Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft
Das Leben scheint Jackson Briggs (Channing Tatum) gerade ein paar ganz schlechte Karten zugeteilt zu haben. Als Army Ranger gehörte er einer Elite-Einheit der US-Streitkräfte an, doch nachdem er am posttraumatischen Belastungssyndrom leidet, muss er erst einmal von seinen Vorgesetzten wieder für diensttauglich befunden werden. Doch das zieht sich in die Länge und Briggs Frustration über das Leben in der erzwungenen Warteschleife nimmt zu. Doch dann bietet sich eine unerwartete Chance: Briggs soll eine Hündin, die beim Militär ausgebildet wurde, zum Begräbnis jenes Soldaten, mit dem sie zahlreiche Spezialeinsätze absolviert hat, überführen. Nach Erfüllung dieses Auftrags verspricht der verantwortliche Offizier Briggs die Wiederaufnahme in den aktiven Dienst. Doch die Sache hat den sprichwörtlichen Haken: Lulu, so der Name des Belgischen Malinois, hat durch den Verlust ihres Herrchens und den Stress im Einsatz ebenfalls Verstörungen davongetragen, aufgrund ihrer Aggressivität gilt die Hündin als hoffnungsloser Fall. Auch Briggs hat zunächst allerlei Schwierigkeiten mit Lulu – die er vorwiegend mit dem titelgebenden „Dog“ anspricht –, doch im Verlauf der gemeinsamen Reise nähern sich die beiden immer mehr an und entdecken, wie wertvoll sie für einander sein können.
Channing Tatum, der seit seinem Auftritt als Stripper in Magic Mike in die erste Liga Hollywoods aufgestiegen ist, setzt in seinem Regiedebüt, bei dem er auch gleich die Hauptrolle übernommen hat, auf ein bewährtes Sujet. Zugegeben, die Geschichte um zwei ebenso eigenwillige wie gegensätzliche Protagonisten, die sich zusammenraufen müssen, ist hinreichend erprobt, auch die Variante mit Mensch und Hund kann auf bekannte Vorgänger zurückblicken. Bereits Ende der achtziger Jahre war das für James Belushi und einen Schäferhund (K-9) sowie Tom Hanks und eine sabbernde Bordeaux-Dogge (Turner & Hooch) ein Erfolgsrezept. Auch die Annäherung zwischen dem Army Ranger und der Army-Hündin, die beide ihre Verwundungen seelischer Natur mit sich herumtragen, verläuft entlang erwartbarer dramaturgischer Kurven. Doch Tatum und Ko-Regisseur Reid Carolin erzählen das höchst charmant und verstehen es, die Balance zwischen (Melo-)Drama, Humor und humanistischem Unterton gut auszutarieren. Mit seinem tierischen Ko-Star, die den typischen unwiderstehlichen Hundeblick perfekt einzusetzen weiß, verfügt Channing Tatum über einen Joker im Blatt, mit dem man eigentlich nicht mehr verlieren kann. Dog erweist sich damit als feiner Feelgood-Movie, den man zwischenzeitlich gut brauchen kann.
