Simon Pegg auf der Suche nach dem Liebesglück
Für’s erste Blind Date läuft die Sache gar nicht schlecht: richtige Zeit, richtiger Ort, richtiges Erkennungszeichen. Tick. Zunächst ein kurzer Spaziergang an der Themse, um das Eis zu brechen. Tick. Dann anschließend ein paar Shots Tequila zum Aufwärmen (Tick), um hinterher beim Bowling so richtig in Schwung zu kommen. Tick! Im Grunde hätte Jack (Simon Pegg) die Sache gar nicht besser planen können, wenn es da nicht einen Haken gäbe: Denn der Mittvierziger, frisch geschieden und dementsprechend emotional angeschlagen, ahnt noch nicht, dass die Frau, die er für die 24-jährige Überfliegerin Jessica mit Vorliebe für Selbsthilfe-Bestseller und Triathlon hält, in Wirklichkeit Nancy (Lake Bell) heißt, Mitte dreißig ist und in ihrem Dauer-Single-Dasein derart gefrustet, dass sie die Gelegenheit, mit Jack um die Häuser zu ziehen, direkt beim Schopf packt, anstatt den Irrtum aufzudecken, was im weiteren Verlauf des Abends unweigerlich zu einer Anhäufung von Komplikationen und schmerzlichen Wahrheiten führt.
Damit ist der Grundstein zu einer typisch britischen Komödie der Verwechslungen und Irrungen gelegt, wie es lange Zeit keine mehr gegeben hat. Selbst Richard Curtis, der Urvater moderner Klassiker wie Love Actually und Notting Hill, setzte in seinem jüngsten Film About Time wohlweislich eher auf komplexere Handlungsstränge und die großen Fragen nach dem Sinn des Lebens, um damit den Begriff der vergnüglichen Kurzweiligkeit in eine neuzeitliche Dimension zu überführen. Und das zu Recht, wie Ben Palmers mäßig charmanter Versuch, ein altbackenes RomCom-Konzept wie dieses neu aufzuwärmen, beweist. Denn trotz bester Voraussetzungen, allem voran Simon Pegg als sicheres Zugpferd, sowie bisweilen pfiffiger Dialoge und Pointen, gelingt es dem Film nicht, wie es der Originaltitel fordert, seinen Mann zu stehen. Darüber hinaus verfängt sich das Drehbuch auf halber Strecke in dem Dilemma, nicht entscheiden zu können, ob es nun eine harmlos-amüsante oder eine leicht schlüpfrige Posse sein will. Allein Pegg und Bell bleiben ihren Charakteren – Jack der hoffnungslose Romantiker, Nancy die Bridget-Jones-geschulte Zynikerin – weitgehend treu und machen Man Up damit mehr oder weniger erträglich.
Allerdings verliert auch der Moment der großen liebesbekundenden Einsicht, auf den der Plot pflichtschuldig hinsteuert, angesichts zunehmend lähmender Situationskomik an Schlüssigkeit. Wenn Jack und Nancy am Ende einer turbulenten Nacht endgültig zueinanderfinden, besiegelt das eine milde Zuversicht, die der Film längst verspielt hat.
