Peter Bogdanovichs Screwball Comedy: eh ganz lustig
Einem Mann wie Peter Bogdanovich, der Filme wie Targets, The Last Picture Show, Saint Jack oder Texasville (um nur seine besten zu nennen) gemacht hat, der als junger Filmjournalist tiefschürfende Interviews mit unter anderem Orson Welles, John Ford und Howard Hawks geführt hat, einem Mann, der einen furchtbaren Schicksalsschlag erlitt, als seine damalige Freundin Dorothy Stratten 1980, im Alter von 20 Jahren, ermordet wurde, und der eine ganze Karriere lang mit den Produzenten um die Integrität seiner Arbeit gekämpft hat (siehe They All Laughed, 1981, den er tatsächlich selbst in die Kinos brachte) – dem verzeiht man so manches, auch diese eher mittelprächtige Screwball Comedy, die vor allem an ihrer absoluten Vorhersehbarkeit krankt und so altmodisch ist, dass man es bisweilen gar nicht fassen kann.
Bogdanovich schrieb das Drehbuch mit seiner Ex-Frau Louise Stratten, Dorothys Schwester. Seine langjährige Lebensgefährtin Cybill Shepherd (unvergesslich in The Last Picture Show, aber auch in Scorseses Taxi Driver), spielt hier mit, wie überhaupt die hohe Promi-Dichte auf der Besetzungliste auffällt: Mit dem längst legendären Regisseur zu arbeiten, ist immer noch ein erstrebenswertes Ziel, auch wenn er seit The Cat’s Meow (2001) keinen Kinospielfilm mehr gemacht und sich die Zeit vor allem mit Schauspielen, dem Inszenieren von TV-Serien-Episoden und seiner monumentalen Band-Doku über Tom Petty and the Heartbreakers vertrieben hat.
Broadway Therapy (so der „deutsche“ Titel) ist mehr oder weniger abgefilmtes Theater, und um Theater geht es auch: Der erfolgreiche Regisseur und noch erfolgreichere Womanizer Arnold Albertson (Owen Wilson) verschafft seinem New Yorker Lieblings-Callgirl Izzy (Imogen Poots) eine Hauptrolle in der Inszenierung eines Stücks seines Freundes Joshua (Will Forte), der wiederum mit Izzys Psychoanalytikerin (selbst therapiereif: Jennifer Aniston) liiert ist. Da auch Arnolds Frau Delta (Kathryn Hahn) und deren Ex-Lover Seth (Rhys Ifans) in dem Stück mitspielen, entwickeln sich erwartbare Turbulenzen, zumal auch Joshua ein Auge auf Izzy geworfen hat.
Leider jedoch kommt Bogdanovichs und Strattens Komödie kaum einmal über das Stadium des „Eh ganz lustig“ hinaus. Und es wird wirklich nichts ausgelassen, was das „bürgerliche Lachtheater“ (Volker Klotz) nun einmal ausmacht – bis hin zum klassischen Topos der vertauschten Hotelzimmer. Immerhin rollt das trubelige Geschehen in schlanken 93 Minuten ab und ist daher zumindest nicht lang-, sondern, sagen wir einmal, mittelweilig.
