Golden Globe Awards

| Andreas Ungerböck |

Am 10. Jänner ist es wieder soweit: Die Golden Globes, die Preise der ausländischen Hollywood-Korrespondenten gelten als wichtiger Oscar-Indikator.

Wenn am Abend des 10. Jänner (Ortszeit) der britische Komiker Ricky Gervais die Bühne des Beverly Hilton Hotels in – erraten – Beverly Hills betritt und seine bekannt respektlose, um nicht zu sagen, ungehobelte Moderation (“Welcome to a night of partying and heavy drinking. Or as Charlie Sheen calls it, breakfast.“) beginnt, erreicht die alljährliche „Award Season“ der US-Filmindustrie ihren ersten Höhepunkt. Wie die Pilze sind die unterschiedlichsten Preise, die vor den Oscars (Ende Februar) noch rasch vergeben werden wollen, in den letzten Jahren aus dem Boden geschossen, was ihren Wert zwar nicht unbedingt mindert, aber die Unübersichtlichkeit definitiv steigert.

Die Golden Globes sind über solche Überlegungen erhaben, denn immerhin gibt es sie schon seit 1944, mithin werden sie diesmal also zum 73. Mal vergeben. 1943 wurde die Hollywood Foreign Press Association gegründet – die offizielle Vertretung der ausländischen Filmjournalisten, die dauerhaft in Hollywood arbeiten und nichts anderes tun, als die neuesten Entwicklungen, Filme, Projekte, Stars usw. zu beurteilen. Ein Kritikerpreis also, etabliert mitten im Zweiten Weltkrieg und ursprünglich der Völkerverständigung dienend. Mehr als ein Jahrzehnt lang wurden die Preise ausschließlich für Filme vergeben, seit 1956 werden aber auch Fernsehserien, TV Movies und Shows prämiiert, um der wachsenden Bedeutung des damals noch relativ neuen Mediums gerecht zu werden.

Inzwischen oder nach wie vor sind die Globes nach den Oscars und den Emmys die wichtigsten Preise für Film bzw. Fernsehen, auch wenn ihre Bedeutung von den Stars gerne einmal in Zweifel gezogen wird – meistens jedoch von denen, die keinen Globe gewonnen haben oder gar nicht nominiert waren. Legendär ist Robert De Niros ziemlich unhöfliche und eher peinlich wirkende „Dankesrede“ aus dem Jahr 2011, in der er sich heftig über die Auswahl und Anzahl der Clips, die zu Ehren seines „Lifetime Achievement Award“ gezeigt wurde, bschwerte und in der er die Auslandskorrespondenten ordentlich herbeutelte, weil sie die Filme angeblich nie sehen würden, die sie auszeichneten. Doch das ist – wie so vieles – nur Showbiz, und gesehen und gesehen werden ist natürlich auch bei dieser Zeremonie das wichtigste. Und sie sind ja alle da, auch jene, die den Preis angeblich gar nicht wichtig nehmen.

Leonardo DiCaprio in "The Revenant"

Den diesjährigen Nominierungsreigen bei den Filmen führt Todd Haynes’ Carol mit fünf möglichen Auszeichnungen an, gefolgt von The Big Short, The Revenant und Steve Jobs mit je vier.

www.goldenglobes.com