Die Wölfe

Kinderfilmfestival 2021

Die Wölfe

| Bettina Schuler |
Ein Brüderpaar beisst sich durch bis zum Glücklichsein. Von der Realität des „fremd“-seins im Land der nur scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten.

Die beiden Brüder Max und Leo, die Helden in dem mexikanischen Film Die Wölfe (ab 12), hoffen auf ein wenig mehr Schönheit in ihrem Leben. Diesen Wunsch soll ihnen das Land aller Träume, die USA, ermöglichen. Doch das überteuerte, verdreckte Zimmer, in dem sie nach ihrer Ankunft aus Mexiko leben, ist alles andere als das lang ersehnte amerikanische Paradies. Jeden Tag müssen die beiden dort darauf warten, dass ihre Mutter von der Arbeit zurückkehrt. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die beiden Brüder in die weite neue Welt ausbrechen.

Ein berührender Film von Regisseur Samuel Kishi Leopo, der durch die Kargheit und Tristesse der Bilder sehr deutlich zeigt, wie wenig die Realität in den Vereinigten Staaten mit der Vorstellung von Einwandererinnen und Einwanderern korrespondiert und dass die Armut und Einsamkeit mit der Ankunft in dem fremden Land oft erst beginnen. Aber der vielschichtige mexikanische Film zeigt auch, das unser Glück gar nicht von materiellem Besitz abhängt, sondern vor allem von den Menschen, mit denen wir unsere Zeit verbringen. Denn wie die Brüder Max und Leo schließlich herausfinden, kann man sich sein Paradies überall selbst erschaffen. Man muss es nur versuchen.

Der Film wurde bei der Berlinale 2020 zu Recht sowohl als bester Film der Reihe „Generation Kplus“ als auch mit dem Friedensfilmpreis des Festivals ausgezeichnet.