Filmkritik

Guardians Of The Galaxy

| Alexandra Seitz |
Laut und bunt und trotzdem nicht langweilig

Wie viele auf Comicfiguren beruhende Kampfgruppen mögen in den Kinos wohl mittlerweile ihr Unwesen treiben? Wahrscheinlich ziemlich viele, womöglich sogar noch ein paar mehr. Doch überlassen wir die Ermittlung der genauen Anzahl den filmwissenschaftlichen Erbsenzählern und wenden uns stattdessen und anlässlich der neu hinzugekommenen Haudegen-Truppe der Guardians of the Galaxy – von James Gunn aus dem gleichnamigen Marvel-Comic ins Leinwand-Leben gerufen – der nicht unwesentlichen Frage zu, ob und, wenn ja, was Dieselben uns an Neuem und Aufregendem zu bieten haben? Unter einem Mangel an Selbstbewusstsein leiden die neuen Helden jedenfalls nicht. Ein Hüter der Galaxis braucht ein dementsprechendes Ego, soviel ist klar. Und auch wenn es sich bei dem Draufgänger Peter Quill aka Star Lord, dem hitzköpfigen Waschbären Rocket Racoon, dem Baumlebewesen Groot, der Kampfgranate Gamora und dem Muskelpaket Drax the Destroyer um alles andere als Intelligenzbestien handelt, die Butter lassen sich die fünf nicht so schnell vom Brot nehmen. Schon gleich gar nicht von Superbösewicht Ronan, der, wie sollte es anders sein, die Unterwerfung des Universums via just jener Superwaffe im Schilde führt, die eher zufällig in Peter Quills Schatzsucher-Händen gelandet ist.

Soweit ist also alles beim Alten: Die Zivilisation der Zukunft steht auf dem Spiel und Rettung naht aus unvermuteter Richtung. Unsere fünf Galaxis-Hüter nämlich sind ein aus der Not geborener, zusammengewürfelter Haufen, der erst noch zueinanderfinden und sich zu einem schlagkräftigen Team formieren muss. Dabei gilt es Antipathien zu überwinden, Konflikte zu lösen, den individuellen verräterischen Impuls zugunsten des Gemeinwohls und hehren Ziels zurückzustellen. Ja, tatsächlich, die Helden dieses Films sind keine Weiße-Weste-Superhelden, dafür aber ausreichend charakterisiert, um ihren Darstellern die Möglichkeit zum gemeinsamen Spiel zu geben. Und das fällt dann nicht nur durchaus unterhaltsam aus, sondern vermag an mancherlei Stelle sogar anzurühren. Hinzu kommt der Ort der Handlung, ein überaus detailfreudig, farbenfroh und abwechslungsreich designter, in sich geschlossener, kompletter Kosmos; eine veritable Augenweide, auf der die Simplizität des immmer wieder in Generische kippenden Handlungsverlaufs in den Hintergrund tritt. Anders gesagt: Die Guardians of the Galaxy tragen alte Hüte, doch diese glitzern verführerisch.