Rob Zombie scheitert mit seinem Remake von John Carpenters Klassiker kläglich.
Robert Cummings ist, wie sein Künstlername Rob Zombie andeutet, ein großer Horror-Fan. Ein Interesse, das er mit Millionen Gleichgesinnter teilt, doch Rob Zombie war in seinem Hauptberuf als Sänger der Metal-Band White Zombie so erfolgreich, dass er es sich leisten konnte, seiner Leidenschaft auch als Regisseur nachzugehen. Die Resultate waren zwei bemühte, aber reichlich ungelenk inszenierte Genrefilme, die dennoch innerhalb der Fangemeinde regen Zuspruch fanden. Was wiederum Rob Zombie animierte, und da beginnt die Farce tragische Züge anzunehmen, sich an einem Remake von John Carpenters Halloween zu versuchen, jenem Film, der mittlerweile zu einer Ikone des Fachbereichs Horror schlechthin geworden ist und dessen populärkultureller Einfluss längst Genre-Grenzen weit hinter sich gelassen hat.
Dass ein solches Unterfangen misslingt, mag daher wenig überraschen, doch das Ausmaß des Scheiterns offenbart schonungslos, wie talentfrei Rob Zombie als Regisseur dabei agiert. Carpenter, der Meister des ökonomischen Erzählens, inszenierte die simple Geschichte des psychopathischen Killers Michael Myers, der seine blutige Spur durch die idyllische Kleinstadt Haddonfield zieht, so präzise und dennoch effektiv, dass die 90 Minuten quasi eine Essenz des Genres repräsentieren. Rob Zombie dagegen hält sich mit langatmigen Erklärungsversuchen auf, wo es keine Erklärungen braucht. Zudem fehlt es ihm an jedem Gefühl für Dramaturgie, was zur Folge hat, dass die Inszenierung Spannungsaufbau durch eine bilderbuchartige Aneinanderreihung von Gewalttaten ersetzt. Am deutlichsten zeigt sich dieser Hang zur plakativen Darstellung an Michael Myers selbst. Bei John Carpenter war der Mörder mit der weißen, gesichtslosen Maske eine mythische, beinahe entrückte Figur, die, einer Naturgewalt gleich, über die kleine Gemeinde hereinbrach. Rob Zombie orientiert sich da schon lieber an den schmierenkomödiantischen Inszenierungen des Profi-Wrestlings, um den Bösewicht (riesengroß, lange Haare, zerzauster Bart) zu charakterisieren. Was das ästhetische Universum des Filmemachers Rob Zombie, das stilistisch zwischen den Pradler Ritterspielen und Operninszenierungen im Steinbruch St. Margareten angesiedelt ist, recht gut repräsentiert. Seinen Status als Inbegriff des Schreckens konnte Michael Myers fast 30 Jahre lang trotz unzähliger Halloween-Sequels beibehalten. Damit könnte es durch Rob Zombies Remake bald vorbei sein.
