Warmherziger, von Hoffnung erfüllter Animationsfilm.
Im Jahr 2932 haben sich die Menschen von der Erde zurückgezogen, um ihr die Chance zur Erholung zu geben. Ihre Behausungen ragen auf Stelzen in den Himmel, und sie leben als Selbstversorger im Einklang mit der Natur. Und reisen durch die Zeit. Dafür ist der zehnjährige Arco noch zu jung, doch er will unbedingt die Dinosaurier sehen. Also klaut er eines Nachts das Reisecape seiner älteren Schwester und stürzt sich buchstäblich ins Abenteuer. Mangelnden Mut kann man ihm nicht vorwerfen. Allerdings hat das Reiseverbot für kleine Jungs einen guten Grund, wie Arco rasch feststellt, als er durch den Zeitstrom weniger manövriert denn taumelt. Um sodann ganz wannanders als gewünscht zu landen: Im Jahr 2075 ist die Umweltkatastrophe der Alltag; gegen Feuersbrünste, Überschwemmungen und Stürme schützen riesige transparente Glocken, die sich bei Bedarf über den Siedlungen der Menschen schließen; während die Erwachsenen irgendwo irgendwas vermeintlich Wichtiges machen, kümmern sich Roboter um die Kinder und den ganzen Rest. In dieser Welt nun wird der abgestürzte Zeitreisende von dem etwa gleichaltrigen Mädchen Iris aufgenommen, die sich nach einem Hoffnungsschimmer und einer Wendung zum Guten sehnt.
Gleich zwei unterschiedliche Zukunftsszenarien entwirft der französische Comicautor und Grafiker Ugo Bienvenu in seinem oscarnominierten Animationsfilmdebüt Arco, ein dystopisches, das sich bereits ziemlich gegenwärtig anfühlt, und ein paradiesisches, das allerdings gleich zu Beginn verloren geht. Um sich im Verlauf der Erzählung wiederum als deren eigentliches Ziel zu erweisen. Denn Arco wird, indem er ihr die Öko-Siedlungen in den Wolken schildert, in Iris die rettende Idee keimen lassen und solcherart die Zukunft sichern, aus der er gekommen ist. Und in die der Junge natürlich unbedingt wieder zurück will. Zeitreisefilme kommen ja eher selten ohne Gehirnverknotung aus, und der vorliegende bildet keine Ausnahme. Viel wichtiger aber als kleinkarierte Bedenkenträgerei hinsichtlich Logik und Plausibilität der dem turbulenten Abenteuer zugrundeliegenden Wissenschaft ist ohnehin der generelle Optimismus, der hier verbreitet wird. Denn es ist die Fantasie der Kinder, die die Grenzen des Regelwerks überwindet und jenseits dessen (Er-)Lösung findet. Das macht Arco zu einem dringend notwendigen Film für große und kleine Menschen, die am Zustand der Welt zu verzweifeln drohen.
