Wie wird aus dem glücklosen Loser Jimmy McGill der gerissene Rechtsverdreher Saul Goodman? Die „Breaking Bad“-Schöpfer Vince Gilligan und Peter Gould im Gespräch über ihren Serien-Coup „Better Call Saul“ (Season 1 auf DVD, Season 2 auf Netflix).
Diese Serie ist eine Rückblende. Wir wissen wie sie ausgeht, weil es uns Saul Goodman schon gesagt hat, in einem Keller in Albuquerque in das Angesicht von Walter White in der vorletzten Folge der letzten Staffel von „Breaking Bad“: „Wenn ich Glück habe, werde ich, im besten Fall, in einem Monat einen Cinnabon in Omaha leiten.“
Aufblende zur ersten Folge der ersten Staffel von „Better Call Saul“: Eineinhalb Jahre später in unserer Lebenszeit, in einem Cinnabon, einem Fast-Food-Restaurant für Gebäck und Kaffee, in einer Shopping Mall in Omaha, entdecken wir im teigrollenden Manager des Geschäfts ein bekanntes Gesicht. Saul Goodman hat einen langen Weg bis zu diesem gottverlassenen Ort zurückgelegt. Die letzten Schritte sind wir mit ihm gegangen, nun werden wir auch die ersten mit ihm gehen. Weil wir wissen wollen, wie aus dem Rechtsanwalt James McGill der Anwalt der Kriminellen Saul Goodman wurde.
Viel wurde vor Beginn der ersten Staffel über das Format des Spin-Offs spekuliert, hartnäckig hielt sich das Gerücht einer Sit-Com mit dem ausgewiesenen Komiker Bob Odenkirk in der Hauptrolle. Dass es anders werden sollte, darüber klären schon die ersten Takte Musik in Folge 1 („Uno“) auf, die ersten Einstellungen, die uns wieder in Erinnerung bringen, was „Breaking Bad“ vor allem anderen auszeichnete: Der messerscharfe Blick auf das Leben der „middle-class“, die nie so richtig am amerikanischen Traum teilnehmen durfte. Die Kamera steht in den Hallen der Shopping Mall, in den Gerichtssälen und –fluren und in ihren Kaffeeautomaten, auf den Gehsteigen der Vorortwohnviertel, wo nie ein Auto auf der Straße parkt, es sei denn jenes von Saul Goodman oder Mike Ehrmantraut (oder Walter White), die Kamera fängt das Übergewichtige ein, das Pickelige, das Schlechtangezogene, das Durchschnittliche. Im Durchschnittlichen endet, so beginnt „Better Call Saul“, auch James McGill aka Saul Goodman, und deshalb werden diese Bilder in Schwarz-Weiß eingefangen.
Mike Ehrmantraut, der Killer aus „Breaking Bad“, den wir alle so lieb gewannen, er spielt auch in „Better Call Saul“ groß auf. Es gibt so viele Referenzen an den Haupt- und Subtext von „Breaking Bad“, es sind fast zu viele. Die Klapphandys, die Autos (die über den Charakter ihrer Besitzer aussagen), die Kleidung (die über die Stimmung ihrer Besitzer aussagt), das Nagelstudio, das Diner, in dem Mike sein Frühstück isst, die Nebendarsteller, die so auffällig ins Bild plumpsen, dass wir sicher sein können, sie schon einmal gesehen zu haben in „Breaking Bad“, als Henchmen oder Schrottplatzarbeiter oder in einer anderen Rolle, die uns nicht auffiel.
Bei allem Spaß, den die Suche dieser „Easter Eggs“ ausmacht, würde daraus noch keine große Erzählung. Doch die gibt es. Wir erinnern uns an das fast schon unerträgliche Vater-Sohn-Verhältnis von Walter White und Jesse Pinkman in „Breaking Bad“, das uns über die ganze Serie hinweg beschäftigte, das Unterdrückung, Verrat, enttäuschte Gefühle, Abhängigkeit und Autorität beinahe bis zum Höhepunkt des Vater- oder Kindsmords trieb und wir entdecken in „Better Call Saul“ die um nichts weniger schmerzhafte Beziehung zwischen James McGill und seinem Bruder Charles „Chuck“ McGill und wir entdecken wieder, wie Familienmitglieder einander gefallen wollen, von einander abhängig sind, einander verraten. Nie zeichnen die Showrunner Vince Gilligan und Peter Gould dabei den aufgrund einer „Elektrophobie“ hilfsbedürftigen, aber darum um nichts weniger dominanten Bruder Chuck durchgehend egozentrisch, nie James McGill ihm gegenüber durchgehend ehrlich und hilfsbereit, auch wechselt die Oberhand von Folge zu Folge, bis alles auf- und zerbricht.
Walter White hat sein Drogengeschäft nie für’s Geld getan, das ahnten wir, und mussten doch lange darauf warten, bis er es zugab. Nun begegnen uns in „Better Call Saul“ mit dem Ehepaar Betsy „the robot“ und Craig Kettleman wieder zwei Menschen, die in die Kriminalität eintauchen, weil all das „harte Arbeiten“ nicht den versprochenen Wohlstand gebracht hat, weil es nur fair ist, sich das zu nehmen, was einem zusteht. Sie werden James McGills erste wichtige Klienten, aber eigentlich auch nicht.
James McGill ist anders als Walter White, er ist anders als die Kettlemans. Obwohl ihn die Drehbuchautoren den vermeintlich programmatischen Satz schon in der ersten Folge sagen lassen, er lautet „Money is the point“, doch das führt auf eine lange, falsche Fährte. Denn der Dreh- und Angelpunkt ist nicht das Geld, es ist auch nicht die White’sche Macht, es ist die unbedingte Suche des kleinen Buben aus Cicero, Illinois (Rückblende!) nach Anerkennung durch den Bruder. Es sind die alles beherrschenden WASPs, die, soviel wissen wir schon, keinen Durchlass nach oben bieten werden, es ist dieses Drama um das nicht eingelöste Versprechen nach dem Aufstieg trotz aller harten (im Fall von James McGill: heimlichen) Arbeit. „Better Call Saul“ konzentriert sich noch mehr als sein Vorgänger/Nachfolger auf das weiße, männliche Kerngebiet der USA. Latinos, Schwarze, Immigranten und Frauen spielen bestenfalls eine nicht-kriminelle Nebenrolle.
Aus „85 Prozent Drama, 15 Prozent Komödie“ würde sich „Better Call Saul“ zusammensetzen, sagte Bob Odenkirk vor Beginn der Ausstrahlung. Und tatsächlich, so witzig viele Auftritte Odenkirks geraten (etwa mit einer sprechenden Toilette als Requisite), Saul, der ewig lustige Saul aus „Breaking Bad“ ist selbst in seinen komischsten Momenten ein so offensichtlich Zerrissener, das jede seiner komödiantischen Überhöhungen Schmerz in uns verursacht.
Sodass es fast gar nicht ins Auge fällt, wie viel Zeit sich auch diese Gilligan’sche Geschichte nimmt, etwa wenn die sechste Folge der ersten Staffel („Five-O“) ausschließlich (Rückblende!) den Gründen für Mike Ehrmantrauts Anwesenheit in Albuquerque nachspürt, wenn das Essen von Wackelpudding in einem Altersheim mit der Langsamkeit alter Menschen nachempfunden wird, wenn die großen Dialoge zum Ende der Staffel uns mit dem Gefühl zurücklassen, die Folgen hätten aus nicht mehr als einer Szene bestanden.
„Ich habe gute Kriminelle gekannt und böse Polizisten“, sagt Mike. Es ist nicht eine verquere Moral, an die sich alle in „Better Call Saul“, vom kornblumenblauen Rechtsanwalt Hamlin bis zum heroinbraunen Drogendealer Tuco, halten und wieder nicht halten, es sind derer viele, verquere Moralentwürfe, doch jener, den James McGill trotz aller widrigen Umstände verfolgt, lässt sich am Ende dieser Staffel nicht mehr halten.
„It’s never stopping me again“, sagt er und lässt den Saul aus sich raus.
Interview mit Vince Gilligan und Peter Gould
In Los Angeles sprachen die beiden Autoren in einer Presserunde sehr offen über die Herausforderungen ihrer neuen Serie und warum sie erleichtert sind, dass die Menschen Better Call Saul „nicht hassen“ – als ob das überhaupt möglich wäre.
Als Sie die fünfte Staffel von Breaking Bad angingen, da hatten Sie ein Bild im Kopf und zwar das eines Maschinengewehrs in einem Auto. Hatten Sie ein Bild für die zweite Staffel von Better Call Saul?
Vince Gilligan: Gute Frage. Hatten wir ein Bild im Kopf?
Peter Gould: Auf eine gewisse Art und Weise ist Saul Goodman das Maschinengewehr, weil wir bereits gesehen haben, was aus Jimmy McGill wird. Aber wie auch beim Maschinengewehr müssen wir herausfinden, wie zur Hölle wir dahin kommen. (lacht)
VG: Es ist eine ganz andere Art von Geschichtenerzählen für uns, weil wir wissen wo wir enden. Aber um fair zu sein, der Pitch von Breaking Bad war immer „Wir nehmen Mr. Chips und machen aus ihm Scarface“. Es hat sich also schon so angefühlt, als würden wir wissen wohin wir gehen. Dieses Mal wissen wir ganz genau, was aus diesem Kerl wird. Die Frage ist nur: Wie kommt er dahin? Und wie lange wird es dauern? Ich kann nicht behaupten, dass ich ein bestimmtes Bild vor Augen hatte, aber hoffentlich hat das Publikum am Ende von Season 2 eine Menge „nicht versenkbarer“ Bilder im Kopf, wie Stanley Kubrick zu sagen pflegte.
Als man zum ersten Mal hörte, dass ein Breaking Bad Spin-Off mit Saul Goodman geplant ist, dachten die meisten wohl an eine Komödie. War das ein großes Risiko, dass Sie eingegangen sind mit einem Drama?
VG: Wir haben darüber nachgedacht. Es begann damit, dass wir über eine dreißigminütige Comedy-Show sprachen. Die Idee war, dass Sie einmal pro Woche in Saul Goodmans Büro sein würden, während interessante Leute mit ihren rechtlichen Problemen auftauchen. Eine Serie wie Dr. Katz, Professional Therapist. Nun lieben wir es zwar, humoristische Momente zu schreiben, aber wir sind einfach keine Comedy-Autoren. Das wollen wir lieber Profis überlassen. Je mehr wir also über die Show sprachen, desto mehr kehrten wir zurück zu jener Art von Geschichtenerzählen, die uns vertraut ist. Als Breaking Bad zu Ende war, hatte ich persönlich Angst, dass ich zufrieren würde, wenn ich mir zu viel Zeit frei nehme. Das Erbe von Breaking Bad schwebte über mir. Ich dachte, dass alles was von da an kommen würde, genauso gut sein müsse, aber die Chancen dafür sind sehr gering. In dieser Richtung liegt Indolenz oder Arbeitslosigkeit. (lacht) Ich wollte arbeiten, also sprang ich zurück in den Sattel. Es war ein Risiko, aber ich persönlich bin es mit Scheuklappen angegangen und dachte mir „Lasst uns einfach die bestmögliche Geschichte erzählen und Spaß damit haben“. Die Menschen mögen es vielleicht hassen, nur weil es nicht Breaking Bad ist. Es erinnert an Breaking Bad, aber es ist eben nicht Breaking Bad. Vor einem Jahr um diese Jahreszeit waren wir verdammt nervös, weil wir dachten, die Menschen werden dieses Ding hassen. Wir sind also sehr erleichtert. (lacht)
PG: Uns fallen immer schreckliche Dinge ein, die Menschen sagen könnten! (lacht) Aber wir sind zuversichtlicher in dieser Season. Unsere größte Hoffnung war es, dass die Zuseher Jimmy McGill und Bob Odenkirks Leistung akzeptieren und in ihr Herz einschließen würden, so wie auch wir das tun. Ich liebe diesen Kerl einfach und es bricht mir das Herz, dass aus ihm Saul Goodman wird.
Gibt es eine Art Leitthema in der zweiten Staffel?
VG: Ich denke, das Thema von Staffel 2 ist dasselbe wie in Staffel 1. Das klingt jetzt so, als würde ich Ihrer Frage ausweichen wollen, aber es liegt tatsächlich an den Zusehern, ein Thema darin zu entdecken. Wir versuchen die Dinge, die uns interessieren, thematisch im Writers Room zu besprechen, aber dann geraten wir oft in Schlamassel. Das ist wie wenn Sie sich mit einer Machete durch den Dschungel kämpfen und Sie wissen, es gibt einen größeren Pfad, den Sie nehmen wollen, aber Sie können ihn nicht sehen. Wenn ich es benennen müsste, dann würde ich vielleicht sagen „Der Zweck heiligt die Mittel“. Das zu untersuchen interessiert uns. Und ich schätze es gibt mehr Ähnlichkeit mit Walter White als mir selbst zu Beginn klar war. Walter White begann schlechte Dinge aus guten Gründen zu tun und dann ging alles den Bach runter. In meinem Kopf ist das Thema dieser Serie sehr ähnlich jenem von Breaking Bad. Jimmy McGill bricht eine Menge von Gesetzen und tut viele moralisch fragwürdige Dinge, aber bisher tat er das immer um anderen Menschen zu helfen. Für mich persönlich ist es eine Prüfung der Frage: Heiligen die Mittel wirklich den Zweck? Die Antwort im Großen und Ganzen ist Nein, aber es macht Spaß, es weiterhin zu untersuchen. (lacht)
PG: Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert! (lacht) Ich stimme Vince zu. Wenn Sie es in einem Satz zusammenfassen könnten, dann müssten wir vermutlich keine Serie machen. Ich denke, ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir beide ziemlich gesetzestreue Menschen sind und der Spaß an der ganzen Sache ist, alternative Leben ausleben zu können und sich vorzustellen was passieren würde, wären wir nicht gebunden an Zwänge der Moral, des guten Geschmacks oder würden uns keine Sorgen machen, was die Leute über uns denken. Am Ende des Tages geht es bei Fiktion um folgende Frage: Wie führt man ein Leben, das es sich lohnt zu leben? Aber das zu wissen, hilft Ihnen nicht die nächste Episode zu schreiben. Was uns wirklich hilft, ist, darüber nachzudenken: Was will Jimmy in diesem Augenblick? Was ist wichtig für seine Figur? Dan kommen unsere eigenen Gefühle ins Spiel und das, was wir über die Welt gelernt haben.
Werden wir denn eine bösartigere Seite an Jimmy in dieser Staffel sehen?
VG: Wir müssen ein wenig kokett sein. Wir wollen nicht alles verraten, aber es ist fair zu sagen, dass aus Jimmy McGill irgendwann Saul Goodman wird.
PG: Er tut einige ziemlich beschissene Dinge. (lacht)
Werden wir nicht mehr mit ihm mitfiebern am Ende von Staffel 2?
VG: So weit würde ich nicht gehen. Ich kann so viel sagen: Ich drücke Jimmy auch in Staffel 2 die Daumen.
PG: Er ist definitiv jemand, mit dem Sie auf einen Drink gehen würden.
VG: Genau. Er bleibt jemand, mit dem ich gern auf ein Bier gehen würde.
Sehr interessant in Staffel 1 waren die verschiedenen Töne der Serie. Manchmal war es sehr humorvoll, manchmal sehr spannend, manchmal fühlte es sich an wie eine Tragödie.
VG: Gut! Wir haben gern Bewegungsfreiheit, wenn es um den Ton der Serie geht, und zwar von Episode zu Episode, manchmal auch von Szene zu Szene. Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir einen Weg gefunden haben, das zu tun. Ich glaube, die Spanne zwischen komischen, leichten Momenten und dunklen, dramatischen Momenten steigt in Staffel 2. Wir lieben das. Das wirkliche Leben hat Aufs und Abs. Unsere Geschichte sollte in der Lage sein, das auch zu erreichen. Der Trick mit Comedy und Drama ist, dass die Komödie von einem organischen, legitimen Ort kommen muss. Wenn wir einen launigen Moment in die Serie hineinzwängen, dann wissen wir, dass wir etwas falsch machen. Ich gebe es nur ungern zu, aber sehr viel Humor in dieser Serie kommt von Schmerz. (lacht) Mel Brooks hat einmal gesagt „Comedy ist ein Kerl, der die Straße hinunter läuft, in ein Gullyloch fällt und stirbt. Tragödie ist wenn ich mich an Papier schneide“. (lacht) Seltsamerweise steckt da eine Menge Wahrheit drinnen.
In einer idealen Welt, wie viele Staffeln benötigen Sie, um Jimmys Geschichte zu erzählen?
VG: Wir denken darüber die ganze Zeit nach, aber wir wissen es nicht. Ganz generell brauchen Sie mindestens vier bis sechs Staffeln, um etwas wirtschaftlich profitabel zu machen, also nehmen wir das als Maßstab. Das gleiche haben wir bei Breaking Bad gemacht. Sie wollen es nicht unnötig strecken, weil die Leute verständlicherweise irgendwann gelangweilt sind. Aber Sie wollen auch keine Möglichkeiten auslassen.
Wie viel von Ihrer ursprünglichen Vision schafft es in die Serie? Bleibt da noch Raum für Spontaneität?
VG: Es ist gut, dass Sie denken, dass wir wissen wohin wir gehen. Ich gebe nur ungern zu, dass das nicht immer der Fall ist. (lacht) In der Regel wissen wir, dass wir so wie auch in Breaking Bad, einen Charakter haben, der in der Mitte seiner Devolution von einem guten Kerl zu einem schlechten Kerl steckt. Das ist also jenes Element, das konsistent ist.
PG: Es ist ein kurvenreicher Weg.
VG: Sehr kurvenreich. Es würde Sie schockieren, wie wenig wir am Anfang einer Season wissen. (lacht)
PG: Wir haben eine Pinnwand mit all unseren Ideen und wenn Sie mich fragen, wie viel davon in der Serie schlussendlich landet, dann würde ich sagen, etwa zwanzig bis dreißig Prozent. Der Grund ist mitunter, dass Sie sich all diese großartigen Szenen ausdenken können, aber es muss für die Figur Sinn ergeben. Der Charakter muss dafür bereit sein. Diese Disziplin habe ich von Vince bei Breaking Bad gelernt. Bei Better Call Saul hatten wir beide das Gefühl, dass Jimmy am Ende der ersten Staffel in diesem kleinen Büro in dieser Einkaufsmeile sitzen und sich Saul Goodman nennen würde. Aber dann stellten wir fest, dass wir sehr an Jimmy McGill interessiert waren. Wir mochten Jimmy McGill und dieser Kerl, der im Heizraum eines Nagelstudios lebte, war noch nicht bereit Saul Goodman zu werden. Die Geschichte führt Sie in die Richtung, die sie selbst will. Das ist die Disziplin, die sie brauchen, und das ist eines der schwierigsten Dinge.
Wie ist es, mit Saul Goodman zu leben?
VG: Um einiges leichter als mit Walter White. Ich würde es gegen nichts in der Welt eintauschen wollen, aber gegen Ende von Breaking Bad, nach sieben Jahre mit diesem Kerl in meinem Kopf, wurden die Dinge schon richtig düster. Ich bin eines Nachts im Auto an der Ampel gesessen und dachte „Ich frage mich, ob der Typ im Auto neben mir sein Fenster runterkurbeln und mich erschießen wird“. (lacht) Ich habe mich in Walter Whites Kopf wiedergefunden und das war ein gefährlicher, dunkler und unangenehmer Ort. Walter White war überwältigend, übermächtig, allumfassend, welches Verb Sie auch immer verwenden wollen. Ich habe die Welt mit seinen Augen gesehen, wenn ich zu Hause war am Wochenende, viel öfter als dass das bei Jimmy McGill der Fall ist. Bryan Cranston hat es als einen schweren Mantel beschrieben, den abzulegen sich gut anfühlte. Über Jimmy McGill zu schreiben ist sehr angenehm. Er ist ein Kerl, mit dem ich wie gesagt gern auf ein Bier gern würde. Im Gegensatz zu Walter White.
Season 1 auf DVD bei Sony Pictures
Season 2 ab 16.2. auf Netflix
