Netflix startet eine große Filmoffensive. Der Streaming-Anbieter zeigt jede Woche einen neuen Film.
Für das neue Jahr kündigt Netflix die fast unglaubliche Zahl von 70 neuen Filmen an, quer durch alle Bereiche. Da kann kein klassisches Hollywood-Studio oder die Streaming-Konkurrenz mehr mithalten. Im Füllhorn der Jahreskollektion sind die populären Genres allesamt vertreten: Vom apokalyptischen Untergangsdrama über Animations-Abenteuer und bewährte Rom-Com-Ware bis hin zum klassischen Horrorfilm. Neben Action steht auch allerlei Arthaus im Angebot, sogar eine metaphorische Corona-Komödie darf nicht fehlen, präsentiert von Frankreichs erfolgreichstem Spaßvogel Dany Boon, der mit Willkommen bei den Sch’tis einst über 20 Millionen Zuschauer in die Kinos seiner Heimat gelockt hatte. In 8 Rue de l’Humanité erzählt er von sieben Familien in einem Pariser Mietshaus, die von Lockdown und Ausgangssperre betroffen sind. Drei Monate Leben unter Ausschluss der Öffentlichkeit, so verspricht die Inhaltsangabe, bringen das Beste und das Schlimmste dieser Nachbarn zum Vorschein.
An hochkarätigen Stars vor und hinter der Kamera herrscht keine Mangel in der neuen Netflix-Kollektion, womit alle alten Diskussionen über Oscar-Qualifikationen fortan wohl hinfällig sind. Brad Pitt gibt sich als Produzent die Ehre bei der Bestseller-Verfilmung Blonde, einer fiktiven Geschichte über Marilyn Monroe. Verkörpert wird das berühmteste Sexsymbol der Welt von Ana de Armas, dem Bond-Girl im kommenden 007-Abenteuer No Time to Die. In der Monroe-Dramödie steht allerdings Oscar-Preisträger Adrien Brody an ihrer Seite. Hochkarätig mit Benedict Cumberbatch und Kirsten Dunst hat Jane Campion, die einzige Frau, die je eine Goldene Palme gewann, ihr metaphorisches Western-Drama The Power of the Dog besetzt. Zwei höchst unterschiedliche Brüder geraten in großen Streit, als einer von ihnen heimlich die örtliche Witwe heiratet. Jake Gyllenhaal spielt derweil den verzweifelten Mitarbeiter einer Notrufzentrale im Remake des dänischen Psychothrillers The Guilty. Gleichfalls viel Suspense verspricht Joe Wrights The Woman in the Window, bei der Amy Adams als agoraphobische Frau ihre neuen Nachbarn ausspioniert und Zeuge einer verstörenden Gewalttat wird. Allein die Anwesenheit von Julianne Moore lässt ein cineastische Highlight erwarten.
Noch höhere Erwartungen gelten dem Drama Don’t Look Up, in dem zwei unbedeutsame Astronomen die Menschheit vor einem bedrohlichen Kometen warnen. Alles andere als unbedeutsam ist allerdings die Besetzung mit Leonardo DiCaprio, Jennifer Lawrence, Timothee Chalamet, Cate Blanchett sowie Meryl Streep. Auch der höchst bezahlte Schauspieler der Welt mischt auf Netflix mit: Dwayne Johnson gibt im Action-Kracher Red Notice einen FBI-Profiler, der böse Buben jagt. Von ziemlich fiesen Zombies erzählt Superhelden-Spezialist Zack Synder in Army of the Dead, bei dem auch Matthias Schweighöfer im Kampf gegen die Untoten antreten darf.
Für deutsche Filmschaffende bietet der Streaming-Anbieter reichlich Sendeplätze. Peter Thorwarth erzählt mit Peri Baumeister in Blood Red Sky von einer Frau, die auf einer Reise in eine Flugzeugentführung durch Terroristen gerät. Nach dem Bestseller von Robert Harris erzählt Christian Schwochow in Munich von den Verhandlungen eines britischen und deutschen Diplomaten, die den drohenden deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei verhindern wollen. Neben Jeremy Irons und George McKay stehen Jannis Niehwöhner, Sandra Hüller und August Diehl auf der Besetzungsliste. Mit Hollywood-Star Sandra Bullock präsentiert die hoch gepriesene Systemsprenger-Regisseurin Nora Fingscheidt ein noch titelloses Drama, bei der eine Gewaltverbrecherin nach ihrer Haft auf Vergebung durch ihre Familie hofft. Produziert wurde das Werk unter anderem von Veronica Ferres. Bei Serien mischen die Deutschen gleichfalls mit. Dem enormen Erfolg von Dark folgt mit Tribes of Europa ein futuristisches Spektakel, bei dem in naher Zukunft ein globaler Blackout zu Jahrzehnten von Chaos und Anarchie führt. Die alten Nationen verschwinden. Mikro-Staaten entstehen und kämpfen um die Vorherrschaft. Der kreative Kopf hinter dem Spektakel ist Philip Koch, der 2010 mit seinem Debüt Picco für Furore gesorgt hatte.
