Drachenzähmen leicht gemacht 2 / How to Train Your Dragon 2

Drachenzähmen leicht gemacht 2 / How to Train Your Dragon 2

| Andreas Ungerböck |

Fortsetzung der Saga vom tapferen und schlauen Hiccup und seinem Drachen Ohnezahn

Mit den Fortsetzungen beliebter Filme ist das immer so eine Sache, auch und gerade im Animationsbereich. Die Anzahl der Filme, die dem Original, dem ersten Teil, standhalten können, ist vergleichsweise gering. Cars 2 war öde, Rio 2 vergleichsweise mäßig. Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2 punktete mit irrwitzigen Einfällen, immerhin. Madagascar 2 mag als leuchtendes Beispiel dafür dienen, dass man mehr tun kann als bloß „Dasselbe, nur anders“.Dean DeBlois und Cressida Cowell, die 2010 schon gemeinsam den ersten Teil von Drachenzähmen geschrieben hatten (nach Comwells Kinderbuch-Serie), schlagen sich wacker: Dadurch, dass sie der Geschichte eine entscheidende Figur hinzufügen, nämlich Hiccups Mutter Valka (im Original: Cate Blanchett; auch die Figur ist offensichtlich nach der Starschauspielerin gestaltet), landen sie schon einmal einen Coup, weil das der Geschichte eine weitere Dimension verleiht, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Und sie hatten noch eine gute Idee: Die Figuren sind nicht auf dem Stand von vor vier Jahren stehengeblieben, sondern Hiccup (Jay Baruchel) und die anderen Kids sind älter und zumindest ein bisschen „reifer“ geworden, was sich außerordentlich gut macht.

Auf der Insel Berk ist auch nicht mehr alles beim Alten; schließlich hat Hiccup ja im ersten Teil die Drachen gezähmt bzw. seinen Mitbewohnern gezeigt, dass es sich mit friedlichen Drachen angenehmer leben lässt. Man vergnügt sich also mit spektakulären Drachen-Flugrennen, bei denen die Schafe des Dorfes einigermaßen in Mitleidenschaft gezogen werden. Und natürlich steht allmählich die Frage der Nachfolge des großen Häuptlings Stoick Vast (Gerard Butler) an. Doch Hiccup will davon nichts wissen. Er will lieber mit seinem geliebten Drachen Ohnezahn die Welt erforschen. Die ist, man ahnt es, an Herausforderungen reicher, als es Hiccup sich hat träumen lassen. Und schon bald ist klar, dass er es mit einem Gegner zu tun hat, dem er sich mit all seinem Mut und seiner Schläue entgegenstellen muss.

Was an Drachenzähmen 2 vor allem überrascht, ist, dass sich unter den komödiantischen Tonfall und die zahlreichen turbulenten visuellen Einfälle (neue Drachen, neues Spiel) eine Ernsthaftigkeit, ja sogar ein tieftrauriges Element einschleicht, das man so nicht erwarten konnte. Ob das all die Kids, die sich auf diesen Film gefreut haben, restlos begeistert, sei einmal dahingestellt, auf jeden Fall wird da den Kindern einiges zugemutet. Dass schließlich „alles gut“ wird, versteht sich eigentlich von selbst, und dem dritten Teil, dessen Kinostart ja bereits für 2016 fixiert ist, steht somit nichts mehr im Wege.