Ein übereifriger Großstadtpolizist wird in ein verschlafenes Dorf strafversetzt. Doch das Verbrechen lauert scheinbar überall.

Es fängt damit an, dass der Spaß ganz schnell vorbei ist. Die Grundidee, dass ein Londoner Großstadtpolizist in das ruhige, beschauliche Dorf mit der geringsten Kriminalitätsrate des Landes versetzt wird, weil neben seiner immens hohen Verbrechensaufklärungsquote die Kollegen allzu schlecht aussehen, ist ja noch recht witzig. Dann aber, in Sandford, Gloucestershire,
angekommen, scheint den Film selbst die Geruhsamkeit des Landlebens befallen zu haben. Es passiert erst einmal wenig, abgesehen davon, dass der überambitionierte, pedantisch auf Gesetzestreue bedachte Nicholas Angel überall Verbrechen wittert: ein Kontrast zum friedlich daliegenden Dorf und seinen Einwohnern, der dramaturgisch durchaus ausbaufähig gewesen wäre. Aber Angel darf nur entlaufene Schwäne einfangen und ein Kirchenfest bewachen, zusammen mit seinem naiven Partner Danny Butterman, der so gerne ein knallharter Gesetzeshüter à la Hollywood wäre. Auch hier ist die Idee vage erkennbar, eine Parodie auf das Subgenre des Cop/Buddy-Films in einem ungewöhnlichen Ambiente anzusiedeln. Aber diese Intention bleibt irgendwo im Ungefähren stecken, in Anspielungen, die ganz nett sind, mehr aber auch nicht. Nie schöpft der Film sein Potenzial aus, dazu hätte es einiger Drehbuchüberarbeitungen bedurft.

Irgendwann dreht die Inszenierung ein bisschen auf, präsentiert eine Version von Romeo und Julia der örtlichen Laienspieltruppe im Stil von Baz Luhrmann, es passieren wie aus heiterem Himmel ein paar Morde samt dazu gehörigen Splattereffekten – doch das verpufft dann doch wieder neben dem zu sehr ausgebreiteten Gegensatz zwischen Supercop Nick Angel und der Lethargie der Dorfbewohner. Viel versprechende Ansätze werden verspielt, wenn etwa die Reibung zwischen Dannys Actionfilm-Fantasien und Nicholas‘ realistischem Verständnis von Polizeiarbeit dadurch desavouiert wird, dass die Inszenierung plötzlich selbst beginnt, genüsslich in Actionsequenzen zu schwelgen – allerdings nicht als Auseinandersetzung mit den Mechanismen von Hollywood, die Ironie geht nicht über die simple Übertreibung und damit über die parodierten Vorbilder hinaus. Die Dramaturgie bleibt zu ungelenk, um Funken zu schlagen. Da spielt etwa mit Timothy Dalton in einer Nebenrolle ein waschechter James Bond mit, und alles was Regisseur Edgar Wright dabei heraus zu holen weiß, ist eine dumme Pointe bezüglich Angels Dienstnummer: Agent 777.