der dreißiger Jahre, und ihrer koreanischen Kammerzofe. Diese ist ursprünglich Teil eines ausgeklügelten Planes und soll eigentlich mithelfen, die Lady in eine Anstalt zu verfrachten und sie um ihren Reichtum zu bringen – doch es kommt ganz anders. Unbedingt erwähnenswert ist natürlich auch Park Chan-wooks zweite westliche Regiearbeit, die hervorragende sechsteilige Miniserie The Little Drummer Girl (deutsch: Die Libelle, 2018) nach dem Spionage-Roman von John le Carré, hochkarätig besetzt unter anderem mit Florence Pugh, Michael Shannon und Alexander Skarsgård. Interessant ist, dass Park zu diesem Projekt zwar den Komponisten Jo Yeong-wook, einen seiner engsten Mitarbeiter, mitbrachte, nicht aber seinen „Leib“-Kameramann Chung Chung-hoon, der auch bei Stoker dabeigewesen war.

Triumphe und Triumvirat
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich bereits herauskristallisiert, dass Südkorea mit Park Chan-wook sowie dem um neun Jahre älteren Lee Chang-dong und dem um sechs Jahre jüngeren Bong Joon-ho nicht weniger als drei Regisseure von Weltgeltung aufweist. Lee Chang-dongs Murakami-Paraphrase Burning (2018) ließ alle sprachlos zurück und gewann eine Unzahl von Preisen, und über Bong Joon-hos Parasite (2019, vier Haupt-Oscars, u. a. als bester Film) muss man sowieso kein Wort mehr verlieren. Doch mehr noch als das: Während im Westen öfters die Auffassung herrscht, asiatische Filme seien per se „Arthouse“ (weil hierzulande nicht so bekannt), gehören die Filme der drei Genannten in Korea sehr wohl zu den Kassenerfolgen, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie historische Spektakel oder romantische Komödien. Der renommierte Regisseur Park Ki-yong, der Bong Joon-ho an der Filmschule unterrichtet hatte, kann über diese Einschätzung nur den Kopf schütteln und verweist auf das Beispiel von Parasite: „Bei Produktionskosten von rund 15,5 Millionen Dollar hat der Film bis dato rund 265 Millionen Dollar eingespielt“, sagt Park, heute Präsident des Korean Film Council, das u. a. für die Förderung von Nachwuchstalenten und die Promotion koreanischer Filme bei den großen Festivals zuständig ist – als ob das noch nötig wäre, ist man geneigt zu sagen.

Nicht nur K-Pop ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch, auch koreanische Filme, die, durchaus an westlichen Genres orientiert, immer auch einen bestimmten Twist aufweisen, der sie von gängiger Mainstream-Ware unterscheidet. Ein Paradebeispiel ist Train to Busan (2016) von Yeon Sang-ho, der auf die simple, aber wirkungsvolle Idee kam, eine Horde von Zombies, die wohl seinem (animierten) Film Seoul Station entkamen, in einen Zug zu verfrachten. Der Film ist das, was die Amerikaner „hilarious“ nennen: über-drüber, spannend und enorm unterhaltsam. Yeon Sang-hos Science-Fiction-Abenteuer Jung_E, stark weiblich besetzt und eben auf Netflix gestartet, gehörte zu den am ungeduldigsten erwarteten Produkten des Streaming-Anbieters. Und dabei reden wir noch gar nicht von den koreanischen Serien, die mittlerweile von einem internationalen Millionenpublikum geradezu verschlungen werden. Man denke nur an Squid Game (2021, zweite Staffel demnächst) von Hwang Dong-hyuk, „Netflix’s most-watched series, becoming top-viewed program in 94 countries and attracting more than 142 million member households and amassing 1.65 billion viewing hours during its first four weeks from launch“ (Wikipedia). Und das alles basierend auf der Idee eines höchst schlichten koreanischen Kinderspiels.

Show-Erfinder und -Runner Hwang Dong-hyuk, damit wieder zurück zu den Filmemachern, wurde 2011 mit Silenced (auch: The Crucible) bekannt, einem dramatischen Bericht in Spielfilmform über einen realen Missbrauchs-Skandal (von sexuellen Übergriffen bis zu massiver psychischer und physischer Gewalt) in einer Schule für gehörgeschädigte Kinder. Im Zuge der Aufarbeitung kamen unfassbare Details ans Licht, die der Film kompromisslos und ohne falsche Zurückhaltung schildert – zartbesaitete westliche Produktionsfirmen hätten vermutlich „huch!“ gesagt. Die Empörung über die von Kirche und Politik lange vertuschten Vorfälle führte zu landesweiten Protesten und letztlich zu einer Gesetzesnovelle. Hwang Dong-hyuk wird, wie übrigens auch seine prominenten Kollegen, dezidiert dem linken politischen Lager in Südkorea zugeordnet, sie waren, so Rebecca Liu, „at university during South Korea’s struggle for democracy in the 80s. Park points to this as a factor behind the nation’s reputation for producing works that are highly attuned to issues of social class and political struggle.“ Bong Joon-ho und Park Chan-wook waren sogar beide Mitglieder der kleinen Demokratischen Arbeiterpartei (Minju-nodong-dang), die bis 2011 existierte. Wie Hwang in Silenced klar auf Seiten der Machtlosen steht, nimmt auch Bongs Oscar-Triumph-Film einen unmissverständlichen Standpunkt in der Frage ein, wer – die reiche oder die arme Familie – hier eigentlich die Parasiten sind.

Die südkoreanische Filmindustrie, das soll der letzte Exkurs sein, die Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre völlig darniederlag, wurde in den letzten 25 Jahren zu einer boomenden Branche, die kontinuierlich im Aufschwung ist. Mit dem Anreiz für große Konzerne, sogenanntes Venture Capital in Filme zu pumpen und Steuern zu sparen, kam der Erfolg, gewisse protektionistische Maßnahmen gegen die Übermacht Hollywoods taten ein übriges (die US-Industrie lief dagegen jahrelang vergeblich Sturm). Dazu kommt ein Ausbildungssystem, das beispielhaft ist, und so fahren heimischen Filme Marktanteile ein, angesichts derer man selbst in den europäischen Vorzeigeländern Frankreich und Dänemark vor Neid erblasst.

Skelett
Doch zurück zu Park Chan-wook und seinem neuen Film. Die Frau im Nebel ist ein höchst mäßiger deutscher Titel, ebenso wie Die Taschendiebin für The Handmaiden fragwürdig war. Decision to Leave, der englische Titel, ist eine nahezu wörtliche Übersetzung aus dem Koreanischen und wird von der Protagonistin im Laufe des Films auch schlüssig erklärt. Sei’s drum. Die Geschichte ist im Grunde so einfach, dass sie auf eine Briefmarke passen würde, sozusagen das abgenagte Grundskelett eines Film noir oder, um bei Park Chan-wooks Vorlieben zu bleiben, eines Hitchcock-Films: Mann tot, Frau verdächtig, Polizist verliebt sich in die Verdächtige. Fall schließlich gelöst – oder doch nicht? Aber der Reihe nach: Ki Do Soo, der bei der Einwanderungsbehörde gearbeitet hat und ein geübter Kletterer ist, stürzt von einem Felsen. Selbstmord scheint zunächst auszuschließen zu sein, und so gerät seine junge Frau Seo-rae, eine gebürtige Chinesin, der er einst geholfen hat, ins Land zu kommen, unter Verdacht. Zu egal scheint ihr der Tod des Mannes zu sein, im Verhör gibt sie sich entspannt, einer der Polizisten, der junge Soo-wan, will sogar bemerkt haben, dass sie lächelt. Sein Kollege, Inspektor Jang Hae-jun, beginnt, die Frau nachts in ihrer Wohnung zu beobachten, aus der Ferne. Seine Schlaflosigkeit hilft ihm dabei. „Du schläfst nicht, weil du dich auf die Lauer legst“, sagt der Kollege, darauf der Inspektor: „Ich lege mich auf die Lauer, weil ich nicht schlafen kann.“ Allerdings beginnt er zu imaginieren, dass er bei Seo-rae im Wohnzimmer sitzt, und die Befragungen der Frau werden zunehmend, nun ja, herzlicher. Einmal bestellt er sogar das Luxus-Sushi-Set, während die empörten jungen Kollegen von Fast Food zehren müssen. Hae-jun – das Geschehen spielt in Busan im Süden – sieht seine Frau nur am Wochenende, weil sie in Ipo arbeitet, er ist nicht nur schlaflos, sondern auch sehr sanft. „He doesn’t carry a gun, but he carries wet wipes“, wie Park im Interview mit dem „Guardian“ treffend anmerkt, und bei zu viel Sonne muss er seine Augen eintropfen. Er kann zwar Faustschläge austeilen, zeigt aber dann auch Verständnis, etwa für einen Mann, der seinen Rivalen umgebracht hat, weil dieser seine Frau angebaggert hat.

Details
Und dann kommt die schöne Seo-rae, und der arme Inspektor verliebt sich wie ein Schuljunge. Seine Versuche, dagegen anzukämpfen, werden zunehmend hilfloser, und es ist wirklich anrührend, dem zuzuschauen. Selten hat man einen so sensiblen Mann in einem Kriminalfilm gesehen. Er wollte, so Park Chan-wook, das Klischee der typischen Film-Macho-Polizisten mit einem Gegenmodell kontern und habe sich unter anderem an der Figur des Kommissars Martin Beck, erdacht vom legendären schwedischen Autorenpaar Maj Sjöwall und Per Wahlöö, orientiert. Park Hae-il, auch er ein großer Star des koreanischen Kinos, spielt diesen Mann einfach hinreißend, auch dann, als der Polizist bemerkt, dass seine Verdächtige, über die er schützend die Hand gehalten hat (es ist auch noch ein Abschiedsbrief des toten Ehemannes aufgetaucht), vielleicht doch nicht die ist, von der er gerne hätte, dass sie es ist.

Wo „normale“ Filme vielleicht aus wären, geht es hier erst richtig los. Park Chan-wook vollzieht einen Ortswechsel: Inspektor Hae-jun ist in die Küstenstadt Ipo gezogen, um dauerhaft bei seiner Frau Jung-an zu leben; so hofft er wohl, Seo-rae vergessen zu können. Aber ach, es dauert nicht lange, und bei einem Spaziergang mit Jung-an trifft er sie wieder, zusammen mit ihrem neuen Ehemann. Erstaunen allerseits, und Jung-an bemerkt, aus dieser Stadt würden viele wegziehen wegen des ewigen Nebels, es sei ungewöhnlich, dass sich jemand hier neu ansiedle. Dass Seo-raes zweiter Ehemann wenig später ebenso gewaltsam zu Tode kommt wie der erste, ist fast keine Überraschung, und auch dieser Fall scheint bald geklärt. Glaubt man.

So virtuos die Krimihandlung gehandhabt wird, die in der Tat verblüffend ist, sie wäre nichts ohne das reichhaltige Bukett an Details, das Park Chan-wook darum herum arrangiert hat. Da wäre zunächst der mehrmalige Wechsel im Tonfall: Decision to Leave beginnt, man glaubt es kaum, durchaus komödiantisch. Bei der ersten Begegnung zwischen Seo-rae und Hae-jun meint sie, ihr Koreanisch sei „unzureichend“, worauf der Polizist meint, es sei besser als seines. Die liebevollen Sticheleien zwischen Hae-jun und seinem jungen Kollegen sind sehr witzig. Dann bricht diese unglaublich dichte und schöne (Fast-)Liebesgeschichte wie ein Orkan über einen herein; sie ist mit Worten kaum zu beschreiben. Die Unmöglichkeit für die beiden, zusammen zu sein, erinnert ein wenig an Wong Kar-wais In the Mood for Love, aber mit Vergleichen kommt man nicht weit, auch nicht mit dem von der Kritik öfters geäußerten Verweis auf Hitchcock-Zitate. Park Chan-wook hat längst einen vollkommen eigenständigen Stil, eine souveräne Erzählweise gefunden, und in Sachen Figurenzeichnung gibt es ohnehin kaum jemanden, der ihm das Wasser reichen kann.

Ein toller Schachzug ist auch sein Einfall, Tang Wei, die im realen Leben mit dem koreanischen Regisseur Kim Tae-young verheiratet ist, die weibliche Hauptrolle spielen zu lassen: Die chinesische Schauspielerin, die mit ihrer tollkühnen und freizügigen Darstellung in Ang Lees Lust, Caution (2007) für Aufsehen gesorgt und sich in der Heimat mächtig Ärger eingehandelt hatte, zieht alle Register ihres Könnens – dessen größte Fähigkeit wohl darin liegt, dass sie allein mit ihrem Gesichtsausdruck so viele verschiedene Facetten einer Figur darstellen kann wie kaum jemand anderer. Aber nicht nur das: Dass Seo-rae in der Story eine gebürtige Chinesin ist, verleiht der Geschichte noch einmal einen ganz eigenen Reiz, und es entwickelt sich daraus eine ganze Nebenhandlung, die sehr wichtig ist.

Mit dem „Umzug“ nach Ipo beginnt auch der gewichtigste, enorm melodramatische Teil des Films, der in einem gewaltigen Finale gipfelt, das man so noch nicht im Kino gesehen hat. Hier wird Decision to Leave, nachdem er vorher in alle möglichen Richtungen ausgefranst war, auch wieder zum „reinen“ Film noir, zu dem die betörenden Bilder von Kameramann Kim Ji-yong, wenn auch in Farbe, und die berückende Musik von Jo Yeong-wook entscheidend beitragen. Und Park Hae-il. Und Tang Wei.

Park Chan-wooks Neugier ist ungebrochen. Derzeit arbeitet er an einer Mini-Serie nach dem unter anderem mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Roman „The Sympathizer“ des vietnamesisch-US-amerikanischen Autors Viet Thanh Nguyen. Vereinfacht gesagt, geht es darin um einen Vietcong, der als Spitzel in die südvietnamesische Armee eingeschleust wurde, nach dem Fall von Saigon in die USA emigriert, dort als Berater für einen Vietnamkriegs-Film (!) arbeitet und schließlich mit einer Art Guerilla-Truppe in seine Heimat zurückkehrt. Das Buch ist ein gewichtiges Dokument aus der hierzulande wenig bekannten vietnamesischen Perspektive – 2021 erschien eine Art Fortsetzung namens „The Committed“, in der Nguyen die Erlebnisse seines Ich-Erzählers in der Diaspora im Paris der achtziger Jahre schildert. Wer die Vielschichtigkeit der Vorlage kennt, kann sich auf Park Chan-wooks The Sympathizer nur freuen. Und darauf, dass er sich auch vorgenommen hat, einen Western und einen Science-Fiction-Film zu drehen. Aber das wird wohl noch ein Weilchen dauern.