Filmkritik

Eyjafjallajökull

| Angela Sirch |
Beziehungskomödie, der trotz Vulkan das Feuer fehlt

Regisseur Alexandre Coffre erzählt wie schon in seinem vorangegangenen Film Une pure affaire von einem Pärchen und den Prüfungen die dieses zu bestehen hat. Coffre, der auch am Drehbuch mitarbeitete, meinte in einem Interview, dass für Eyjafjallajökull Filme wie Romancing the Stone und Little Miss Sunshine als Inspiration dienten. Leider kommt der Film, weder was den feinen Humor noch die Chemie der Hauptdarsteller anbelangt, an die Vorbilder heran.

Der namensgebende isländische Vulkan und seine alles lahmlegende Aschewolke sorgen dafür, dass Alain und Valérie die seit 20 Jahren geschieden sind und sich auf dem Weg nach Athen zur Hochzeit ihrer Tochter befinden, in München stranden und von dort aus versuchen, mit dem letzten verfügbaren Mietwagen ans Ziel zu kommen. Soweit so gut, wäre da nicht der tief empfundene Hass, der neben der gemeinsamen Tochter das einzige zu sein scheint, was die beiden noch verbindet. Die verbliebenen 2.100 Kilometer sind geprägt von gegenseitiger Sabotage und absurden Begegnungen. Die Pointen sind meist vorhersehbar, und auch bei den Dialogen will kein großes Gelächter aufkommen, vor allem weil diese oftmals zu kindisch und brachial daherkommen.

Dany Boon und Valérie Bonneton, die einander selbst seit langer Zeit  kennen und in der Vergangenheit gemeinsam in Sketches für das Fernsehen auftraten, stellen ihre Vertrautheit durch das gute Tempo und den Rhythmus der Dialoge unter Beweis. Leider können sie damit weder den fehlenden Wortwitz, noch den ausbleibenden Einfallsreichtum wettmachen. Coffres Inszenierung schafft es zwar, dass sich die beiden Kontrahenten bei den Beliebtheitswerten die Waage halten, allerdings wirken beide ziemlich unsympathisch bei dem Versuch, die Hochzeit ihrer eigenen Tochter zu sabotieren, indem sie den jeweils anderen ins Out schießen wollen. Immer wieder scheint es, als würden die beiden zu Vernunft kommen und sich vertragen, doch jedes Mal stellt es sich als ein neuerliches Täuschungsmanöver heraus, was jedoch meist eher nervt, anstatt zu amüsieren.

Auch der Kurzauftritt eines religionsfanatischen Psychopathen vermag den Film humoristisch nicht herauszureißen. Eyjafjallajökull erweist sich als ein Roadmovie der Hassliebe, das nicht so richtig in die Gänge kommen will und dessen Humor ein gewisses Maß an Originalität und Feinsinn vermissen lässt.