Sie ist wieder da!
„How the hell did I end up here again?”, fragt sich eine sichtlich zerknirschte Bridget Jones (Renée Zellweger), als sie an ihrem dreiundvierzigsten Geburtstag erneut im Pyjama mit Plüschschlappen und einem tröstenden Glas Weißwein bewaffnet allein auf dem Sofa hockt, während Celine Dions allzu vertraute Suizid-Ballade All By Myself im Dauerdurchlauf aus den Lautsprechern dröhnt. Und die Frage scheint diesmal sogar durchaus berechtigt, denn immerhin hatte Helen Fielding in dem 2013 erschienen dritten Roman der Franchise ihrer darin bereits über fünfzigjährigen Bridget gleich zwei goldige Kinder zugeschrieben, auch wenn Dauer-Ex Mark Darcy dafür ins Gras beißen musste. Natürlich aber lässt sich ein Leinwand-Sequel ohne den von Colin Firth so famos gespielten Superanwalt viel schwerer an die Frau bringen und deshalb dreht Bridget Jones’s Baby die Zeit jetzt noch einmal kurz zurück und setzt genau dann ein, wenn unsere Heldin beziehungstechnisch wieder mal in der gefühlt tiefsten Krise ihres verworrenen Lebens steckt.
Und es hilft alles nichts: Weder Zeit noch Lebenserfahrung und eine durchaus passable Karriere als TV-Produzentin haben etwas dazu beitragen können, Bridget in Sachen Liebesglück auf den richtigen Weg zu bringen. Doch das soll sich bald ändern, als neben Mark Darcy plötzlich zudem der charmante Amerikaner Jack Qwant (Patrick Dempsey) in ihr Leben stolpert, woraufhin drei Monat später prompt die große Frage im Raum steht, wer von den beiden nun wohl der Vater des Kindes sein mag, das sie überraschend erwartet?
Bereits im Vorfeld war bekannt geworden, dass Hugh Grants Playboy Daniel Cleaver diesmal nicht mit von der Partie ist, was eingefleischte Fans zunächst bangen ließ. Doch Bridget Jones’s Baby zeigt, dass weder sein vorläufiger Ausstieg noch Zellwegers radikale Gesichtsstraffung dem robusten Erfolgsrezept um die ungeniert chaotische Titelfigur tatsächlich etwas anhaben können. Zumal das Beste, was Bridget Jones auf ihrem mühsamen Weg zum Erwachsenwerden passieren konnte, am Ende nicht etwa irgendein Mann oder Baby ist, sondern vielmehr die brillante Emma Tompson, die im Film Bridgets Ärztin des Vertrauens spielt und obendrein an der Drehbuchentwicklung beteiligt war, was zugegeben unweigerlich dazu führt, dass sie in jeder Szene, in der sie zu sehen ist, stets die trefflichsten Pointen parat hat. Doch auch insgesamt ist Regisseurin Sharon Maguire mit Bridget Jones’s Baby eine solide Fortsetzungskomödie gelungen, die – ganz wie ihre sympathische Protagonistin selbst – zwar ab und an aus dem Gleichgewicht gerät, sich aber immer wieder fängt, um es schließlich gehobenen Hauptes ins Ziel zu schaffen.
