fourmi

Kinderfilmfestival 2021

Fourmi – Von Liebe und Lügen

| Bettina Schuler |

Julien Rappeneaus Film Fourmi – Von Liebe und Lügen gelingt es, die richtige Mischung zwischen Schwere und Leichtigkeit zu finden, wie es auch für „erwachsene“ französische Filme typisch ist. In Fourmi ist es ein kleiner Junge (François Damiens), der sich um den „großen“ Jungen, in diesem Fall seinen Vater, kümmern muss. Denn seit der Scheidung von der Mutter hat sich Theos Vater nicht mehr so richtig im Griff und verbringt seine Tage lieber mit Schlafen und Trinken. Selbst zu den heiß geliebten Fußballspielen seines Sohnes kommt er mittlerweile regelmäßig zu spät. Als ein Talent-Scout des englischen Top-Vereins Arsenal sich für einen Besuch auf dem Fußballplatz ankündigt, lügt Theo seinen Vater an und gibt vor, dass der berühmte Verein an ihm als Nachwuchspieler interessiert ist. Der Junge hofft, dass er damit seinem Vater, dem bekennenden Fußballfan, ein wenig Freude und Lebensmut zurückgeben kann. Doch Theo verstrickt sich immer tiefer in sein eigenes Lügenkonstrukt.

Ein überaus unterhaltsamer Film für die ganze Familie, der von seinen Dialogen lebt und den man sich nicht zuletzt auch wegen des großartigen Charakterdarstellers André Dussollier (der im Verlauf seiner überaus illustren Karriere mit Regiegrößen wie Alain Resnais, Éric Rohmer, Claude Sautet, Jacques Rivette oder Volker Schlöndorff zusammengearbeitet hat) als Theos übereifrigem Fußballtrainer anschauen sollte.