Sympathischer Zeitvertreib für Katzenliebhaber und alle, die es werden wollen
James (Luke Treadaway) hat nicht viel und das meiste davon sind Probleme. Zum einen versucht er sich verzweifelt vom Heroin fern zu halten, das ihn vor einiger Zeit auf die Straße brachte, zum anderen hat er Mühe, sich mit dem Gitarre spielen allein über den Tag zu retten. Vor allem den Glauben an sich selbst hat er schon lange verloren, nur die Sozialarbeiterin Val (Joanne Froggatt) scheint die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben zu haben, dass vielleicht doch noch was aus dem zerknirschten jungen Mann werden kann. Deshalb besorgt sie ihm schließlich eine kleine, heruntergekommene Bleibe im Londoner Stadtteil Hackney, unter der Bedingung, dass er sich ab jetzt an die Regeln hält: keine versäumten Kontrolltermine, kein Ärger, und schon gar kein Rückfall. Kaum in seinem neuen Heim angekommen, stößt James auf einen scheinbar ganz ähnlich von der Welt geprügelten und obendrein offensichtlich verletzten Kater, dem er sich kurzerhand annimmt. Was Bob, so tauft er das schnurrende Fellknäuel, seinem neuen Freund damit dankt, dass er James von nun an auf Schritt und Tritt durchs Leben begleitet und damit dessen tristes Dasein zwischen Methadon und Straßenmusik ordentlich auf den Kopf stellt.
Das Schöne an A Street Cat Named Bob ist, dass Roger Spottiswoodes sympathischer Film nicht nur auf einer wahren Begebenheit basiert, die der in Australien aufgewachsene Brite James Bowen von sechs Jahren zu Papier brachte, sondern vielmehr, dass der vierbeinige Held jener herzerwärmenden Geschichte sich in diesem Fall auch gleich selbst spielt (einmal abgesehen von den sechs Katzen-Doubles, die ihn beim den Dreharbeiten zur Seite standen), was der gemächlich zwischen seichter Komödie und mitfühlendem Drama pendelnden Leinwandadaption des tiererfahrenen Turner & Hooch-Regisseurs durchaus zusätzlichen Charme verleiht. Dennoch kann auch der noch so ansehnliche und äußerst talentierte Bob nicht über die fühlbaren Schwächen hinwegtäuschen, die vor allem in einem allzu spärlichen Plot liegen, der sich streckenweise zudem in immer weniger glaubwürdige Nebenhandlungen verliert, wie beispielsweise in der sanft aufkeimenden Beziehung zwischen James und der um ihren verstorbenen Bruder trauernden, veganen Nachbarin Betty (Ruta Gedmintas). Aber mit dem Herz am rechten Fleck und ausreichend amüsanten Momenten, die einen hin und wieder ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern, erweist sich A Street Cat Named Bob trotz allem als unterhaltsamer Zeitvertreib, dem Luke Treadaway in der Rolle des mit sich selbst und den Umständen kämpfenden Ex-Junkies zusätzlich Gewicht verleiht.
