Um nicht ganz auf die USA zu vergessen: Die exzellente Postvietnam-Serie „Quarry“ und das starbesetzte Kleinstadt-Kleinod „Big Little Lies“ sind auf Disc erschienen.
Ein wiederkehrendes Motiv in Quarry ist eine kleine Keramikfigur. Ein trauriger Mann sitzt perfekt adjustiert in einer Kloschüssel, darunter der Spruch: „Goodbye cruel world“. Memphis, 1972: Mac Conway (Logan Marshall-Green), zum zweiten Mal aus Vietnam zurück, bringt das Männchen seiner Freundin für ihr Nippesregal mit nach Hause, doch da stehen jetzt Bücher. Es gibt eine wundervolle Wiedersehens-Szene zwischen den beiden, die vom Pool ins Bett wieder zum Pool führt. Am Ende des Pilotfilms erzeugt diese Szene unter umgekehrten Vorzeichen jedoch eine bedrückende Resonanz. Basierend auf den Romanen von Max Allan Collins erzählen Graham Gordy und Michael D. Fuller in der achtteiligen Cinemax-Produktion die Geschichte eines Heckenschützen, der im zivilen Leben nur mehr als Auftragskiller erwünscht ist. Mac leidet an der posttraumatischen Belastungsstörung PTSD, als es dieses Akronym noch gar nicht gibt. Akkurates Südstaaten-Setting, schöne Referenzen an tolle Filme der Seventies wie The Friends of Eddie Coyle, The Parallax View und natürlich The Deer Hunter, u.a. Peter Mullan als Gentleman-Gangster und die zurückgelehnten Songs von Otis Redding ergeben ein stimmiges Ganzes, das auf packende Weise die Perpetuierung eines Gewaltzyklus vor Augen führt. (Warner Home Video)
David E. Kelly, früher Anwalt in Boston, verantwortlich u.a. für die Anwaltsserien Ally McBeal und Boston Legal und zuletzt auch für das großartige Amazon-Justizdrama Goliath mit dem grandiosen Billy Bob Thornton, hat ein Händchen für Dramedy:
Nach dem gleichnamigen Roman von Liane Moriarity wird in den sieben Teilen von Big Little Lies ein Mordfall im idyllischen Städtchen djslöfj bei jfdsaöjf aufgerollt, wobei zu Beginn noch gar nicht feststeht, wer da überhaupt zu Tode gekommen ist. Jean-Marc Vallée führte Regie, Nicole Kidman als Gefangene im Goldenen Gewaltkäfig, Reese Witherspoon als Johanna Dampf in allen Schulbürokratiegassen und Shailene Woodley als traumatisierte Alleinerzieherin überzeugen. Doch weil es sich um eine Sozialsatire handelt, kommen Laura Dern als verkniffene Powermama, vermeintliche Weicheier und Hitzköpfe als Ehemänner, störrische Teens und renitente Zöglinge hinzu, und das Panorama einer Kleinstadtgemeinde, hinter deren hübschen Fassaden fast nichts so läuft wie vor der Schule zelebriert. Wer wissen will, was im gehobenen Mittelstand Provinz-Amerikas schiefläuft, und sich dabei auch noch trefflich unterhalten möchte, der oder dem sei diese brillante Serie dringend ans Herz gelegt, sie könnte auch heißen: Big Little Truths. (Warner Home Video)
