Fernsehfilm

Die TV-Sender müssen sich bewegen

| Andreas Ungerböck |
Alfred Grinschgl, RTR-Geschäftsführer und Chef des Fernsehfonds Austria, im Gespräch.

Alfred Grinschgl, Geschäftsführer des Fachbereichs Rundfunk der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH), und als solcher auch Verwalter des mit 13,5 Millionen Euro dotierten Fördertopfes des Fernsehfonds Austria, zieht eine zufriedenstellende Bilanz: Erstmals sind zwei Millionen Euro fix für Dokumentarfilmprojekte festgeschrieben, Fernsehfilme wie die „Landkrimis“ bescheren dem ORF satte Quoten, und immer mehr Produktionsfirmen versuchen sich an Fernsehstoffen. Grinschgl macht sich Gedanken über die mangelnde Präsenz von Frauen in der Filmbranche, verweist auf die hohe Zahl internationaler Ko-Produktionen und hofft auf die im Regierungsprogramm vorgesehene Budgeterhöhung.

Sie wurden kürzlich wiederbestellt. Was bedeutet das für Sie?

Ja, aber nur für ein weiteres Jahr. Nächstes Jahr werde ich 65, dann sage ich Danke und Grüß Gott. Aber natürlich sehe ich das auch als ein Zeichen der Anerkennung.

Das betrifft aber auch Ihre Tätigkeit in der Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH, nicht nur die im Fernsehfonds Austria. Wie ist denn Ihre Arbeit aufgeteilt?

Ja, sicher. Ich würde sagen: ein Viertel Fernsehfonds, ein Viertel Privatrundfunkfonds, ein Viertel Geschäftsstelle der KommAustria, für die ich an den Senatssitzungen teilnehme, dazu kommt noch die Prüfungskommission, die den ORF beurteilt. Den Fernsehfonds habe ich natürlich sehr gerne, da ich selbst einmal Geschäftsführer einer Fernsehproduktionsfirma war. Ist zwar schon einige Zeit her. Von 1980 bis 1992 war ich Geschäftsführer bei Cinevision. Damals gab es eigentlich nur Kooperationen mit dem ORF, nicht wie heute auch mit der ARD oder dem ZDF. Das lief damals auch noch alles anders ab, der Fokus lag auf Fernsehreihen. Wir haben zum Beispiel die zwölfteilige Hauptabendserie Die Habsburger gedreht, eine wirklich tolle Sache.

Aber wenn Sie sagen ein Viertel Fernsehfonds, dann ist das ganz schön angewachsen.

Wir haben 13,5 Millionen Euro an Fördermitteln, die wir im Jahr vergeben können. Natürlich ausschließlich Fernsehfilme, wenn man einen Kinofilm machen möchte, muss man zum Österreichischen Filminstitut und zu den Regionalförderungen wie dem Filmfonds Wien gehen. Also bei mir sind es ausschließlich Fernsehfilme, und ein Großteil davon sind Ko-Produktionen mit deutschen Sendern. Serien wie Kaiser Maximilian, Hotel Sacher oder Soko Donau werden alle vom ZDF ko-finanziert.

Als ich das letzte Mal hier war, haben Sie mir erzählt, dass Sie gerade die Förderrichtlinien überarbeiten. Wie kann man das verstehen? Was muss man da nachbessern?

Es geht uns bei den Förderrichtlinien darum, dass möglichst viele Rechte bei den Produzenten bleiben, so dass ein Produzent seinen Film ins Ausland verkaufen kann und ein Großteil der Gelder, die er daraus lukriert, bei ihm bleiben. Es hängt natürlich von den Beteiligungen ab. Nur als Beispiel: Wir fördern ein Projekt mit 20 Prozent, der ORF ist mit 60 Prozent daran beteiligt und ein regionaler Förderer ist mit zehn Prozent dabei. Für den Produzenten gelten jetzt unsere 20 Prozent, die zehn Prozent von den regionalen Stellen und jener Betrag, den der Fernsehveranstalter investiert, wird im Regelfall 50:50 aufgeteilt. 50 Prozent sind der Ko-Produktionsanteil, das bekommt der ORF, also die Hälfte von 60 Prozent. Die anderen 30 Prozent landen als Lizenzanteil wieder beim Produzenten. Also ist er dann bereits auf 60 Prozent Anteil. Die restlichen zehn Prozent gehen dann auch noch an den Produzenten, also es kann durchaus ein Verhältnis von 70:30 herauskommen.

Bei den Auslandsverkäufen geht es ja auch darum, dass der Stoff so ist, dass man ihn auch im Ausland verkaufen kann. Wie sieht es da aus?

Bei Kaiser Maximilian z.B. ist Jan Mojto dabei, der hervorragende Kontakte nach Frankreich und Italien hat. Im Endeffekt geht es fast immer um europäische Fernsehstationen, gelegentlich auch um die USA, aber im Wesentlichen, zu 90 Prozent, geht es um europäische Fernsehveranstalter.

Was muss ein Fernsehfilm haben, um für ausländische Partner attraktiv zu sein? Er muss ja auch untertitelt oder übersetzt werden.

Bei Spielfilmen ist das immer Aufgabe des Fernsehveranstalters. Wenn dieser einen deutschsprachigen Film einkauft, muss er für die Untertitel oder die Übersetzung sorgen. Lediglich für das Marketing bzw. für den Verkauf auf Messen und Festivals hat der Produzent, der an das Ausland eine Dokumentation verkaufen will, die Aufgabe, die Dokumentation mit Untertiteln zu versehen. Eine solche Produktion mit Untertiteln in englischer Sprache kann auch vom Fernsehfonds mit 50 Prozent als Verwertungsförderung unterstützt werden. Aber die Ausstrahlung von fiktionalen Filmen in einer anderen Sprache muss der ausländische TV-Veranstalter selbst finanzieren.

Das hat also nichts mehr mit Ihnen zu tun?

Nein, aber wir haben auch heuer, ausgehend vom letzten Antragstermin im Frühjahr, einige ausländische Ko-Produktionen drinnen. Etwa Lucky Per, das ist eigentlich eine dänische Produktion, Ko-Produzent ist die Nordisk Film und es sind natürlich viele weitere Sender mit kleinen Beteiligungen dabei. Da sind dänische, norwegische, polnische, estnische, schwedische, französische und deutsche Partner beteiligt.  Das ist also eine tolle internationale Produktion bei der ich mir durchaus vorstellen könnte, dass sie auch noch in andere Länder verkauft wird. Lucky Per hat mir vorher nichts gesagt, ist aber ein toller historischer Stoff, den ein dänischer Autor vor ca. hundert Jahren geschrieben hat. Das wird jetzt filmisch bearbeitet,  spielt eben vor hundert Jahren, und bei so einer Geschichte kann ich mir gut vorstellen, dass sie auch in andere Länder verkauft wird. Dann haben wir Princess Leopoldine, die mir, bevor ich den Stoff gelesen habe, auch nichts gesagt hat. Dabei handelte es sich um eine Habsburgerin, die nach Brasilien gegangen ist und dort kurzfristig Kaiserin war. Über ihre Geschichte wird es eine Dokumentation geben, produziert von der österreichischen Satel, bei der der brasilianische Fernsehsender Canal Curta als Partner gewonnen werden konnte, und natürlich ist auch der ORF beteiligt.

Was wird bei diesem Film hier in Österreich gemacht?

Wenn ich von der Wertschöpfung spreche, so sind die Darsteller, sowie auch das Kreativ- und Technikteam aus Österreich, und die Gehälter machen einen Großteil der Wertschöpfung aus.

13,5 Millionen stehen als Budget zur Verfügung. Da hat sich in den sechs Jahren, seit wir das letzte Mal gesprochen haben, nichts verändert.

Diese 13,5 Millionen Euro haben wir jetzt seit dem Jahr 2010. Zuvor waren es 7,5 Millionen, aber es ist wieder in Diskussion, diese Summe wieder ein wenig zu erhöhen, denn im Regierungsprogramm stehen ja nicht 13,5, sondern sogar 15 Millionen. Also hoffen wir, dass wir irgendwann noch mehr zur Verfügung haben und das weiß auch die Politik. Der jetzige Bundesminister Thomas Drozda weiß das auch. Wir werden sehen.

Ich habe mir Ihre Förderpläne angesehen, und es sieht so aus, als wäre nach dem zweiten Antragstermin im April eigentlich meistens schon das Budget erschöpft.

Ja, wir haben dennoch dieses Jahr einen dritten Antragstermin. Normalerweise sind es sogar vier. Wenn ich mir z.B. das Jahr 2014 ansehe, als wir noch vier Termine hatten, da waren beim dritten und vierten Termin noch 1,2 Millionen vorhanden. Das liegt auch daran, dass die Hauptdrehzeit der Fernsehfilme zwischen April und September liegt.

Das ist also völlig normal und nichts Besorgniserregendes?

Nein, dennoch erhoffe ich mir, dass wir in zwei, drei Jahren eine kleine Erhöhung bekommen.

Es stürzen sich also viele auf den ersten Antragstermin im Januar?

Ja. Zudem melden auch einige Produzenten schon beim ersten Termin ihr Projekt an, obwohl sie erst im September Drehbeginn haben. Sie wollen eben auf Nummer Sicher gehen, weil sie wissen, dass das Geld knapp ist. So wurden eben auch heuer beim ersten Fördertermin bereits rund 80 Prozent unserer Fördermittel beansprucht. Dennoch kommen wir heuer auf jeden Fall mit drei Terminen ganz gut durch.

Von der Organisationsstruktur her, hat sich da etwas am Beirat geändert oder daran, dass Sie allein entscheiden – in Abstimmung mit dem Beirat?

Nein daran hat sich nichts geändert. Der Beirat besteht aus fünf Experten und Expertinnen, die Empfehlungen abgeben. Im Regelfall halte ich mich an diese Empfehlungen. Ich würde sagen, ich komme diesen Empfehlungen zu 95 Prozent nach.

Wird gemeinsam abgestimmt, oder stimmt jeder für sich?

Es gibt eine Sitzung zu der alle fünf Beiratsmitglieder eingeladen werden. Falls jemand zu dem Zeitpunkt verhindert ist, reichen notfalls auch drei Mitglieder aus, die dann in der Sitzung entscheiden.

Wer gehört diesem Beirat derzeit an?

Das sind Mag. Andreas Hruza, als Vorsitzender, sein Vize Dr. Werner Müller, als Vertreter der Wirtschaftskammer, die Direktorin des Kunsthauses Wien, Mag. Bettina Leidl, die Produzentin Mag. Gabriele Kranzelbinder und Mag. Matthias Settele, der lange beim ORF und bei RTL war und jetzt für den Privat-Fernsehsender Markiza in Bratislava tätig ist.

Hat sich etwas getan, was die Konkurrenz von etablierten und jungen Produktionsfirmen betrifft?

Es kommen immer neue gute Produzenten dazu, aber natürlich neigen Fernsehsender dazu, einen Produktionspartner zu nehmen, dem sie vertrauen und den sie durch oftmalige Zusammenarbeit gut kennen. Wenn ich mir aber die letzten zehn bis 15 Jahre ansehe, so sind doch einige neue Firmen dazu gekommen, wie z.B. die MONA-Film, die Lotus-Film oder die Super Film, die sich etablieren konnten.

Wie sieht es da auf dem Feld der Fernsehsender aus? Hauptakteur ist nach wie vor der ORF, nehme ich an.

Das würde ich gar nicht so klar sagen. In Summe gesehen geht mehr Fördergeld an deutsche Fernsehsender, wobei hier staatliche und private zusammengefasst sind. Wenn ich jetzt einzeln vergleiche, etwa das ZDF mit dem ORF, so bekommt doch der ORF deutlich mehr Fördergeld.

Wie sieht es z.B. aus mit ATV oder Puls4?

Wenn man die Finanzierung aller Fernsehfilme mit 100 Prozent nimmt, dann zahlen wir ca. 15 Prozent ein, vom ORF kommen 18 bis 20 Prozent, und ATV und Puls4 sind bei rund ein oder zwei Prozent. Im Jahr 2015 haben wir zwölf TV-Speilfilme, eine Serie und 23 Dokumentationen gefördert. Es gab zehn Projekte mit internationalen Co-Produzenten, an 18 Projekten waren deutsche Fernsehveranstalter, an zwei Projekten weitere europäische Fernsehveranstalter z.B. aus Italien und der Schweiz beteiligt. Die Finanzierungen kamen insgesamt zu 60 Prozent von Fernsehveranstaltern, zu 28 Prozent von Förderstellen, national und international, neun Prozent über Eigenanteile und drei Prozent über Vertriebszusagen. Bei den 60 Prozent von Fernsehveranstaltern würde ich sagen ist der ORF mit ca. 15 bis 18 Prozent vertreten.

Es gibt ja gerade wieder eine rege Diskussion zur Frauenquote in der Filmbranche. In Ihren Statistiken hier sehe ich, es gab unter den Regieführenden genau eine Frau und 35 Männer.

Dazu kann ich sagen, dass wir dieses Jahr eine Veranstaltung planen zum Thema „Gender“, die im November stattfinden und die Frage behandeln wird, wie wir mit dieser Debatte umgehen. Unser Problem ist: Wenn ein Fernsehveranstalter sagt, er möchte den Film haben, dann können wir uns nicht aussuchen, ob es einen Produzenten oder eine Produzentin gibt. Natürlich ist auch die Frage, ob die Firma, die den Film produziert, eine Regisseurin beschäftigt oder einen Regisseur. Wir versuchen da, eine Art Bonus anzubieten, wie Prozenterhöhungen, wenn eine Frau für die Regie gewählt wird. Ich unterstütze auf jeden Fall die Tendenz hin zu mehr Frauen, denn momentan gibt es vor allem in den entscheidenden Positionen kaum Frauen. Im Schauspiel ist das natürlich recht ausgeglichen, aber z.B. im Bereich Kamera sieht es ganz trist aus. Ich weiß das noch aus eigener Erfahrung, bei Cinevision hatten wir eine Kamerafrau und zehn Männer. Dieses Problem findet man aber nicht nur in der Filmproduktion, auch in Aufsichtsräten und in Geschäftsführungen sollten eigentlich 40 Prozent Frauen sitzen, davon sind wir weit entfernt. Aber auch in Branchen wie dem Agenturwesen, bei Medienagenturen in denen hauptsächlich Frauen arbeiten … Wenn man in die Führungsetagen schaut, findet man trotzdem hauptsächlich Männer. Es ist auf jeden Fall ein Thema, das ich sehr ernst nehme, und wir werden uns da sicher in nächster Zeit noch weitere Maßnahmen und Projekte dazu einfallen lassen.
Etwas, was ich gerne noch erwähnen wollte, ist, dass wir in diesem Jahr erstmals zwei Millionen aus unserem Budget für Dokumentarfilme reserviert haben. Denn die Spielfilme nehmen immer sehr viel Geld in Anspruch und dann besteht die Gefahr, dass die Dokumentationen zu kurz kommen. Beim dritten Antragstermin wird es z.B. vorwiegend um Dokumentarfilme gehen. Also momentan haben wir noch ca. 70.000 Euro zu vergeben.

Das ist dann eher die klassische Fernsehdoku?

Da gibt es klassische Dokumentationen ohne Spielhandlungen, aber in Princess Leopoldine, einem Einteiler mit ca. 45 Minuten  wird es ein paar gestellte Szenen geben. Meistens sind die Dokus 45 Minuten lang oder als Zweiteiler, zwei mal 45 Minuten.

Wie sieht es mit Serien aus? Da gibt es ja zurzeit einen nicht abreißenden Boom.

Da wäre zu erklären, was man genau unter Serie versteht. Also für mich ist Soko Donau eine klassische Serie. Maximilian wird als Mini-Serie mit drei Mal 90 Minuten gezeigt, ebenso wie Hotel Sacher, das als Zweiteiler ausgestrahlt wird. Spuren des Bösen umfasst bereits sieben Teile, in diese Gruppe kann man auch die „Landkrimis“ hinein nehmen. Diese Serien sind zwar von unterschiedlichen Produktionsfirmen und unterschiedlichen Regisseuren gemacht, aber von der Machart her sind sie sehr ähnlich. Von den Landkrimis wurden immer drei Stück in drei aufeinanderfolgenden Wochen gezeigt, und davon wird es auch dieses Jahr wieder drei oder vier Stück geben. Es gibt ja nicht neun, sondern zehn Landkrimis, weil Südtirol auch dabei ist. Es fehlen jetzt noch Wien, Salzburg und Tirol. Ich finde diese Serie toll, und sie hat auch eine sehr hohe Reichweite.

Dabei ist das Konzept eigentlich ganz einfach.

Das stimmt, aber diese Filme sind für den ORF natürlich wesentlich teurer als etwa eine Ko-Produktion mit dem ZDF, denn dann würde es den ORF nicht 60 Prozent, sondern nur 30 Prozent kosten. Aber ich bin der Meinung, dass österreichische Filme dem ORF sehr gut bekommen, da sie immer einen sehr hohen Marktanteil in Österreich haben.

Serien nach Art der erfolgreichen US-amerikanischen mit mehreren Staffeln sind nicht in Sicht? Die „Vorstadtweiber“ wären doch ein Beispiel, wie es gehen könnte.

Ich denke, dass der ORF in diese Richtung schon einiges macht. Diese Serien laufen zudem nicht nur in ORF 2, sondern auch auf ORF 1, und mit diesem Kanal habe ich früher immer US-amerikanische Serien verbunden. Mittlerweile werden dort auch tolle österreichische Produktionen gezeigt. Ein Projekt, das mir in dem Zusammenhang sehr gut gefallen hat, war die Serie Altes Geld. Das finde ich toll, dass auch der ORF solche Geschichten finanziert.

Es gibt ja seit Jahren die Diskussion darüber, dass Fernsehen nicht mehr zeitgemäß ist, dass die Programmstrukturen veraltet sind, dass das Publikum wegstirbt, usw. Man ist durch Internetplattformen nicht mehr an einen Ort oder einen festen Zeitplan gebunden. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Ich sehe das etwas anders. Natürlich gibt es Menschen, die der Meinung sind, dass es mit dem Fernsehen im klassischen Sinne bald vorbei ist, aber ich denke, dass es die lineare Form des Fernsehens in zehn Jahren, wahrscheinlich auch noch in 20 Jahren geben wird. Es kommen natürlich nicht-lineare Formen des Fernsehens hinzu, bei denen der Zuschauer entscheidet, was er wann sieht. Darauf gehen die Fernsehveranstalter aber auch ein, mit TV-Theken und Mediatheken, wo man sich Sendungen bis zu sieben Tage nach Ausstrahlung noch ansehen kann. Es gibt aber auch Sender, die das länger anbieten möchten, z.B. für sechs Monate und bei denen es die Sendung auch schon vor der Ausstrahlung im Fernsehen online gibt. Das ist ein wichtiger Auftrag für Fernsehveranstalter. Letztes Jahr gab es eine Produktion, die linear an die 950.000 Zuschauer und in der TV-Thek ca. 100.000 Zuseher zusätzlich hatte. Diese Art des Fernsehens nimmt stetig zu. Ich bin dafür, dass dieser neue Weg von den Fernsehveranstaltern verfolgt wird und dass diese Fernsehformen auch von der Regulierungsseite, von der KommAustria unterstützt werden. Damit Zuseher die Möglichkeit haben, die Sendungen davor und vor allem danach für einen längeren Zeitraum sehen zu können. Wenn das nicht vorangetrieben wird, dann sieht es schlecht aus. Aber wenn man sich den neuen Entwicklungen anpasst, wird es lineares Fernsehen noch lange geben.

Das heißt, die KommAustria reguliert auch, dass das Fernsehprogramm nur für einen bestimmten Zeitraum gezeigt werden darf?

Die KommAustria ist zuständig für die Einhaltung der Mediengesetze, und wenn der ORF an seinen Ausstrahlungen oder Produktionen etwas ändern will, muss er sich an die KommAustria wenden, etwa, wenn eine Sendung nicht nur sieben Tage, sondern einen Monat lang angeboten werden soll.