Henry muss seine große Liebe Clare aus einem äußerst ungewöhnlichen Grund immer wieder allein zurück lassen – er ist ein Zeitreisender.
Weil sich ihr Sohn auf der Rückbank plötzlich in Luft auflöst, verunglückt Henrys Mutter mit dem Auto. Damit entdeckt Henry im Alter von sechs Jahren seine Besonderheit: Eine Gen-Anomalie lässt ihn immer wieder spontan und ungesteuert durch die Zeit reisen. In dieses Leben, das von unwillkürlichem Wegspringen durch Zeit und Raum geprägt ist, tritt irgendwann Clare (Rachel McAdams). Sie liebt ihn, immer schon, seit ihrer Kindheit: Denn ein älteres Ich von Henry (Eric Bana) hat sie immer wieder auf einer idyllischen Wiese besucht. Damit nimmt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte ihren Lauf. Ungewöhnlich, weil Zeitreisen sonst eher im Action- oder Science Fiction-Genre zu finden sind. Ungewöhnlich auch, weil dieser Film ohne Antagonisten und ohne wirklichen äußeren Konflikt auskommt. Und ungewöhnlich, weil sich die eigentliche Handlung neben der Hauptfigur, nicht mit ihr, vollzieht. Henry steht zwar im Mittelpunkt, Clare aber ist – wie auch der Filmtitel besagt – das Zentrum: Wie ist es bestellt um ihre Liebe, wenn ihr Mann immer wieder davonspringt? Wenn er stets mehr weiß als sie? Überhaupt: wenn er sich per Zeitreise in ihr Leben geschlichen hat, woraus sie romantische Jungmädchenphantasien entwickelt hat, die ihr nie eine wirklich freie Partnerwahl ließen? Henry ist zu ihr gesprungen, hat sie auf Liebe konditioniert, eine Art von selbsterfüllender Prophezeiung: Deshalb – oder dennoch – ist sie glücklich mit ihm.
Der gebürtige Deutsche Robert Schwentke, der nach dem Mysterythriller Flightplan nun seine zweite Hollywood-Produktion abliefert, weiß gut damit umzugehen, dass sonst nicht viel passiert, auch wenn sich hier und da einige Längen einschleichen. Aber dann findet wieder einer der Zeitsprünge statt, und die helfen, die Dramaturgie anzukurbeln, allein schon, weil Rückblenden gleichzeitig Zeitreisen, also Plotfortschritte, sind. Schwentke lässt Henry die fehlenden dramaturgischen Konflikte mit sich selbst austragen: Einmal, nach einem Streit, verführt Clare einfach ein jüngeres Ich ihres Mannes, sie betrügt ihn also mit ihm selbst. Die Inszenierung geht auch spielerisch mit den unvermeidlichen Zeitreiseparadoxien um, mit unaufdringlicher Komik, die sich in Schwentkes Regie ganz beiläufig entwickelt. Wenn Henry durch die Zeit reist, verliert er seine Kleidung, und er muss sich immer erst welche beschaffen, illegal natürlich – ein Running Gag im wörtlichen Sinn. Und wenn das Zeitreisen auch viele Schattenseiten hat: ein Lottogewinn lässt sich dabei doch ganz nebenbei arrangieren.
