Wurfgeschosse mit Kartoffelmunition, kleinwüchsige Aliens und jede Menge Slapstick: ein turbulenter Kinderfilm, dem allerdings Entscheidendes fehlt – Herz.
Eine Horde gelangweilter Kinder, die von ihren Eltern zu einem gemeinsamen Urlaub auf dem Land verdonnert werden, treffen auf eine Truppe von kampfwütigen Aliens, die wie eine mutierte Version der Ninja Turtels aussehen. Die ideale Ausgangssituation für einen Kinderfilm, denn natürlich glauben die Eltern ihrem Nachwuchs kein Wort, als sie von der drohenden Invasion der Außerirdischen berichten, und so müssen die Kids den Kampf um die Erde selbst in die Hand nehmen. Ein klassischer Familienfilm könnte man meinen, wenn da nicht die Computerspielelemente und Sequenzen wären, welche die beiden Autoren Mark Burton (Madagascar) und Adam F. Goldberg (Fanboys) in ihr Drehbuch eingearbeitet haben. Denn im Gegensatz zu den üblichen Abenteuerfilmen kämpfen die Kinder nur selten direkt mit ihren Gegnern, sondern lassen an ihrer Stelle Freunde und Verwandte den Kampf mit den kleinwüchsigen Außerirdischen austragen. Diese sind durch eine Pfeilsonde der Außerirdischen zu menschlichen Robotern mutiert, die man wie in einem Computerspiel mit einem kabellosen Joystick lenkt. Dadurch sind sie nicht nur vollkommen schmerzfrei und willenlos, sondern können sich auch ebenso filigran wie Figuren aus einem Action-Adventure-Spiel bewegen. Dazu beherrschen sie auch noch urplötzlich alle möglichen Kampftechniken, und so wird aus der freundlichen, rundlichen Oma Pearson ein menschlicher Kampfroboter, der wie ein Wirbelwind durch die Wohnung zieht und jedem eins überbrät, der sich ihr in den Weg stellt. Auch auf der visuellen Ebene werden diese dramaturgischen Spielkonsolenelemente von Regisseur John Schultz aufgenommen. Und so fühlt sich der Zuschauer, wenn Großmutter Pearson in Slow Motion das Treppengeländer empor schwebt und ihre Bewegungen in bester Bullet-Time-Manier einen weißen Schweif hinter sich herziehen, in eine Kampfsequenz aus einem Actionspiel versetzt. Doch wird man den Eindruck nicht los, dass das Einbeziehen der Videospielebene und –ästhetik weniger eine dramaturgische und visuelle, denn eine wirtschaftliche Entscheidung ist, dank der man hofft, junge Gamer für das Kino zu gewinnen. Zudem schaden diese indirekten Kampfsituationen dem Spannungsaufbau des Filmes, weil sie den Fluss der Handlung unterbrechen und mehr wie ein freundschaftliches Zocken, als ein Duell wirken. Dadurch geling es dem Regisseur nicht eine Identifikation des Zuschauer mit den kindlichen Helden herzustellen und er wird um den größten Spaß bei einem Abenteuerfilm gebracht: dem Mitfiebern.
