Eine Hündin begibt sich auf eine weite Reise.
Seit mit Rin Tin Tin und Lassie die Superstars in Sachen Filmhunde ihre größten Erfolge verbuchen konnten, weiß man in Hollywood – und nicht nur dort, wenn man sich eine der erfolgreichsten heimischen Fernsehserien, in der ein Schäferhund auf Verbrecherjagd ging, ins Gedächtnis ruft –, dass man mit einem Hund beim Publikum fast immer auf der sicheren Seite ist. Ganz auf diese Karte setzt auch A Dog’s Way Home, ist doch die Protagonistin eine ganz süße Hündin namens Bella. Erzählt aus der Perspektive der tierischen Heldin mittels Voiceover (im Original von Bryce Dallas Howard gesprochen), ist von Anfang an klar, dass A Dog’s Way Home als Film für die ganze Familie (und Hundeliebhaber) vor allem auf den Feelgood-Faktor setzt – und das ziemlich effektiv.
Bereits als knuddeliger Welpe wird Bella von ihrer Mutter getrennt, nachdem die als Straßenhund vom Hundefänger einkassiert wurde. Glücklicherweise findet Bella bald Unterschlupf bei einem jungen Mann namens Lucas, wo die junge Hündin bald schon unverzichtbares und von allen geliebtes Familienmitglied ist. Besonders zu Lucas’ Mutter, einer Veteranin der US-Army, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, entwickelt die Hündin eine ganz spezielle Beziehung. Doch das glückliche Leben wird jäh unterbrochen, als Bella nach einer böswilligen Anzeige als gefährlicher Hund eingestuft wird. Zwar ist sie für jeden vernunftbegabten Menschen deutlich als Promenadenmischung mit sanftem Charakter erkennbar, doch ihre Mutter war ein Pitbull – und da kennt man in Lucas’ Heimatstadt Denver kein Pardon, gilt diese Hunderasse in Zeiten des populistischen Alarmismus doch als postmoderner Gottseibeiuns. Bis ihr Herrchen eine neue Wohnung in einem Vorort, wo derartige Hunde erlaubt sind, gefunden hat, soll Bella bei Bekannten in New Mexico Unterschlupf finden. Doch die Hündin vermisst ihre Familie so sehr, dass sie kurzerhand ausreißt und sich quer durch die Wildnis auf den Weg nach Denver macht, wobei sie jede Menge Abenteuer erlebt.
Charles Martin Smith zählte seit seinem markanten Auftritt in George Lucas’ American Graffiti (1973) zu den gut beschäftigten Darstellern in Film und Fernsehen, ab den neunziger Jahren baute er sich auch eine Karriere als Regisseur in unterschiedlichsten Genres auf. A Dog’s Way Home erweist sich als herzerfrischender (und auch -erweichender) Abenteuerfilm, an den man nicht strenge Maßstäbe bezüglich narrativer Logik oder Authentizität anlegen sollte. Mit einem Mix aus Spannung, Humor und Melodramatik geht Smith’ routinierte Inszenierung die Sache für einen verspäteten Weihnachtsfilm jedoch genau richtig an.
