Süß-seichte Dramödie mit zu viel Creme und zu wenig Geschmack
Eigentlich kann man Sarah nur lieben. Erfolgreiche Chefköchin, gutherzige Mutter, Tochter und beste Freundin. Nur ist Sarah nicht mehr da. Ein Unfall hat sie aus dem Leben gerissen, ausgerechnet an dem Tag, als sie endlich ihren Wunschtraum in Angriff nehmen wollte, eine Konditorei in Notting Hill zu eröffnen. Das Geschäft war bereits angemietet, Busenfreundin Isabella (Shelley Conn) hatte sich bereit erklärt, das fehlende Kapital beizusteuern. Doch nun steht sie alleine in der staubigen Ladenruine, mitsamt den Schulden und zerplatzten Illusionen. Bis Sarahs leichtfüßige Tochter Clarissa (Shannon Tarbet) in ihrer Trauer und einem Anflug von Orientierungslosigkeit auf die Schnapsidee kommt, die Bäckerei trotzdem zu eröffnen. Als dritte Verbündete holt sie ihre Oma Mimi (Celia Imrie) an Bord, die Sarah zu Lebzeiten die Unterstützung an ihrem Herzensprojekt verweigerte. Umso mehr scheint es jetzt für alle drei Frauen an der Zeit, alte und neue Wunden zu heilen und mit Tatkraft an die Sache heranzugehen.
Nach einer Reihe von Fernsehproduktionen gibt Eliza Schroeder mit Love Sarah ihren Einstand als Kinoregisseurin und kann sich glücklich schätzen, dafür ein so solides Ensemble zur Verfügung zu haben. Vor allem Imrie gibt sich als trockene und etwas stachelbeerige Großmutter makellos, aber auch Rupert Penry-Jones macht seine Sache nicht schlecht als charmant-verschmitzter Drei-Sterne-Koch, der vor Jahren mal mit Sarah ein Bett teilte und die gescheiterte Beziehung nun mit seiner Liebe für außergewöhnliche Backvariationen wiedergutzumachen wollen scheint. Nur hat leider weder er noch eine der drei Damen um ihn herum jenes Drehbuch zur Hand, das es bräuchte, um diese so märchenhafte wie überkandidelte Geschichte mit dem notwendigen Hauch an Glaubwürdigkeit auf die Leinwand zu übertragen.
Nun weiß man zwar, dass ein Rezept wie dieses durchaus auch ohne jeglichen Realitätsbezug aufgehen kann, wie Richard Curtis über die Jahre immer wieder aufs Neue bewiesen hat. Doch leider fehlt Love Sarah die nötige Würze, um in der gleichen Liga zu spielen. Vielleicht hätte Schroeder in einer Fernsehproduktion mehr Mut bewiesen und wollte für ihr Spielfilmdebüt lieber auf Nummer sicher gehen. Nur kommt man allerdings, wie im Bäckereigeschäft übrigens auch, im Kino heute mit allzu süßer und sahniger Kost nicht mehr sehr weit. Ein etwas exzentrischerer, originellerer Ansatz hätte aus den Zutaten sicherlich noch einiges mehr herausholen können.
