Lustiger Gute-Laune-Film, in dem es ohne allzu großen Tiefgang hoch hergeht.
Das war schon längst mal wieder fällig! Rechtschaffener Blödsinn, der gut aussieht und Spaß macht und in dem sich gediegene Mimen mit sichtlichem Genuss der inneren Knallcharge ergeben.
Es begab sich also zu der Zeit, dass Horus, Sohn des Osiris, die Macht über das Land am Nil übernehmen sollte. Angemessen pompöse Festivitäten sind anberaumt und das sterbliche Liebespaar Bek und Zaya freut sich auf Jubel, Trubel, Heiterkeit. Auftritt Gerard Butler, der, seiner Statur zum Trotz, die Rolle der bösen Fee übernommen hat und die Party versaut; Butler spielt Osiris‘ Bruder Set, der die Schnauze voll hat davon, lediglich über die Wüste zu regieren und der deshalb kurzerhand einen Putsch vom Zaun bricht. Dann gerät auch noch irgendwie Zaya zwischen die Fronten und ist mit einem Male im Jenseits unterwegs, aus dem Bek sie wieder zurückholen will; allerdings hat er den mittlerweile einäugigen Horus im Schlepptau – oder ist es umgekehrt? –, der wiederum auf Rache sinnt, wenn er nicht gerade mit seiner Liebsten Hathor streitet, die ebenfalls mit an Bord ist.
So oder so ähnlich geht die Geschichte von Alex Proyas‘ Gods of Egypt und eigentlich ist es ja auch egal. Tatsache ist, dass das wild zusammenfabulierte und mit Schwung und Schmackes in Szene gesetzte Unterfangen sich erst im letzten Drittel etwas in die Länge zieht. Weniger weil dann die Götter wie die Superhelden durch Luftraum, Kosmos und Unterwelt hin- und herzischen und versuchen, sich mit Hilfe von Energiestrahlen aus Lichtschwertern gegenseitig den Garaus zu machen. Vielmehr weil den Hintergründen Sparmaßnahmen anzusehen sind und sie, statt wie zuvor bis in die Bildecken mit liebevoll ausgedachtem, absonderlichem Schnickschnack angeräumt zu sein, nun allenfalls noch lieblos zusammengepinselten Pappkulissen ähneln. Da musste es wohl schnell gehen.
Na gut, dann hält man sich eben an die ersten beiden Drittel. Oder, noch besser, an Geoffrey Rush in der Rolle von Weltenlenker Ra. Dass Rush alles an die Wand grimmassieren kann, was nicht niet- und nagelfest ist, ist allgemein bekannt, in seinen wenigen Deus-ex-machina-Auftritten allerdings, die selbstverständlich von zentraler Bedeutung sind, stößt er in geradezu ehrfurchtgebietende Dimensionen des Overactings vor. Mit ausholender Geste beansprucht er seinen Platz am Himmel hoch über der Erdenscheibe, er reckt das Kinn, er rollt die Augen, er weist dem Chaos die Tür – das wimmernd kapituliert, so wie wir.
