Der zurückgezogen lebende Psychologe und Analytiker Dr. John Clancy (Anthony Hopkins) sieht sich genötigt, noch einmal für das FBI tätig zu werden, um mit seiner hellseherischen Gabe zur Aufklärung einer rätselhaften Mordserie beizutragen, deren Opfer allesamt durch einen Stich ins Markhirn (Medulla oblongata) getötet wurden. Gemeinsam mit der überaus ehrgeizigen, resoluten Agentin Katherine Cowles (Abbie Cornish) – die den enigmatischen alten Mann zunächst für einen Scharlatan hält, bis er ihr eine erschütternde Kostprobe seines sechsten Sinnes gibt – kommt der Visionär einem selbsternannten Todesengel (Colin Farrell) auf die Schliche, dessen übersinnliche Begabung weit größer ist als die von Clancy, mit dem der Killer ein abnormes Katz-und-Maus-Spiel treibt.
Das Zusammenspiel von Hopkins und Cornish erinnert bisweilen ein wenig an Dr. Hannibal Lecter und Clarice Starling, Colin Farrell verleiht dem Psychokiller ambivalente Charakterzüge. Bisweilen erscheint der abstruse Handlungsverlauf inkohärent, was an der überlangen Entwicklungszeit des Filmprojekts liegen mag. Das Drehbuch von Sean Bailey und Ted Griffin wurde von James Vanderbilt umgeschrieben, später überarbeitete es Peter Morgan noch einmal.
Überaus ambitioniert ist die beeindruckende Bildgestaltung. Man sieht, dass der brasilianische Regisseur Afonso Poyart 15 Jahre lang Werbespots inszeniert hat. Spiegelbilder, Zeitraffer, Slow Motion, Makroaufnahmen und aufblitzende Visionen, die Kamera ist unentwegt in Bewegung, manche Computereffekte, etwa wenn der Blick um eine fliegende Pistolenkugel kreist, wirken dann allerdings doch etwas selbstzweckhaft und überdreht.
Darüber, ob ein Serienkiller-Film das geeignete Format ist, um über aktive Sterbehilfe oder Euthanasie zu räsonieren, kann man geteilter Ansicht sein; ebenso darüber, ob Menschen über übernatürliche Fähigkeiten wie Hellseherei oder Telepathie verfügen können. Akzeptiert man die Prämisse, dass die zwei Antagonisten in diesem düsteren, nachdenklich machenden Psychokrimi sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft blicken können (was die Frage aufwirft, ob man zukünftige Ereignisse ändern kann), dann bietet das paranormale Duell der beiden zerebralen Mutanten spannende und temporeich in Szene gesetzte Unterhaltung.
