Film | Netflix

Ich glaube an übersinnliche Phänomene

| Dieter Oßwald |
Jungstar Max Schimmelpfennig zum Netflix-Fantasy-Thriller „Das Privileg – Die Auserwählten“.

Im Märchenfilm Der Zauberlehrling spielte er den armen Valentin. In der TV-Serie Das Boot verkörperte er 2018 den Tiefenrudergänger Willy. Ein Jahr später folgte für Max Schimmelpfennig der große internationale Durchbruch mit der Netflix-Serie Dark, in der er als Sohn von Bartosz zu erleben war. Nach einem Auftritt in Trübe Wolken, der Ende des Monats in die Kinos kommt, spielt der 26-Jährige auf Netflix an der Seite von TV-Veteran Horst Janson die Hauptrolle im Fantasy-Thriller Das Privileg – Die Auserwählten, wo er es mit übersinnlichen Phänomenen und einer ganz iridischen Verschwörung zu tun hat.

Herr Schimmelpfennig, in „Privileg“ bekommen Sie es mit übersinnlichen Phänomen zu tun. Wie weit glauben Sie selbst an so etwas?
Max Schimmelpfennig: Ich persönlich glaube auf alle Fälle an übersinnliche Phänomene. Es ist doch ein schönes Gefühl, wenn es noch Dinge gibt, die wir nicht verstehen sollen. Als ich zum Beispiel die Asche meines verstorbenen Hundes unter dessen Lieblingsbaum begrub, kam ein Fuchs auf mich zu und setzte sich einen Meter neben mich. In Momenten wie diesen glaubt man dann schon daran, dass es Dinge gibt, die einen begleiten, auch wenn man sie nicht versteht

Sind Horrorfilme die besten Filme für ein erstes Date?
Mein offizielles erstes Date hatte ich in der 7.Klasse. Ich war tierisch verliebt, und tatsächlich suchten wir uns einen Gruselfilm für das Treffen aus. Mein Vater hatte zuvor ein Chili con Carne gemacht, das leider viel zu scharf ausgefallen war. Im Kino ging es mir anschließend überhaupt nicht gut. Weitere Verabredungen zu einem Film gab es nicht mehr, insofern bin ich kein Experte für diese Frage. (Lacht)

Bei welchem Horrorfilm haben Sie selbst die Augen zugemacht?
Mit zwölf Jahren habe ich „Aliens“ gesehen, das war schon ein bisschen heftig in diesem Alter. Später habe ich bei Paranormal Activities eine ziemliche Gänsehaut bekommen. Der letzte Horrorfilm, der mich ziemlich fertig gemacht hat war Hereditary – Das Vermächtnis.

 

 

Wie groß ist die Schnittmenge mit Ihrer Figur?
Die Gefühle von Angst, Ohnmacht oder Verlust meiner Figur Finn kenne ich natürlich aus eigener Erfahrung. Damit kann ich mich sehr gut identifizieren, was die Darstellung dieses Jungen hoffentlich umso glaubwürdiger ausfallen lässt.

Ihren Opa im Film spielt Horst Janson, kennen Sie dessen Kultauftritte als „Der Bastian“ oder in den „Immenhof“-Filmen?
Offen gestanden hat mir der Name vorher nichts gesagt, das ist dann doch nicht mehr so ganz meine Zeit gewesen. Für meine Eltern war Horst Janson natürlich sofort ein Begriff. Und für mich war es ein schönes Privileg, mit dieser Ikone zusammen vor der Kamera zu stehen.

Sie haben bereits in „Dark“ von Netflix gespielt. Herrscht bei Dreharbeiten für den Streaming-Anbieter eine andere Atmosphäre, weil der Quotendruck sehr hoch ist?
Die Stimmung unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Produktionen. Klar kann es einmal panisch werden, wenn das Wetter plötzlich umschlägt, das kann bei jedem Dreh aber genau so sein. Einen besonderen Druck habe ich jedenfalls nie gespürt. Für Filmschaffende und Kreative eröffnen Streaminganbieter jedoch eine ganz neue Vielfalt an Möglichkeiten und Chancen.

Die Chance auf weltweiten Ruhm ist gleichfalls groß. Merken Sie das an Reaktionen von Fans?
Es ist schon krass, wenn sich plötzlich Menschen aus aller Welt bei dir melden. Vor kurzem bekam ich eine Nachricht von einer jungen Frau, die etwas von mir geschrieben haben wollte, um es sich dann tätowieren zu lassen. Mir Instagam und Co. gehe ich allerdings lieber nur in kleinen Dosen um.

War Schauspiel immer Ihre erste Berufswahl?
Meine erster Berufswunsch war Pirat, nachdem ich Johnny Depp im Kino gesehen hatte. Dann wollte ich Musiker werden, meine Eltern sind beide Jazz-Musiker und haben mir seit Kindesbeinen den Spaß an der Musik vermittelt. Dann habe ich bei der Theater AG in der Schule jedoch das Schauspiel für mich entdeckt und mich nach einigen Kinderrollen für diesen Weg entschieden.

Haben Sie einen Ratschlag für die Zuschauer, wenn Sie „Privileg“ anschauen?
Popcorn und kalte Getränke besorgen. Freunde einladen. Und dann die Lautstärke voll aufdrehen und sich auf einige spannende Überraschungen gefasst machen!