Konspirativer Klamauk folgt auf kontroversen Kult.
Über zwanzig Jahre sind vergangen, seitdem der versuchten Erd-Invasion durch die Mond-Nazis von den hiesigen Großmächten mit nuklearen Paukenschlägen der Garaus gemacht wurde. Da die erfolgreiche Verteidigung des Planeten leider aber auch einen globalen Atomkrieg zur Folge hatte, der große Teile der Menschheit ausgelöscht und die Erde unbewohnbar gemacht hat, versetzt uns die Fortsetzung von Timo Vuorensulas irrwitziger Sci-Fi-Satire zunächst in die ehemalige Nazi-Basis auf der dunklen Seite des Mondes, wo die überlebenden Menschen seither Zuflucht finden. Unter der Leitung der geläuterten Ex-Propagandabeauftragten Renate Richter und der jungen Obi Washington, ihrerseits Tochter Richters und des mittlerweile verstorbenen afroamerikanischen Helden aus Teil eins, James Washington, werden nicht nur langsam die Ressourcen knapp, auch der Mond selbst droht nach den schweren Beschädigungen nun bald auseinanderzubrechen. Dementsprechend gemischt sind die Gefühle, als der russische Tausendsassa Sasha in seiner selbst restaurierten Reichsflugscheibe aufkreuzt und eine letzte Gruppe Erd-Flüchtlinge mitbringt. Heimlich unter diese gemischt hat sich ein alter Bekannter: Mond-Nazi-Führer Wolfgang Kortzfleisch. Dank geheimnisvoller Energiezufuhr quicklebendig, stiftet er Obi an, sich an die Quelle dieser womöglich letzten Chance für die Menschheit zu begeben. Gesagt, getan: Obi schart eine bunte Truppe, die auch die elitären Prediger eines Steve-Jobs-Kultes inkludiert, um sich und begibt sich ins von nuklearer Strahlung verschonte, hohle Erd-Innere, um dort den energetischen Gral der mysteriösen Gesellschaft der Vril zu ergattern.
Wem schon Iron Sky zu skurril und trashig war, wird sich The Coming Race ohnehin kaum aussetzen, aber auch Fans seien gewarnt: Das Sequel kann an die Gewitztheit seines Vorgängers niemals anschließen. Die konfuse, überladene Verquickung der titelgebenden Verschwörungstheorie der deutschen Vril-Geheimgesellschaft mit der Annahme einer hohlen, von Dinosauriern bewohnten Erde und den vor allem durch David Icke bekannten, die Weltpolitik kontrollierenden Reptilien-Menschen entpuppt sich als nerdiges CGI-Feuerwerk, dessen humoristisches Potenzial sich in lahmen Actionfilm-Sprüchen, unausgegorenen Gore-Versuchen und müden Technologie-Witzen erschöpft. Und meint man dennoch, unbedingt sehen zu müssen, wie ein reptiloider Adolf Hitler einen T-Rex reitet, kann man sich ja auch einfach den Official Trailer zu Gemüte führen. Ab 0:54, viel Spaß!
