Filmstart

Love Machine 2

| Jakob Dibold |
„Hit me baby one more time“, sagt der Buddha

Georgy Hillmaier ist zurück. Nach der Trennung von Jadwiga war er einfach in ein Flugzeug gestiegen, um weit von allem – Wien, seinen Tagen als Callboy, der gescheiterten Beziehung – entfernt Mönch zu werden. Durch einen Wink des Schicksals kehrt er also heim, zur Erleichterung, aber auch Wut seiner Schwester, die sich inzwischen mit einem Massagesalon der „ganzheitlichen“ Art unternehmerisch betätigt sowie seiner Ex-Partnerin, die, logisch, kurz nach seinem Abrauschen einen gemeinsamen Sohn zur Welt gebracht hat. Nach den Anfangsminuten ist der Tisch gedeckt: Die Liebesmaschine wird zum Superbabysitter und rettet mit seinen eigenen kindlichen Macher-Qualitäten natürlich auch gleich den konkursbedrohten Betrieb seines Schwesterherzes. Dass sich auch mit der Mutter des kleinen Waldemars (benannt nach Georgys in Teil eins dahingeschiedenem Musiker-Buddy) wieder etwas anbahnt, versteht sich von selbst. Doch der Kundinnenliebling verstrickt sich natürlich sehr bald wieder in persönliche Zwickmühlen.

Die Geschichte des chaotischen Lebenskünstlers mit großem Geschlechtsorgan war 2020 mit über 140.000 verkauften Tickets die publikumsstärkste österreichische Filmproduktion. Das Sequel wird Fans nicht enttäuschen, die Filmkabarettmaschine läuft unverändert weiter. Liebhaber des Humors von Comedian Stipsits und Regisseur Schmied kommen voll auf ihre Kosten, während freilich kein übermäßiger ästhetischer Anspruch erkennbar ist. Mitunter mehr Sexfilm mit Komödie als umgekehrt, wirken einige notwendige Handlungs-Schritte beinahe wie ein notwendiges Übel inszeniert. Kaum ein für Fortsetzungen typisches Element wird in Love Machine 2 ausgelassen, kulturelle Klischees ohnehin nicht; wobei von den beiden Running Gags, die Georgy aus dem Klosteraufenthalt in Thailand mitbringt, einer immerhin ein netter Ohrwurm ist. Trotz aller Stereotypisierungen scheint sich der in vieler Hinsicht plump geratene Unterhaltungsfilm grundsätzlich mit erfrischender Leichtigkeit dem Thema der weiblichen Sexualität und der Normalisierung von männlicher Sexarbeit zu widmen, teils recht geschmacklosen Gags und überaus simplen Charakterzeichnungen geschuldet, geht das Vorhaben nicht ganz auf. Fabriziert wurde ein geradliniger Lachfilm, der die Kinokassen sicher wieder klingeln lassen und vielleicht ja den Weg zu einem dritten Teil ebnen wird. Was dann? Vater-Sohn-Roadmovie? Ein plötzlich auftauchender Zwilling? Oder doch das endgültige Exil im fernöstlichen Kloster?